Jobangebote nach dem Corona Lockdown – diese Branchen suchen jetzt neue Mitarbeiter

Der Shutdown hat hunderttausende Arbeitsplätze gekostet. Und auch selbst wenn immer mehr Normalität in unseren Alltag einkehrt, kommen die Jobs nicht automatisch zurück. Wo kannst du jetzt krisensicher arbeiten?

Stellenanzeigen hängen am 04.06.2014 in Köln (Nordrhein-Westfalen) im Fenster einer Zeitarbeitsfirma. 1 min
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MDR JUMP Mi 10.06.2020 10:45Uhr 01:01 min

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Das ist der Stand auf dem Arbeitsmarkt

„Die Corona-Pandemie dürfte in Deutschland zur schwersten Rezession der Nachkriegszeit führen. Die Anzeigen für Kurzarbeit steigen auf ein noch nie dagewesenes Niveau…. Und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern ist regelrecht eingebrochen“, warnte der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele als er im Mai die Arbeitslosenzahlen für April 2020 vorstellte. Erstmalig  gab es in Deutschland keine sogenannte Frühjahrsbelebung, also einen deutlichen Anstieg an freien Stellen, im Gegenteil: Die Zahl der Arbeitslosen stieg, die Zahl der Menschen in Kurzarbeit ist enorm. Besonders im Gastro- und Tourismusgewerbe, bei freien Künstler- und Dozentenberufen sieht es nach wie vor dramatisch aus.

Das sind die Aussichten

Obwohl viele Geschäfte wieder geöffnet haben und auch Kurztrips und Urlaubsreisen im Sommer sehr wahrscheinlich sind, bleibt die Arbeitsmarktlage angespannt. Das Virus kann bei einem verstärkten Wiederauftreten regional für erneute Schließungen sorgen. Von einer normalen Lage sind viele Unternehmen also weit entfernt, auch weil sie schlicht und ergreifend Geldprobleme haben. "Trotzdem sind beispielhaft bei uns in Sachsen über 30.000 freie Stellen zu besetzen, das hat vom Niveau her nicht besonders nachgelassen", erklärt Frank Vollgold von der Arbeitsagentur-Regionaldirektion Sachsen. Wichtig: Auch die Arbeitsagenturen sind derzeit noch nicht so besetzt, dass uneingeschränkt vor Ort beraten werden kann. Alle relevanten Anträge und Anfragen kannst du aber per Telefon und online stellen.

Die Möglichkeiten für Kurzarbeiter

Hinweisschild -Freundliche Aushilfe gesucht!-
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Bist du wegen Kurzarbeit ganz oder teilweise zu Hause kannst du dir aktuell per Neben- oder Minijob so viel dazu verdienen, dass du auf dein eigentliches Nettogehalt kommst. Dazu unser Experte: "Das galt lange nur für systemrelevante Berufe, jetzt haben alle die Möglichkeit, ihr Gehalt so aufzustocken." Du solltest mit deinem eigentlichen Arbeitgeber abklären, ob das für ihn okay ist.

Das sind die gesuchten Jobs

Wirklich sichere Jobs gibt es trotzdem, da die Corona-Krise in vielen Bereichen auch Nachfrage und Bedarf geschaffen hat. Dazu unser Experte: "Im Moment und auch für die nächsten Monaten sehen wir einen großen Bedarf an allen sogenannte systemrelevanten Jobs. Ich denke da natürlich an Pflege. Aber auch Jobs im Lager- und Logistikbereich, bei der Grundversorgung, im Sicherheits- und Dienstleistungsbereich sind gefragt und werden es bleiben. Durch neue Unterrichts- und Betreuungsmodelle mit kleinere Klassen und Gruppen werden zusätzlich Lehrer und Betreuer gebraucht. Gleiches gilt für den Kranken- und  Pflegebereich. Auch im Verwaltungs- und Behördensektor hast du mit einer entsprechenden Ausbildung im Moment wirklich gute Chancen.

Da findest du die Jobs

Im Wesentlichen gibt es drei große Plattformen für Jobangebote:

Die Arbeitsagentur: Per Internet und aktuell auch Jobsuche-App kannst du beim der bundesweit größten Jobvermittler suchen. "Der Vorteil bei uns ist, dass wir die Jobangebote und die Arbeitgeber überprüfen. Stimmen die rechtlichen Rahmenbedingungen? Wie sind die Erfahrungen mit dem Arbeitgeber? Das gibt Ihnen als Jobsuchenden ein großes Maß an Sicherheit", so Arbeitsagentur-Experte Vollgold.

Die Zeitarbeitsfirma: Hier geht es oftmals um Geschwindigkeit. Firmen suchen für einen bestimmten Zeitraum möglichst schnell Mitarbeiter. Die Anbieter verdienen ihr Geld mit der Vermittlung von Jobs, das geht von deinem Gehalt ab. Lange Angestelltenverhältnisse sind eher nicht die Regel.

Die Jobportale: "Auf solchen Jobportalen finden Sie oft auch eins zu eins die Angebote der Arbeitsagenturen", so unser Experte. Der Unterschied: Onlinestellenanzeigen auf Jobportalen kosten Geld, teilweise bis zu 30 Euro pro Tag und Stelle. Das wird im Abo günstiger für den Anbieter, hat aber den Nachteil, dass manchmal Stellen einfach ohne Bedarf, sozusagen als Platzhalter ausgeschrieben werden. Bewirbst du dich darauf, gibt es unbegründete Absagen, das kann frustrieren. 

Allgemein gilt: "Gerade jetzt gibt es Angebote, wo die Firmen aktuell wahrscheinlich gar niemanden einstellen", so Frank Vollgold. Das sollte sich aber im Laufe des Jahres normalisieren.

Da gibt’s Informationen über deinen neuen Arbeitgeber

Willst du wissen, wie dein potentieller Arbeitgeber seine Angestellten behandelt? Dann helfen dir Bewertungsportale weiter. Hier hinterlassen aktuelle und ehemalige Mitarbeiter anonym einen oft realistischen Eindruck.

Die Chance zur Weiterbildung

Bist du auf der Suche nach einem Berufsfeld oder möchtest du dich einfach in deinem Job verbessern, hilft auch hier die Arbeitsagentur. Dazu Frank Vollgold: "Wir unterstützen Umschulungen und Qualifizierungen. Teilweise bezahlen wir bis zu 100 Prozent der Maßnahmen. Informieren können Sie sich dazu ausführlich in unserer sogenannten Lebensbegleitenden Berufsberatung."

Wichtig: Die Maßnahme muss Sinn machen. Bist du mitten in einer super bezahlten, sicheren Festanstellung, gibt’s voraussichtlich nicht die volle finanzielle Unterstützung.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 10. Juni 2020 | 10:45 Uhr

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