Kfz-Schutzbriefe: Sicherheit im Pannenfall

02.07.2019 | 02:10 Uhr

Eine Playmobil-Figur auf einem Playmobil-Abschleppwagen mit einem Auto am Haken. 1 min
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Umschau-Quicktipp Kfz-Schutzbrief

Kfz-Schutzbrief

MDR JUMP Di 02.07.2019 02:10Uhr 00:56 min

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Das Auto bleibt nachts bei Regen auf einer dunklen Landstraße liegen. Oder es macht vollgepackt auf der Urlaubstour im Ausland Probleme. In diesen unangenehmen Situationen müssen Autofahrer nicht erst die Nummer der nächsten Autowerkstatt am Smartphone heraussuchen. Es reicht ein Anruf beim Anbieter des Schutzbriefes. Dieser übernimmt die weitere Organisation von der Reparatur bis zum möglichen Besorgen eines Mietwagens. Das ist vor allem im Ausland komfortabel, wenn man die Landessprache nicht spricht.

Viele Anbieter buhlen um Kunden

Ein Mann in Warnweste hat sein Auto auf dem Stadstreifen abgestellt und telefoniert an einer Notrufsäule. im Vordergrund steht ein Warndreieck.
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Vereinfacht gesagt gibt es drei Varianten von Schutzbriefen: Viele Autohersteller bieten Pannenhilfe im Rahmen von Mobilitätsgarantien meist kostenlos an. Bei vielen Kfz-Versicherungen ist der Schutzbrief in einigen Tarifen schon inklusive oder kann für einen vergleichsweise geringen Aufpreis dazu gekauft werden. Neben dem ADAC bieten noch zahlreiche andere Automobilclubs ihren Mitgliedern Pannenhilfe, wie etwa der Automobilclub von Deutschland (AvD), Autoclub Europa e.V. (ACE) oder auch der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD). Bei den Kerndienstleistungen gibt es bei allen Anbietern keine erheblichen Unterschiede. Die machen sich erst bei einzelnen Zusatzangeboten deutlich, deshalb lohnt sich ein genauer Blick in die Angebote.


Mobilitätsgarantie der Herstell
er

Bei zahlreichen Herstellern ist die Pannenhilfe für Neuwagenkäufer oder -leaser und gegebenenfalls auch für Gebrauchtwagenkäufer schon inklusive. Sie erhalten eine sogenannte "Mobilitätsgarantie", die neben der Hilfe für den Ernstfall oft auch einen Leihwagen enthält. Der Schutz ist üblicherweise aber an bestimmte Bedingungen geknüpft. Dazu zählt zum Beispiel, dass man die Inspektion regelmäßig in den Vertragswerkstätten machen lässt beziehungsweise eine bestimmte Fahrleistung nicht überschreitet. Auch bei der Hilfe selbst kann es Einschränkungen geben: Andere Pannenhelfer dürfen in der Regel nur Starthilfe leisten oder abschleppen. Würden sie Reparaturen durchführen oder gar Teile austauschen, könnte die Garantie verloren gehen.

Bei manchen Kfz-Versicherungen schon drin

Ein Kfz-Mechaniker überprüft die Batterie im Motorraum eines Pkw.
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Vor dem Eintritt in ADAC, AvD und Co. sollten Autofahrer noch einmal bei ihrer Kfz-Versicherung nachsehen. Viele Versicherer integrieren den Pannenschutz inzwischen zumindest in ihre etwas umfangreicheren und teureren Tarife. Ist das nicht der Fall, gibt es eine zusätzliche Police für Preise zwischen fünf, aber auch bis über 130 Euro pro Jahr. Mit den Versicherern bist du ähnlich gut abgesichert wie mit ADAC und Co. Auch hier empfiehlt sich der Blick ins Kleingedruckte, da die Unterschiede bei Leistungen und Erstattungshöhen in den Details liegen. Etwa bei den Regeln zum Abschleppen: Bei einigen Anbietern wird erst dann geholfen, wenn man weit genug (in der Regel mehr als 50 Kilometer) von zu Hause entfernt ist. Im Kleingedruckten gibt es bei einigen Schutzbriefen der Versicherer noch weitere Unterschiede. So werden im Ernstfall zum Beispiel die Abschleppkosten nur bis zu einer bestimmten Höhe übernommen. Auf der anderen Seite sind bei den Kfz-Versicherungen manche andere Leistungen inklusive, wie etwa Mietwagen oder auch Übernachtungskosten. Das ist bei manchen Automobilclubs nicht in der Pannenhilfe enthalten. Darüber hinaus bezieht sich üblicherweise der Schutz bei Kfz-Versicherungs-Schutzbriefen auf das konkrete Fahrzeug, bei Automobilclubs auf die versicherte Person.

Ältere Fahrzeuge

ein Auto wird vom Abschleppdienst abgeschleppt
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Für Autos, die über zehn Jahre alt sind, bieten viele Autoversicherer die Pannenabsicherung nicht mehr an, weil ihnen das Kostenrisiko zu groß ist. In diesen Fällen muss es dann wirklich ein Schutzbrief von einem Automobilclub sein. Die Angebote und Preise richten sich dabei nach deinen jeweiligen Bedürfnissen. Zum Vergleich: Beim ADAC kostet der europaweite Schutz 84 Euro pro Jahr, beim AvD sind dafür knapp 65 Euro fällig. Und bei der Bruderhilfe Automobil- und Verkehrssicherheitsclub (BAVC) zahlen Mitglieder jährlich ab 44 Euro für den europaweiten Schutzbrief. Andere Clubs wie der Auto-Club Europa (ACE) oder der Automobil-Club Verkehr (ACV) liegen mit 69 Euro beziehungsweise 59 Euro Jahresbeitrag im Mittelfeld. Achte bei allen Automobilclubs, Mobilitätsgarantien und Kfz-Versicherern darauf, ob der Schutz nur für Deutschland gilt oder ob das Ganze eine Europamitgliedschaft ist.

Achtung: Alle Anbieter haben ihre Preise nach unterschiedlichen Bedürfnissen und teils auch nach Alterklassen gestaffelt. Manchmal kommen Fahranfänger besonders preiswert zu einem Schutzbrief.

Kein Schutzbrief ist wirklich "schneller"

Denn die Pannenhelfer arbeiten zusammen. Solltest du also den Schutzbrief deines Neuwagenherstellers oder der Versicherung nutzen, kann bei einer Panne trotzdem der AvD oder der ADAC kommen. Das liegt daran, dass alle Schutzbriefanbieter in der Regel vernetzt sind und immer der Pannenservice geschickt wird, der am Pannenort die beste Abdeckung an Servicefahrzeugen hat. Dabei sind die Pannenhelfer angewiesen, niemanden zu bevorzugen. In der Regel wird der dringendste Fall am schnellsten angefahren.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 02. Juli 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Juli 2019, 02:10 Uhr