Warum eine Hundeschule für jeden Hund gut ist und wie du die richtige findest

Hunde brauchen Regeln! Klare Kommandos, eine sichere und vertrauensvolle Führung sind für sie enorm wichtig. Viele Hundebesitzer sind genau damit überfordert. Die Hundeschule ist für sie ein Ausweg und geradezu ein Muss.

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MDR JUMP Mi 27.01.2021 10:45Uhr 01:04 min

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Darum sollte jeder Hund in die Schule

Im besten Fall erreicht dein Hund das geistige Niveau eines zwei bis maximal dreijährigen Kindes. Er braucht also sein Leben lang eine Führungsperson, einen Menschen, der ihm klar zeigt, was geht und was nicht. Der ihn aber auch an neue Situationen heranführt, ihm die Angst nimmt und ihm seine Grenzen aufzeigt. Die Kommunikation sollte knapp und klar verständlich für den Hund sein. Je besser sie funktioniert, desto schöner das Leben für alle Beteiligten.

Dazu Hundetrainerin Bettina Krist aus Leipzig: "Es gibt Menschen, die haben von Natur aus ein Gefühl, mit ihrem Hund gut zu kommunizieren. Anderen fehlt das nahezu vollständig. Besonders die brauchen eine Anleitung, wie sie mit Ihrem Hund richtig umgehen. "Eine gute Hundeschule vermittelt die Techniken, die du brauchst, um deinem Hund richtige Kommandos beizubringen, schwierige Kontakte mit anderen Hunden zu meistern und schlechte Angewohnheiten abzustellen. Insofern ist eine Hundeschule kein Muss, aber für jeden Besitzer empfehlenswert.

Das ideale Alter für den ersten Besuch

Dazu rät unsere Expertin: "Sie sollten so früh wie möglich mit der Erziehung beginnen. Nicht erst nach einem halben Jahr wenn der Hund schon für sich festgelegt hat, wer das Sagen hat und wo sein Platz ist." So vermeidest du, dass der Hund schlechte Gewohnheiten annimmt oder gar Ängste vor bestimmten Geräuschen oder anderen Tieren entwickelt, die später nur sehr schwer wieder abzustellen sind. Ideal ist für Welpen ein Kurs ab der 9 bis 12 Woche, vorher gibt ein guter Züchter einen Hund ohnehin nicht ab.

Nächste Sendung im MDR Fernsehen

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12.05.2021, 19:50 Uhr /
18:00 Uhr in der Mediathek

aus dem Tierheim Delitzsch

Was ein Welpe in der Schule lernt

In der Prägephase deines Welpen ab der 8. Woche ist es wichtig, dass er auf alle möglichen Situationen seines täglichen Lebens vorbereitet wird: Der Kontakt zu anderen Hunden und  Menschen zählen dazu, ebenso die Reaktion auf Umwelteinflüsse, Geräusche, Autos usw. Er muss lernen, was er darf und was nicht, was gefährlich ist und in welchen Punkten er sich voll auf dich und deine Führung verlassen kann. Deswegen muss er im Welpenkurs alle wichtigen Grundkommandos wie Sitz, Platz, Steh oder auch Fuß und Aus lernen und beherrschen. Er lernt, an der Leine zu laufen, dir aber auch ohne zuverlässig zu folgen. Und vor allem muss ein Welpe sehr schnell lernen, mit Ängsten und Frust umzugehen.  

Was der Kurs kostet

In der Regel wird in Gruppen mit bis zu sechs Hunden unterrichtet. Die Stunde kostet ab 15 bis 20 Euro, es geht aber auch teurer. Welpen brauchen ein paar Unterrichtseinheiten mehr als größere Hunde. So musst du für einen Welpenkurs bei 8 Einheiten zwischen 100 und 150 Euro einplanen. Für Problemfälle gibt es Einzelstunden, die kosten dann aber leicht 50 bis 100 Euro pro Einheit. Dafür wird gezielt auf das Problem deines Hundes eingegangen. 

 Schule geht in jedem Alter

Hunde sind ihr Leben lang lernfähig. Auch ein zehn Jahre altes Tier aus dem Tierheim kann sehr erfolgreich gemeinsam mit dir in der Hundeschule trainieren. Und das ist bei unklarem Vorleben auch ratsam. Die Trainer erkennen nämlich ziemlich schnell, welche "Macken" und Probleme dein Hund auf seinem bisherigen Lebensweg angesammelt hat. Dazu Hundetrainerin Krist: "Manche Besitzer benötigen tatsächlich erstmal ein Einzeltraining, weil ihre Hunde gar nicht in der Lage sind, auf Ihre Herrchen zu achten, geschweige denn zu reagieren. Die Hunde sind einfach so auf Außenreize fixiert, das müssen wir dann erstmal korrigieren."

 Hundeschule ohne Hund? Auch das geht…

Gerade als Vorbereitung auf einen neuen Mitbewohner kann so ein Kurs nur für Menschen sehr hilfreich sein. Dazu die Expertin: "Ja, Sie können auch ohne Hund zu uns kommen. In speziellen Workshops bekommen Sie als zukünftiger Hundebesitzer Informationen zu den Anschaffungen, zur Einrichtung, Futter und der richtigen Unterbringung ihres Welpen." Wichtig ist den Hundeschulen, den zukünftigen Frauchen und Herrchen im Vorfeld klar zu machen, wieviel Arbeit, nötige Zeit und Zuwendung da auf sie zukommt.

 Hausaufgaben sind wichtig

Die Hundeschule ist nur ein kleiner Baustein in der Hundeerziehung. "Es muss immer und wirklich täglich zu Hause geübt werden. Denn der Alltag zwischen Mensch und Hund ist ja das Entscheidende, dort müssen Sie einfach dran bleiben", rät Bettina Krist.

 So findest du die richtige Schule

Am besten, du findest eine Hundeschule in deiner Nähe. Dann gibt es weniger An- und Abfahrtstress für den Hund. Unsere Hundetrainerin rät außerdem: "Schauen Sie nach dem Kursangebot, welche Trainingsmethoden werden angewendet. Das sollte gut beschrieben sein. Beobachten Sie mal ein Training: Schreien die Trainer viel rum, zerren an der Leine oder sind die Hunde im Unterricht viel sich selbst überlassen, sind das keine guten Zeichen."

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 27. Januar 2021 | 10:45 Uhr

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