Intelligente Stromzähler

31.03.2020 | 02:10 Uhr

Bis 2032 soll jeder in Deutschland einen modernen Stromzähler haben. Wir klären jetzt, was das bringt, was es dich kostet und wann du mit dem Einbau rechnen musst.

Intelligente Stromzähler 1 min
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MDR JUMP Di 31.03.2020 02:10Uhr 01:04 min

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Neue, intelligente Stromzähler machen in Ländern wie Schweden, Finnland und Spanien die Steuerung von Stromangebot und Nachfrage einfacher. Sie sparen Strom und geben den Versorgern gerade bei erneuerbaren Energien, wie Wind- und Solarstrom eine bessere Versorgungssicherheit. Die großen Versorger können Mithilfe der Zähler punktgenau feststellen, wieviel gerade wo verbraucht oder eben auch eingespeist wird. Längst sollte das auch in Deutschland möglich sein. Jetzt macht die EU Druck und Deutschland muss bis spätestens 2032 mit dem Umstieg auf sogenannte Smart Grids fertig sein. Nur so können die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut und gleichzeitig die Versorgungssicherheit gewährt werden.    

Welche Arten gibt es?

Smart-Meter, so werden die digitalen Zähler auch genannt, kommen bei uns in den nächsten Jahren in zwei Varianten zum Einsatz:

Ein digitaler Stromzähler mit Display. Der zeigt dir den Verbrauch pro Woche, Monat und Jahr an. Mehr kann er erstmal nicht, er wird auch wie gewohnt vom Kunden abgelesen.

Ein intelligenter Zähler ist im Prinzip das Gleiche, nur aufgerüstet mit einem internetfähigen Kommunikationsmodul, dem sogenannten Gateway. Da ist tatsächlich eine Telefonkarte verbaut, über die der Energieversorger mit dem Zähler in Kontakt treten kann.

Wer bekommt welchen Zähler?

Staatlich vorgesehen ist ein digitaler Stromzähler für alle Kunden, die im Jahr weniger als 6000 Kilowattstunden Strom verbrauchen.

Wer darüber liegt oder/und auch noch Strom selber mit Solarmodulen erzeugt und über sieben Kilowattstunden im Jahr einspeist, bekommt einen intelligenten Zähler mit dem erwähnten Gateway. Das gilt auch für Nutzer von Nachtspeicherheizungen oder auch Wärmepumpen, sogenannten unterbrechbaren Nutzungseinrichtungen. 

Achtung: Wer möchte, kann sich statt eines einfachen auch gleich einen intelligenten Zähler einbauen lassen. Das musst du nur schriftlich beantragen.

Welche Vorteile haben die Zähler für dich?

Der einfache digitale Zähler zeigt dir den Verbrauch an. In vielen Fällen können diese Geräte später aufgerüstet werden.

Die intelligenten Zähler übermitteln mit Zustimmung des Kunden die Verbrauchsdaten Viertelstunden genau an den Versorger beziehungsweise Zählerbetreiber. Der stellt die Daten auf eine Plattform und dort können sie vom Kunden über Internetzugang oder eine entsprechende App abgelesen werden. Vorteil für dich als Kunde:

Du hast deinen Stromverbrauch inklusive Verbrauchstatistik jederzeit vor Augen. So weißt du immer, was du gerade verbrauchst, bei der Grundlast, also wenn nur Kühlschrank oder Geräte im Standby-Modus laufen oder eben auch, wenn Waschmaschine und Klimagerät aktiv sind.

Du bekommst ein Gefühl dafür, was wann verbraucht wird und es fällt viel eher auf, wenn du ungewöhnlich viel verbrauchst, weil vielleicht der Kühlschrank verreist ist und besonders viel Strom zieht. Mit smartem Stromzähler können in Zukunft auch die Abrechnungen immer gleich an den aktuellen Verbrauch angepasst werden, das schützt vor großen Nachzahlungen. Und es sind Sonderangebote der Stromanbieter drin, wie etwa täglich eine Stunde Strom zum halben Preis. Es kann ja nun ganz genau erfasst werden, wann du wieviel verbraucht hast.    

Wer baut die Zähler ein?

Das ist dein sogenannter grundzuständiger Messstellenbetreiber. Also die Stelle, die deinen Stromzähler besitzt und verwaltet. Das sind in den meisten Städten die Stadtwerke und auf dem Land meistens die großen Energieversorger, die oftmals auch die Grundversorgung sichern. Sie müssen es aber nicht sein. Wenn du Post bekommst und nicht sicher bist, ob das alles so korrekt ist, fragst du einfach bei deiner Stadt oder Gemeinde nach, wer wirklich zuständig ist. Du hast aber auch die Wahl, sich von einem anderen Anbieter den Zähler wechseln zu lassen. Das ist jetzt erstmals möglich. Also kann das auch dein aktueller Stromanbieter erledigen, wenn du das möchtest.

Um den Wechsel an sich kommst du nicht herum, der ist gesetzlich vorgeschrieben.

Was kostet das?

Einfache digitale Zähler dürfen maximal 20 Euro pro Jahr kosten. Die intelligenten Geräte sind teurer: Hierfür musst du mit rund 90 Euro pro Jahr rechnen. Dafür decken diese Geräte aber auch Stromfresser in deinem Haushalt auf, was sparen helfen kann.   

Was musst du tun?

Eigentlich nichts. Die erwähnten grundzuständigen Messstellenbetreiber melden sich bei dir. Innerhalb von drei Monaten gibt es dann einen mit dir abgesprochenen Termin, bei dem ein Elektriker deinen Zähler tauscht. Sprich als Mieter mit deinem Vermieter, wer beim Wechsel vor Ort sein soll.

Intelligente Zähler sollen möglichst bald eingebaut werden, da kannst du also zeitnah mit Post rechnen. Die einfacheren "nur" digitalen Zähler haben noch Zeit. Da kann es also noch Jahre dauern, eh sich bei dir jemand meldet.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 31. März 2020 | 11:45 Uhr

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