Mobil mit dem Hund – So kann das klappen

Der geliebte Vierbeiner muss mit! Viele Hundebesitzer wollen auch auf beim Fahrradfahren gern ihr Haustier dabeihaben. Mit viel Üben und der richtigen Ausrüstung ist das meist auch kein Problem.

Fahrradfahrer mit Hund an Leinenhalter 1 min
Bildrechte: IMAGO / Michael Gstettenbauer

Klappt nur, wenn der Hund hört

„Grundgehorsam“ ist aus Sicht von Birthe Thompson vom Online-Magazin „Wissen-Hund“ die wichtigste Voraussetzung, damit Mensch und Hund gemeinsam sicher mit dem Fahrrad starten können. Das sei vor allem dann wichtig, wenn der Vierbeiner an einer Leinenhalterung neben dem Fahrrad läuft. Birte Thompson arbeitet als Hundecoach und sagt:

Birthe Thompson
Bildrechte: privat

Der Hund muss zwingend unseren Signalen folgen und aufs Wort hören. Wenn wir mit dem Rad unterwegs sind, haben wir nicht den direkten Zugriff auf unseren Hund.

Unsere Expertin rät von Touren mit Hunden ab, die nicht zuverlässig auf Kommandos hören, andere Tiere jagen oder die Angst haben. Zudem müsse der Hund schon an das Rad gewöhnt sein.

Der Hund darf keine Angst vor dem Rad haben und auch nicht nichts Rad laufen. Vielleicht die Vorderpfoten in die Speichen hauen und an uns hochspringen. Er muss wirklich souverän am Rad laufen können.

Das sollten Hundebesitzer auch nur fitten Tieren zumuten und im Zweifel mit sehr kurzen Touren starten. Dann können Belastung und Entfernung für den Hund ganz langsam gesteigert werden.

Kleine Strecken, langsam anfangen und Pause machen. Und schauen, wenn man aufhört zu fahren: Was macht der Hund? Läuft der freudig weiter oder geht der riechen oder legt er sich ab?

Das Ablegen sei ein Zeichen dafür, dass die Belastung schon etwas zu hoch war. In dem Fall sollten Hundebesitzer nur langsam weiterlaufen und das Rad auch nur schieben.

Nächste Sendung im MDR Fernsehen

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01.12.2021, 19:50 Uhr /
18:00 Uhr in der Mediathek

aus dem Tierheim Leisnig

Was sollte mit auf die Radtour?

Das hängt von der Strecke ab. Bei kurzen „Hunderunden“ reicht eine Wasserflasche. Längere Touren sollten schon etwas besser vorbereitet werden. Das gilt vor allem dann, wenn der Hund an der Leine läuft und nicht im Korb oder Wagen sitzt. In den Rucksack oder die Fahrradtasche gehören dann:

  • Erste-Hilfe-Kit mit Desinfektionsmittel, wenn der Hund sich an Scherben oder Steinen verletzt
  • gutsitzende Hundeschuhe, falls eine Pfote verletzt ist und die Tour weitergehen muss. An die muss das Tier auch schon gewöhnt sein.
  • Pfotenbalsam wie Hirschtalg
  • viel Wasser
  • Decken und Handtücher
  • Zecken- und Insektenschutz
  • Sonnenschutz für Tiere, deren Fell nicht besonders dicht
  • „Licht“ für den Hund: Halsband mit Leuchten und Warnweste

Im Fachgeschäften für Hundebedarf und online gibt es die nötige Ausrüstung für sichere Fahrradausflüge. Wir haben mit Birthe Thompson ein paar Tipps zu den verschiedenen „Beförderungsvarianten“ zusammengestellt.

Leinenhalter oder auch „Springer“

Diese Metallhalterung in U- oder auch T-Form wird ans Fahrrad geschraubt. Sie soll den Hund und die Leine etwas auf Abstand zu den Laufrädern halten. Zudem sind in den Halterungen Federn verbaut, die ruckartige Bewegungen des Hundes etwas abfedern. Das ist deutlich verkehrssicherer, als die Leine einfach am Lenker oder am Sitz zu befestigen. Einfache Leinenhalter gibt es schon ab 30 Euro.

Da muss ich mir vorher anschauen, welcher Springer für mein Fahrrad geeignet ist. Manche sind von der Montage her nur für dünne Rahmen geeignet. Manche gehen mit dem Bolzen an die Sattelstange. Und manche sind auch recht hoch angebracht.

Etwas kleinere Hunde würden dann vereinfacht gesagt am „Springer“ hängen. Die Leinenlänge müsse auch stimmen. Die Leine dürfe nicht zu kurz sein. So habe das Tier nicht genug Bewegungsfreiheit. Bei zu langer Leine könne der Hund trotz Halterung ins Vorderrad gelangen.

Es gibt auch Leinenhalterungen mit Klettverschluss. Die helfen, wenn der Hund dann doch mal ruckartig das ‚Team‘ verlässt. Dann öffnet sich der Klettverschluss und bewahrt mich vor einem Sturz.

Hundecoach Thompson rät zudem davon ab, Hunde dauerhaft neben dem Fahrrad laufen zu lassen, für die ein Maulkorb vorgeschrieben ist. Viele professionelle Maulkörbe seien zwar auf Bequemlichkeit ausgelegt und erlaubten den Tieren auch, zu hecheln. Bei großer Anstrengung schwelle aber Hunden die Muskulatur an. Dann könne der Maulkorb sehr unbequem werden.

Körbchen

Ab vierzig Euro aufwärts gibt es Hundekörbchen, die am Lenker oder auf dem Gepäckträger montiert werden. Die eignen sich bauartbedingt nur für kleinere und leichtere Tiere.

Da sollte man schauen: Für welches Gewicht und für welche Hundegröße sind die ausgelegt. Das variiert beim Gewicht so zwischen 6 und 12 Kilo. Und bei der Hundegröße geht’s um den Widerrist vom Tier. Der Korb muss so hoch sein, dass es für das Tier bequem ist.

Hier reiche die Spanne der Körbe von 15 bis 35 Zentimeter. Sinnvoll sei ein Bügel. Der verhindert, dass ein Hund während der Tour den Korb verlässt. Auch ein Schutz vor Sonne oder Regen ist aus Sicht unserer Expertin sinnvoll. Einen Vorteil haben die Körbchen: Hundebesitzer können sie in die Wohnung oder ins Haus stellen und ihr Tier so daran gewöhnen.

Rucksack

Ab ca. 60 Euro gibt es Rucksäcke, in den der Hund auf der Fahrradtour transportiert werden kann. Alternativ gibt es auch Fahrradtaschen, in denen kleine Hunde mitgenommen werden. Diese Beförderungsmöglichkeit ist aus Sicht von Hundeexpertin Thompson eher nur etwas für kurze Touren „um die Ecke“.

In den Rucksäcken ist der Hund nicht in seiner natürlichen Form unterwegs. Der ist immer gestaucht und die Fahrt staucht auch immer die Wirbelsäule.

Für längere Touren sei das nicht zu empfehlen.

Fahrradanhänger

Einer der Hunde von Birthe Thompson im Anhänger
Einer der Hunde von Birthe Thompson im Anhänger Bildrechte: privat

Mit einem Fahrradanhänger können auch etwas größere und schwere Hunde auf der Tour mit dabei sein. Etwa wenn das Laufen an der Leine zu anstrengend oder zu unsicher ist. Alternativ sind die Anhänger auch eine perfekte Ruhevariante für zwischendurch. Preislich ist alles möglich: Einfache Hunde-Anhänger gibt es für ein paar hundert Euro. Die sind dann meist nicht ganz so leicht, robust, geräumig und gefedert wie teure Modelle. Die kosten dann schnell mal 500 Euro und mehr.

Wichtig ist da die Bereifung. Die muss zum Hundegewicht und zum Gelände passen, in dem ich unterwegs sein will. Manche Modelle haben nur zwei dünne Reifen. Das kann schon mal eine wacklige Angelegenheit werden. Vor allem wenn mein Hund hinten auch etwas unruhig wird.

Aus Sicht der Hundehalterin sind Anhänger mit drei Rädern meist etwas „geländegängiger“ und stabiler.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 25. August 2021 | 11:45 Uhr

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