Was tun, wenn ein Haustier gestorben ist?

Wenn ein geliebtes Haustier stirbt, ist das für die Besitzer schmerzvoll und viele möchten, dass der ans Herz gewachsene Begleiter auch in Würde eine letzte Ruhestätte findet. Doch was ist in Sachen Tierbestattung erlaubt und was ist zu beachten?

Grabplatte mit eingraviertem Hundekopf 1 min
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MDR JUMP Mi 10.02.2021 10:45Uhr 01:14 min

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In Deutschland sterben jedes Jahr etwa 1,3 Millionen Hunde und Katzen. Die Hälfte von ihnen wird auf Privatgrundstücken beerdigt. Ein Großteil der verbleibenden Tiere wird in Krematorien verbrannt. Rund 10.000 erfahren eine körperliche Beisetzung auf einem Tierfriedhof. Tendenz steigend.

Wer hat die Verantwortung?

Grundsätzlich entscheidet der Besitzer, was mit dem verstorbenen Haustier passieren soll. Er ist somit verantwortlich, die entsprechenden Gesetze einzuhalten. Das klingt vielleicht etwas übertrieben. Aber wer beispielsweise auf die Idee kommt, den geliebten Hund im Wald auf seiner Lieblingsrunde ein schönes Plätzchen zu suchen und ihn dort zu vergraben, der kann mit bis zu 15.000 Euro Strafe rechnen. Wald ist also definitiv tabu!

Welche Möglichkeiten gibt es?

Tierfriedhof
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  • Nach dem Ableben kann man sein Haustier ganz einfach zum Tierarzt bringen. Für ca. 20 Euro sorgt der Tierarzt für eine Beseitigung des Tieres.
  • Man kann es aber auch einen der zahlreichen Tierbestatter anvertrauen. Der Bundesverband der Tierbestatter hilft bei der Suche und gibt Tipps zu Ablauf und Kosten. Es gibt in Deutschland spezielle Tierfriedhöfe, wo die Tiere ihre letzte Ruhestätte finden können. Seit 2015 gibt es auch Mensch-Tier-Friedhöfe, wo die Urne des geliebten Haustieres mit in das eigene Grab kommt.
  • Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, Tiere auf dem eigenen Grundstück zu begraben.
  • Kleintiere dürfen sogar im Hausmüll entsorgt werden.

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12.05.2021, 19:50 Uhr /
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aus dem Tierheim Delitzsch

Was für ein Tier habe ich?

Bevor man sich nun für eine der Möglichkeiten entscheidet, muss man sich klarmachen, hat man ein Kleintier oder ein Großtier. Der Gesetzgeber ist hier relativ eindeutig: Laut einem Urteil des BGH von November 2007 sind Kleintiere solche Tiere, die in einem geschlossenen Gefäß gehalten werden. Also Fische, Hamster, Vögel usw. Katzen und Hunde zählen demnach nicht zu den Kleintieren. Und genau da wird’s ein bisschen knifflig. Während nämlich eben genannte Kleintiere tatsächlich über den Hausmüll und die Biotonne entsorgt werden dürfen, ist das bei Hunden und Katzen laut Tierkörperbeseitigungsgesetz verboten.

Begraben im Garten

Egal, ob Groß- oder Kleintier, wenn sich das Grundstück nicht in einem Wasser- oder Naturschutzgebiet befindet oder an ein solches grenzt, sollte das Begraben in der Regel problemlos möglich. Ein Kriterium ist allerdings auch hier die Größe: Ein Tier bis zu 10 Kilo Gewicht stellt hier kein Problem dar, alles darüber spricht man am besten mit seiner Gemeinde ab. Die Regelungen sind von Bundesland zu Bundesland und sogar von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Meist gleich sind Angaben zur Lage und Tiefe des Grabes. Die letzte Ruhestätte sollte drei Meter von öffentlichen Wegen entfernt sein. Das Grab muss ausreichend tief, und das Tier mit gut einem halben Meter Erde bedeckt sein. Wichtig ist noch zu beachten, dass das Tier nicht an einer ansteckenden Krankheit verstorben ist, denn dann muss man das Veterinäramt oder den zuständigen Tierarzt einschalten. Wer sein Tier einäschern lässt, darf auf jeden Fall, auch ungefragt, die Asche in seinem Garten vergraben oder verstreuen.

Die Tierbestattung

Derzeit gibt es in Deutschland etwa 130 Tierfriedhöfe. Tierbesitzer haben hier die Möglichkeit zu wählen, ob sie ihr Haustier in einem anonymen Sammelgrab oder einem Einzelgrab bestatten wollen. Das kostet bis etwa 300 Euro, kann aber mit entsprechend aufwendigem Sarg oder Urne auch noch deutlich teurer werden. Kosten für Grabmiete und, wenn gewünscht, Grabpflege kommen noch hinzu. Wer sein Tier vor der Beerdigung einäschern lassen möchte, kann zwischen einer Einzel- oder Sammeleinäscherung wählen. Eine Besonderheit ist, dass man die Urne mit der Asche des Tieres – im Gegensatz zum Humanbereich – dann ohne weiteres mit nach Hause nehmen darf. Die Asche darf dann, wie erwähnt im Garten begraben werden oder auch im Wald oder am See verstreut werden. Rechtliche Vorschriften für den Umgang mit Tierurnen gibt es nicht.

Symbolbild Tiereinäscherung
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Preislich ist das Einäschern allgemein günstiger als eine herkömmliche Sargbestattung. Aber auch hier bieten die Tierbestatter von der stillen Trauerfeier, bis hin zur Rede und einer DVD mit Aufzeichnung der Zeremonie eine große und mitunter kostspielige Palette an Möglichkeiten an. Urnen können bis zu 1.000 Euro kosten.

Tatsächlich ausstopfen?

Immer mehr Tierbesitzer lassen Bello, Minka und Co. nach dem Ableben ausstopfen. Das ist kein Problem, nur sehr kostspielig. Wer seinen Liebling aber tatsächlich nahezu lebensecht bei sich haben will, der kann auf das Können von Tierpräparatoren zurückgreifen. Für einen Wellensittich bezahlt man ca. 100 Euro, für eine Katze ca. 450 Euro und ein Hund kann bis zu 1.000 Euro kosten.

Fazit

Man kann sein verstorbenes Haustier für relativ wenig Geld einfach „abgeben“. Man kann es aber auch aufwendig und sehr würdevoll zur letzten Ruhe betten lassen oder auf dem eigenen Grundstück begraben. Man muss allerdings die gültigen Vorschriften einhalten. Wie man das Ableben gestaltet ist sicherlich Geschmackssache und auch eine Frage des Geldbeutels.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 10. Februar 2021 | 10:45 Uhr

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