Handy verloren, was tun?

14.04.2020 | 02:10 Uhr

Wer das Handy verliert, muss nicht nur das teure Gerät ersetzen. Oft sind auch wichtige und sensible Daten weg. Was man tun kann, fassen wir jetzt kurz zusammen.

Ein junger Mann benutzt am 01.04.2015 in Würzburg (Bayern) ein Smartphone. 1 min
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MDR JUMP Di 14.04.2020 02:10Uhr 01:04 min

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Verlust bemerkt- suchen und orten

Es klingt simpel, aber das Handy anzurufen, ist der erste Versuch, es in der Nähe zu orten. Klappt das nicht oder erinnert man sich schlicht nicht mehr daran, wo das Handy zuletzt war, kann man das Gerät über den jeweiligen Gerätedienst orten lassen. Eine spezielle App ist dazu nicht nötig. Sowohl Android-, als auch iOS-Geräte haben alle nötigen Einstellungen und Dienste sozusagen schon an Bord. Wichtig: Sie müssen vorher aktiviert sein. Dann ist Handy-Ortung tatsächlich sehr genau und leicht möglich, übrigens auch bei ausgeschaltetem GPS-Dienst. Eine Möglichkeit ist, das Handy einen Ton abspielen zu lassen, sodass man es vielleicht doch in der Nähe findet. Ansonsten werden die Ortungsdaten auf PC oder Tablet angezeigt.

Handy sperren und Daten löschen

Über genau die gleichen Dienste kann man das Handy aus der Ferne sperren und eine Nummer anzeigen lassen, unter der man zu erreichen ist. Wer Angst um sensible Daten hat, kann sie aus der Ferne in der letzten Konsequenz auch löschen.

Die SIM-Karte sperren

Wenn sicher ist, dass das Handy nicht einfach wieder gefunden wird, sollte man möglichst zeitnah die SIM-Karte sperren. Das funktioniert über die Hotline des Mobilfunkanbieters oder auch über den deutschlandweiten Sperrnotruf 116 116. Wichtig: Beim Provider gleich eine Ersatz SIM-Karte bestellen. Im Shop bekommt man die oft gleich ausgehändigt. Per Post dauert es ein bis drei Tage.

Passwörter auch woanders löschen

Zugangscodes und Passwörter die auch auf dem Tablet oder PC verwendet werden, sollte man nach dem Handy-Verlust umgehend ändern. Das verhindert, dass andere das eigene Facebook-Profil mit dem gefundenen Handy abrufen können. Gleiches gilt für E-Mail-Account, Ebay-Zugang und alle andern Apps und Dienste, die man auf mehreren Geräten nutzen kann.

Fundbüro und Polizei

Das Fundbüro als einheitliche Institution gibt es in Deutschland nicht. Gemeinden und große Einrichtungen wie die Deutsche Bahn haben ihre ganz eigenen Einrichtungen- moderner als man im ersten Moment denken mag.

Beispiel: Der Fundservice der Deutsche Bahn. Dort kann man in wenigen Minuten online ganz exakt und präzise nach seinem Gerät (und vielen anderen verlorenen Dingen) suchen. In örtlichen Fundbüros kann man auch nachfragen. Allerdings dauert es vom Finden über die Abgabe bis hin zur hauseigenen Registrierung meist ein paar Tage. Das sollte man berücksichtigen.    

Die Polizei wird nur bei einem Diebstahl eine Anzeige aufnehmen. Das Handy orten darf und kann sie im Ausnahmefall Raub.

Dem Verlust vorbeugen

Alle wichtigen Daten sollten auch beim Handy immer wieder extern gesichert werden. Am besten per Cloud oder/und auf Stick und Festplatte. So gehen Urlaubsfotos, Telefonnummern und Co. nicht mit verloren. Um im Ernstfall die wichtigsten Nummern wie Sperrhotline, IMEI-Nummer (das ist die einmalige Handy –Identifizierungsnummer), Kundennummer usw. gleich parat zu haben, kann man die auf einer Handykarte im Vorfeld notieren und dann im Portemonnaie oder Ausweis aufbewahren.

Haben Sie auf Ihrem Handy Ihre Festnetznummer oder E-Mail-Adresse notiert und verlieren Ihr Smartphone, haben Sie die Chance, von einem ehrlichen Finder benachrichtigt zu werden.

Verbraucherzentrale

Vor unerlaubten Zugriff schützt auch ganz simpel die Bildschirmsperre, die sich nur per Pin, Gesichtserkennung oder Fingerabdruck deaktivieren lässt.

Handyversicherung sinnvoll oder nicht ?

Über die normale Hausratversicherung ist das Handy nur bei einem Raub, also Überfall mit Diebstahl oder bei einem Einbruch in Wohnung und Haus versichert. Gegen das pure Verlieren oder Liegenlassen kann man sich nicht sinnvoll versichern. Denn: Handyversicherungen kosten richtig Geld. Je nach Wert des Gerätes können da gute 100 bis 300 Euro pro Jahr zusammen kommen. Und sie versichern in der Regel nur Schäden am Gerät und das auch nur dann, wenn man nicht grob fahrlässig daran schuld ist. Die Verbraucherzentrale rät daher:

Handyversicherungen lohnen sich eigentlich nur bei sehr hochwertigen Geräten. Hier sollte man darauf achten, dass der Versicherungsschutz auch im Ausland besteht.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 14. April 2020 | 10:45 Uhr

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