Laptop oder Tablet für Digitales Lernen kaufen: Darauf können Eltern achten

Wenn Eltern jetzt einen Laptop oder ein Tablet für ihre Schulkinder kaufen, sind ihnen meist mehrere Dinge wichtig: Die Geräte müssen für das Lernen zu Hause geeignet sein. Kinder sollen an ihnen gut ihre Aufgaben erledigen und Videokonferenzen mit Lehrern und Mitschülern machen können. Zum anderen sollten die Computer leicht und robust sein. Die können Kinder dann auch zu ihren Freunden mitnehmen oder in die Schulen, wenn diese wieder offen sind. Schließlich soll die Technik nicht unnötig teuer sein, um die Familienkasse in Corona-Zeiten nicht noch weiter zu belasten.

Zwei blonde Mädchen gucken auf einen Laptop in eine Videokonferenz 1 min
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MDR JUMP Mo 01.02.2021 10:45Uhr 01:06 min

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Entscheidungsfragen: Laptop oder Tablet? Windows, Android oder iOS?

Dabei können Eltern danach gehen, was die Schule ihrer Kinder für die nächsten Jahre plant. Manchmal steht schon fest, welche Technik für das digitale Lernen im Unterricht und dann auch zu Hause in Zukunft genutzt werden soll. Bei dem Thema gibt es allerdings große regionale und lokale Unterschiede. Manche Schulen planen schon sehr konkret, einige Bundesländer machen bereits Technik-Vorgaben. Da lohnt sich die Nachfrage beim Klassenlehrer oder dem Pädagogen, der sich in der Schule um Computer und Software kümmert. Patrick Bellmer von heise online sagt:

Patrick Bellmer von heise online
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Sagt die Schule, wir nutzen definitiv ein Windows-Betriebssystem, wird es mit einem Mac oder einem iPad zu Hause vielleicht etwas umständlicher. Die Betriebssysteme sind miteinander nicht direkt kompatibel. Wenn wie in manchen Bundesländern die Schulen ein iPad vorschreiben, dann ist es für das Kind komfortabler, wenn es auch zu Hause mit diesem Tablet arbeitet.

Auch das können Eltern vor dem Kauf nochmal prüfen: Viele Klassen nutzen bereits jetzt für Homeschooling oder den ganz normalen Unterricht bestimmte Programme oder Dienste. Damit werden beispielsweise gemeinsam Matheaufgaben gelöst oder Quizze für den Unterricht abgehalten. Diese Programme sollten möglichst auch auf dem Gerät der Wahl und auch mit der jeweiligen Software laufen. Entweder als App fürs iPad oder das Android-Tablet oder als Dienst, der über den Internetbrowser aufgerufen werden kann. Gibt es keine Vorgaben für Software oder Technik, liegt die Entscheidung allein bei den Eltern. Grundsätzlich können Kinder sowohl an Tablets als auch an Laptops ihre Schulaufgaben erledigen. Dafür sind beide Geräteklassen geeignet. Für Tablets muss allerdings häufig noch Zubehör gekauft werden.

Großes Display ist wichtig

Tablets gibt es in der Regel mit Bildschirmgrößen von zehn bis dreizehn Zoll. Für Schulaufgaben und ermüdungsfreies Lernen sind die größeren Displays besser geeignet. Auch mit Blick auf die Tastatur hätten größere Displays Vorteile, sagt Patrick Bellmer. Die Breite der Tastatur richtet sich in der Regel nach der Breite des Displays. Für große Bildschirme liefert der Hersteller also auch breitere Tastaturen mit größeren Tasten. Für Schulaufgaben ist häufig noch zusätzliche Technik nötig. Das kann ein Stift für handschriftliche Notizen oder auch Zeichenaufgaben sein oder eine Tastatur, mit der Kinder auch längere Texte auf dem Gerät schreiben können.

Das iPad ist in Deutschland das meistgekaufte Tablet und da geht’s beim günstigsten Modell bei 350 Euro los. Die Tastatur kostet dann nochmal 100 bis 120 Euro. Da sind wir knapp unter 500 Euro und für das Geld bekomme ich dann auch schon fast einen vernünftigen Laptop. Mit Tastatur und einem größeren Display und auch mehr Anschlussmöglichkeiten.

Patrick Bellmer

Viel falsch machen können Eltern beim Kauf eines Tablets nicht, sagt Patrick Bellmer. Er rät aber von den sehr günstigen Androids-Tablets ab, die bei vielen Elektronikgroßmärkten oder Onlinehändlern für um die hundert Euro regelrecht verramscht werden.

Da wage ich zu bezweifeln, dass spezielle Lern-Apps auf diesen Geräten gut laufen. Ich kenne da selber mehrere Apps und die haben Anforderungen, die manches Einsteigergerät überfordern. Bei den Tablets mit Android-Betriebssystem sollte man da auch eher so 250 bis 300 Euro einplanen.

Patrick Bellmer

Bei diesen Geräten sei dann aber in der Regel der Speicher nicht groß genug für alle Schulaufgaben. Da sollten Eltern noch einmal um die hundert Euro für mehr Speicherplatz einplanen.

Auch beim Laptop: Besser etwas mehr für ein größeres Display ausgeben

Sitzen Schulkinder jeden Tag mehrere Stunden vor dem Rechner, lohnt sich die Ausgabe für einen Laptop mit 15-Zoll-Display:

Das klingt gegenüber einem 13-Zoll-Display nur nach einem kleinen Unterschied. Aber ein 15-Zoll-Bildschirm ist schon deutlich größer. Wichtig ist ein helles Display, auf man auch am Küchentisch etwas sieht, wenn die Lampe von der Decke auf dem Bildschirm scheint oder wenn man das Fenster im Rücken hat. Das geht sonst schnell auf die Augen. Dann sinkt die Konzentration und dann gibt’s Kopfschmerzen.

Patrick Bellmer

Wenn möglich, sollte das Display auch matt sein und nicht spiegeln. Solche Bildschirme werden aber immer seltener verbaut. Bei aktuellen Geräten sind Kamera und Mikrofon gut genug für Video-Konferenzen mit Lehrer und Klasse. Ein extra Headset ist aber noch besser. Dann fallen störende Hintergrundgeräusche weg.

Videokonferenzen über Zoom, Teams oder die anderen gängigen Plattformen zum Beispiel nehmen Akku und Prozessor schon ein Stück weit in Anspruch. Da sollte man vielleicht den Rechner gleich an die Steckdose hängen. Grundsätzlich sollte die Akkuzeit schon für den typischen Schultag ausreichen, also sechs, sieben Stunden – für Unterricht und Hausaufgaben. Beim Prozessor sollte das Gerät mindestens vier Kerne haben und das haben inzwischen nahezu alle.

Patrick Bellmer

Auch auf eine Tastatur für möglichst ermüdungsfreies Schreiben mit zwei oder mehr Fingern können Eltern achten: Der Hub der Tasten – oder auch der Weg, der beim Drücken eines Buchstaben zurückgelegt wird – sollte nicht zu klein sein.

Das ermüdet sonst schnell, weil man ja immer nur so ein, zwei Millimeter die Taste runterdrückt. Wie groß und breit die Tasten sind, hängt auch wieder vom Display ab. Bei einem 15-Zoll-Laptop sind die ähnlich groß wie bei einer normalen PC-Tastatur und haben ähnlich ausreichend Abstand zueinander.

Patrick Bellmer

Wenn möglich, sollte die Tastatur auch etwas Feuchtigkeit von Wasser oder Limo abhalten können. Sonst wird es schnell teuer, wenn sich ein Getränk über den Laptop ergießt.

Schneller Speicher für schnelles Arbeiten und Lernen

Vor allem in der günstigen Preisklasse haben längst nicht alle Laptops die SSD-Speichertechnik: Mit der ist etwa Windows nach wenigen Sekunden bereit zum Arbeiten und Programme starten blitzschnell.

Vor allem in der Einsteigerklasse ist häufig noch die gute, alte Festplatte verbaut. Ich würde aber zu einem Gerät mit SSD greifen. Da hat man keine kleinen Aussetzer, wenn mal was nachgeladen werden muss. Und man hat weniger Geräuschbelästigung. Die Festplatte stört, wenn sie startet und surrt und man arbeitet gerade konzentriert.

Patrick Bellmer

Unser Experte würde mit mindestens 700 Euro für einen neuen Laptop planen, der dann aber auch mehrere Jahre als Schulbegleiter funktioniert. In dieser Preisklasse gibt es in der Regel nur Windows-Rechner. Die MacBooks von Apple sind deutlich teurer. Je nach Modell können noch Zusatzkosten für die Software zum Kaufpreis dazukommen. Windows ist bei den meisten Rechnern vorinstalliert. Nur bei wenigen Geräten muss noch eine Lizenz dazu gekauft werden. Die kostet um die zehn Euro für Schüler. Für von der Schule genutzte und vorgeschriebene Programme, können in manchen Fällen noch monatliche Kosten von einigen Euro fällig werden.

Rechner auf dem aktuellen Stand halten und sichern

Eine Aufgabe kommt auf Eltern zu, wenn sie ihren Kindern eigene Tablets oder Laptops anschaffen. Sie müssen sich um die Technik kümmern, also zumindest in Grundzügen den Job des Informatiklehrers oder des Systemadministrators von der eigenen Arbeitsstelle machen. Dazu gehört, das Betriebssystem aktuell zu halten. Nur so werden auftretende Sicherheitslücken gestopft. Auch ein Virenscanner sollte auf dem Gerät drauf sein. Dafür reichen aber kostenlose Lösungen wie der vorinstallierte Microsoft Antivirus Defender bei Windows.

Bei Rechnern von Apple ist nichts vorinstalliert. Da muss man sich kümmern. Ohne Virenschutz sollte man nicht starten. Auch nicht, wenn man sagt: Mein Kind geht damit nicht ins Netz. Spätestens wenn man einen USB-Stick oder eine externe Festplatte anschließt, besteht da Gefahr.

Patrick Bellmer

Vor allem bei jüngeren Kindern sollte noch Schutzsoftware installiert werden. Die sorgt dafür, dass im Browser nur bestimmte sichere Seiten aufgerufen werden können. Außerdem wird verhindert, dass bestimmte Einstellungen am Gerät verändert werden können.

Solche Jugendschutzeinstellungen sind bei Windows etwas umständlicher einzurichten. Das geht bei den Tablets bei Apple und Android generell etwas einfacher. Da sind auch Zeitvorgaben für die Nutzung möglich. Das geht bei Windows nur mit Zusatzsoftware.

Patrick Bellmer

Für kleinere Kinder in der Altersgruppe 6 bis 8 gibt es spezielle Tablets mit Android. Bei diesen Geräten ist die Eingabe auf Kinder zugeschnitten: Es gibt größere Kacheln zum Tippen und auf Texteingaben wird möglichst verzichtet. Sensible Bereiche wie die Einstellungen sind durch Passwörter nur für die Eltern zugänglich. Zudem sind solche Geräte oft etwas robuster konstruiert und überstehen auch Stürze mal.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 01. Februar 2021 | 10:45 Uhr

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