So findest du die richtige Hundeleine für deinen Hund

Damit Balu und Co. beim Gassi gehen sich und andere nicht gefährden, lässt sich eine Leine oft nicht vermeiden. Wir sagen dir, wie du die richtige für deinen Hund findest und so einsetzt, dass es kein Gezerre gibt.

Warum eine Leine überhaupt nötig ist

Oftmals wird sie nur als Einschränkung für den Hund angesehen. Warum eine Leine aber wichtig für Hund, Besitzer und die Umgebung ist, erklärt Hundetrainerin Beatrice Krist aus Leipzig: „Die Leine vermittelte dem Hund eine Sicherheit, durch die Verbindung mit dem Besitzer. Das Tier spürt, da ist jemand nah bei mir. Gerade in beengten Situationen in der Stadt, mit lauten Geräuschen und überraschenden Begegnungen, ist das wichtig.“ Natürlich schützt die Leine auch Mensch und Tierwelt bei Hunden, die ihren Spiel- und Jagdtrieb nicht unter Kontrolle haben. Im Idealfall akzeptiert der Hund die Leine und der Hundehalter kann damit den gewünschten Abstand zwischen sich und dem Hund regulieren. Wichtig: In vielen Bundesländern sind Leinen in der Öffentlichkeit Pflicht.

Nächste Sendung im MDR Fernsehen

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27.10.2021, 19:50 Uhr /
18:00 Uhr in der Mediathek

aus dem Tierheim Bischdorf bei Löbau/Sachsen

Die wichtigsten Leinenarten – und ihre Anwendung

Es gibt nicht die eine Leine für alle Gelegenheiten obwohl eine Art das ein bisschen suggeriert: Die Flexileine ist dünn, bis zu 20 Meter lang und kann bei Bedarf vom Halter per Knopfdruck eingerollt werden. Vorteile: Flexileinen sind leicht, kompakt und bieten dem Hund einen großen Bewegungsspielraum. Nachteile: Viele Hunde nutzen diesen Spielraum in jeder Situation aus, sodass sie oft an der Leine zerren. Mit Führung und Sicherheit hat das wenig zu tun. „Noch dazu können gerade kleine Hunde mit dünnen Beinen sich in den langen Leinen verheddern und verletzten“, warnt unsere Expertin. Leinenführigkeit, also einen guten Gang an der Leine, lernen Hunde mit dieser Leine nur schwer.

Im Normalfall lernt und läuft ein Hund an einer klassischen Führleine. Die kann eine feste Länge von knapp zwei Metern bis zu acht Metern haben oder durch mehrere Ösen in der Länge verstellt werden. In der vollen Stadt ist eine kurze Leine besser. Bei Spaziergängen mit viel Platz geht mehr Länge, damit der Hund sich freier bewegen, schnüffeln und Gassi machen kann. Ein direkter Kontakt mit dem Hund ist gut möglich und bei guter Ausbildung zerrt weder Hund noch Herrchen. „Eine gute Leinenführigkeit erkennen Sie daran, dass die Leine locker durchhängt“, weiß Hundeexpertin Beatrice Krist. Sogenannte Retrieverleinen, die fast ausschließlich für bestimmte Trainingsarten gedacht sind, sollten nur von Könnern bei schon gut ausgebildeten Hunden angewendet werden.

Immer wieder sieht man extra lange Hundeleinen, sogenannte Schleppleinen. Ihren Einsatz erklärt unser Expertin: „Sie dienen unter anderem zum Training und als letztes Mittel, den Hund zurückzuholen. Bei guter Leinenführigkeit kann eine Schleppleine auch gern mal 20 Meter lang sein.“ Ein Freibrief für uneingeschränkte Bewegung im Wald sollten sie aber nicht sein. „Wenn ich weiß, mein Hund jagt und geht auch zu Menschen hin und lässt sich nicht zurückrufen, dann muss so eine Leine unbedingt kürzer gehalten werden“, so Beatrice Krist. Wichtig: Als Einsteiger solltest du dich bei der Auswahl der Leine und der richtigen Handhabung ausführlich beraten lassen.

Die richtige Länge

...hängt davon ab, was du mit deinem Hund vorhast und wo ihr unterwegs seid. In der vollen Stadt und besonders auch bei unsicheren Welpen sind 1,50 Meter gut, im Park und Wald können es gut acht Meter werden und ist der Hund gut trainiert sind auch die erwähnten 20 Meter drin. Wichtig: Auch das Gewicht und die Kraft deines Hundes spielen eine Rolle. Du musst in der Lage sein, deinen Hund in kürzester Zeit zu dir, beziehungsweise aus einer gefährlichen Situation holen zu können.

Das richtige Material

ist nur fast Geschmacksache: Lederleinen sind mit oder ohne Füllmaterial für Hunde meist angenehm zu tragen, können aber gerade von Welpen schnell zerkaut werden und müssen regelmäßig gepflegt werden. Leinen aus Kunstleder sind pflegeleichter, werden aber schneller brüchig und müssen deshalb mit Filz oder anderem Material verstärkt werden. Kunststoffleinen halten auch ohne Pflege lange durch und sind sehr pflegleicht und in vielen Längen, Dicken und Farbe zu haben.

Aufgepasst bei schweren Burschen

Schon Hunde mit 10 Kilo Gewicht können ordentlich an der Leine ziehen. Bei Tieren mit 30 bis 40 Kilo wird ein plötzliches Anziehen für den Halter schmerzhaft. Dagegen helfen Leinen, die sich auf Zug etwas dehnen.

Früh übt sich – am besten bei den Profis

Was das Hänschen nicht lernt, lernt der Hans nur ganz schwer. Will sagen: Auch ein Hund mit elf oder zwölf Jahren kann noch an die Leine gewöhnt werden, es dauert aber lange. Deshalb empfiehlt unsere Expertin: „Man sollte mit dem Training direkt im Welpenalter loslegen. Ab der achten bis zwölften Woche ist ideal. Ein gutes Leinentraining ist komplex aufgebaut, in einer ruhigen, möglichst reizarmen Umgebung. Im Idealfall erzielen Sie schnelle Erfolge, müssen aber konsequent dranbleiben und auch zu Hause immer weiter trainieren.“

Wenn dein Hund die Leine nicht mag

Das kann oft am falschen Training und dem falschen Umgang im Alltag liegen. „Manche Halter gehen ohne Training mit dem Hund los, der Hund zieht an der Leine, der Halter geht hinterher und bestätigt den Hund so in seinem Verhalten“, beschreibt Beatrice Krist. Im Ergebnis haben diese Halter dann regelmäßig nach dem Gassigehen einen langen, schmerzenden Arm und einen Hund, der ständig versucht, von seiner Leine wegzukommen. In so einem Fall sollest du unbedingt ein Training einplanen. Wenn dein Hund erst gar keine Lust auf seine Leine hat, kann das an falscher Ausbildung oder/und Handhabung liegen. „Da kann es manchmal schon helfen, wenn Sie Leine, Halsband oder Brustgeschirr einfach mal komplett wechseln. Verbunden mit einem Training, signalisieren Sie dem Hund, jetzt beginnt was ganz neues, spannendes. Im Idealfall steigt Ihr Hund darauf ein“, so unsere Expertin.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 06. Oktober 2021 | 11:45 Uhr

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