Was tun, wenn das Handy-Display kaputt ist?

04.11.2019 | 02:10 Uhr

Grafik: Das Display eines Handy´s zerspringt in viele Teile. 1 min
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MDR JUMP Mo 04.11.2019 02:10Uhr 01:07 min

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Tatsächlich ist das kaputte Display der häufigste Schaden bei Handys. Und tatsächlich wissen viele Nutzer nicht, dass so ein Schaden relativ leicht zu beheben ist. Knapp ein Drittel kauft sich deshalb unnötigerweise ein neues Gerät.

Wann das Display getauscht werden muss

Nicht jedes Mal, wenn das Handy durch einen Sturz einen Kratzer in der Oberfläche hat, muss auch gleich das ganze Display kaputt sein. Das ist in drei Ebenen aufgeteilt: dem Frontglas, dem Touchscreen und dem eigentlichen Display. Hast du also "nur" einen Kratzer oder Sprung im Frontglas, könnte es reichen, nur das Glas auszutauschen. Lässt sich aber das Handy nicht mehr bedienen oder hat eine defekte oder verwaschene Anzeige, dann ist höchstwahrscheinlich das Display kaputt und muss ersetzt werden.

Wann sich ein Tausch lohnt

 Smartphone mit gesplittertem Display
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Für alle der über einhundert gängigsten Smartphone-Modelle gilt: Je teurer das Gerät, desto teurer auch ein neues Display. Es kann bis zur Hälfte eines neuen Handys kosten. Hinzu kommen die Reparaturleistungen. Sie unterscheiden sich von Modell zu Modell kaum. Um die 50 Euro musst du dafür einrechnen. Denn Profis brauchen nicht mal eine halbe Stunde für den Tausch. Das heißt: Kostet ein Smartphone rund 500 Euro, ist mit Gesamtkosten von 200 bis 250 Euro für ein neues Display samt Tausch zu rechnen. Bei einem preiswerteren Smartphone für 170 Euro, werden etwa 100 Euro fällig.

Wo kannst du das Display tauschen lassen, was kostet es?

Es gibt, grob gesagt, vier Möglichkeiten, wie und wo das Display getauscht werden kann. Dabei ist wichtig, vorher zu prüfen, ob das Gerät noch Garantie hat, also in der Gewährleistungszeit liegt Die läuft in der Regel ab Kaufdatum über zwei Jahre und erlischt bei vielen Herstellern, wenn am Gerät angebrachte Siegel bei einer Reparatur von Fremdfirmen oder dem Eigentümer beschädigt werden. Möchtest du das Display innerhalb der Gewährleistungszeit tauschen lassen, wendest du dich am besten an den:

Händler oder Hersteller
Alle großen Marken bieten auf Ihrer Homepage einen Reparaturservice an. Gewährleistung auf den Rest des Gerätes, es werden Originalteile verbaut. Nachteil: Das Handy ist bis zu fünf Tage in der Reparatur, je nach Paketdienst kommen nochmal bis zu zwei Tage hinzu.

Onlineservice
Es gibt viele Reparaturserviceangebote im Netz. Dort gibst du deine Gerätemarke und das Modell an und erklären, was repariert werden soll. Achtung: Seriöse Anbieter schicken einen verbindlichen Kostenvoranschlag mit Festpreis für die Reparatur. Nach der Bestellung der Reparatur, bekommst du per Mail eine Paketmarke. Der Versand ist dabei also kostenlos. Vorteile: Du kannst dir einen Service aussuchen, die reine Reparaturzeit beträgt im Schnitt zwei Tage. Nachteil: Die seriösen Anbieter rauszufiltern, ist zum Teil mühselig. Achte vor allem auf klare Kostenvorgaben, eine gut erreichbare Hotline, eine 12monatige Garantie auf die verbauten Teile und die Erfahrungen anderer Kunden. Die Preise der Onlineservices sind in etwa mit denen der Hersteller vergleichbar.

Behandschuhte Hände reparieren ein Handy.
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Vor-Ort-Service
Viele Elektronikmärkte bieten eine Sofortreparatur an. Vorteil: Du bekommst meist nach zwei bis drei Stunden dein Handy zurück. Nachteile: Hat ein Markt das zu reparierende Gerät gerade nicht im Sortiment, kann es auch an Ersatzteilen fehlen. Es wird in der Reihenfolge der Kunden repariert. Herrscht also großer Andrang, muss mit längeren Wartezeiten gerechnet werden. Kurz vor Ladenschluss, bleibt das Handy meist über Nacht im Markt. Preislich liegt der Sofortservice nach unseren Recherchen bis zu zehn Prozent über den Onlineanbietern.

Selbstreparatur
Auf entsprechenden Hilfeseiten im Netz finden sich Anleitungen und Videos, wie so ein Display am Handy zuhause getauscht werden kann. Vorteil: Es ist keine Hexerei. Wenn du also handwerklich ein wenig begabt bist, kannst du das alte Display durch Erhitzen vom Gerät lösen und ein neues aufkleben. Du must aber schon genau arbeiten und Geduld mitbringen. Nachteile: Zusätzlich zum Display ist noch ein Reparaturset nötig, unter anderem mit Ablösekarte und neuen Klebestreifen, das hängt ganz vom Modell ab. All das gibt es im Internet zu kaufen. Achte bei einer Bestellung auf kleinste Details, so dass das Display schließlich auch wirklich passt. Preislich liegt die Do-it-yourself-Variante am günstigsten. Bei preiswerten Geräten ist das Display schon ab 50 Euro erhältlich, ein Reparaturset kostet zusätzlich ab zehn Euro. Du sparst hier vor allem die Handwerksleistung. Bei teuren Smartphone-Modellen kann das Austauschdisplay auch bis zu 250 Euro kosten.

Nur das Glas tauschen?

Sollte wirklich nur das schon erwähnte Frontglas kaputt sein, lohnt es sich, bei Händler, Hersteller oder Reparaturfirma nachzufragen, ob das Glas dort separat getauscht werden kann. Es kostet oft nur ein Drittel des kompletten Displays. Allerdings tauschen nicht alle Anbieter das Glas separat. Achte darauf, dass auf dem Kostenvoranschlag die Details klar formuliert sind. Du könntest das Glas theoretisch auch zu Hause tauschen. Allerdings ist das ungleich komplizierter als beim kompletten Display. Es besteht die Gefahr, dass dabei das "Restdisplay" oder gar das ganze Gerät kaputt geht.

Daten vor Reparatur speichern

Speicherkarte
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Wenn du ein Gerät einschickst oder abgibst, entfernst du vorher alle Sim- und Speicherkarten. Auch alle anderen Zubehörteile, wie Kopfhörer, Ladekabel, Halter sollten entfernt werden. Seriöse Reparaturfirmen weisen darauf auch ausführlich hin. Wenn es noch geht, sollten alle Daten auf einen externen Speicher geladen werden.

Display schützen

Du kannst vorsorglich dein Display mit Schutzhüllen oder speziellen Schutzgläsern und –folien vor Belastung und Sturz schützen. Das kostet wenige Euro und kann durchaus helfen.

Wenn gar nix mehr geht

Schmeiße das alte Gerät nicht einfach in den Müll. Es ist wertvoller Elektroschrott. Händler und Hersteller nehmen die Geräte teils gegen einen kleinen Rückbetrag an. Du kannst alte Geräte aber auch an Umwelt- und Hilfsorganisationen spenden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 04. November 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. November 2019, 02:10 Uhr