Coronavirus: Menschen können Haustiere anstecken

Nicht nur wir Menschen müssen uns auf ein Leben mit dem Corona-Virus einstellen, auch unsere vierbeinigen Freunde finden sich plötzlich in einer neuen Situation wieder. Auch Haustiere können sich infizieren. Was ist zu tun, wenn der Stubentiger jetzt krank wird?

Katze mit Mundschutz 1 min
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MDR JUMP Do 28.05.2020 10:45Uhr 01:14 min

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Update: 03.08.2020, 14:50 Uhr

Wir können unsere geliebten Haustiere mit dem Coronavirus infizieren. Das zeigen die Ergebnisse einer neuen Studie. Dafür haben Forscher aus Großbritannien und Italien mehr als 500 Hunde und gut 270 Katzen untersucht. Sie haben zum großen Teil in Haushalten von Corona-Patienten gelebt. Aufgrund dieser Erkentnnis sollten infizierte Menschen den Kontakt zu ihren Haustieren vermeiden.

Wie Tiere das Corona-Virus übertragen können

Nach aktuellen Erkenntnissen geht andersherum für uns Menschen von Haustieren wie Hunden und Katzen aber auch Nutztieren, wie etwa Hühnern keine Gefahr aus. Manche Tiere und hier besonders Frettchen, können sich zwar mit dem Virus infizieren, übertragen es aber nach derzeitigem Wissenstand nicht auf den Menschen. Wichtig: Auch übers Fell soll eine Ansteckung so gut wie nicht möglich sein. Allerdings gibt es Studien, die belegen, dass Corona-Viren sich mehrere Stunden in Tierhaaren halten können. Deswegen sollten nur die unmittelbaren Eigentümer ihre Tiere aktuell streicheln.

Was du bei Krankheitssymptomen tust

Zeigen Haustiere wie Katzen oder besonders auch Frettchen Corona Symptome wie Husten, Schnupfen oder auch Fieber, solltest du das unbedingt Deinem Tierarzt mitteilen. Er entscheidet dann, ob das ein Fall für das Veterinäramt ist und dein Tier getestet werden sollte. Aber: "Es gibt aus unserer Sicht keinen Grund, ein Tier mit Corona-Symptomen wegzugeben oder gar einschläfern zu lassen", so Tierbestatter Alexander Topf aus Leipzig.

Wenn du selbst krank oder in Quarantäne bist

Such dir eine geeignete, gesunde Person, die deinen Hund Gassi führen kann. Ganz wichtig dabei: Handschuhe, Mundschutz und eine eigene Leine sind für diese Person Pflicht. Am besten hat sie auch eigene Leckerlis und Spielzeug dabei. Egal welches Tier betreut wird, vergesst nach der Übergabe das Händewaschen nicht. Übrigens: Auch wenn es wieder zu Ausgangssperren kommen sollte, der Spaziergang mit dem Hund ist davon in der Regel nicht betroffen. Darüber musst du dich aber immer aktuell informieren.

Wenn ein Tier ausgesetzt wird

Es kann passieren, dass überforderte oder ängstliche Halter ein Tier mit vermeintlichen Corona-Symptomen einfach aussetzten. In solchen Fällen solltest du unbedingt helfen. Am besten meldest du das Problem bei einer Tierschutzorganisation. Dort wirst du zum weiteren Vorgehen beraten. Wichtig: Ein fremdes Tier solltest du möglichst nicht anfassen sondern nur sichern und auf geschulte Helfer zum Beispiel aus einem Tierheim warten.

Wenn du zum Tierarzt musst

Die allermeisten Tierärzte arbeiten aktuell und behandeln dein Haustier weiter. Allerdings solltest du unbedingt vor einem Besuch der Tierarztpraxis abklären, wann und wie der Besuch stattfinden kann. In der Regel sollte immer nur ein Halter mit dem Tier in der Praxis erscheinen. Einige Ärzte holen die Tiere auch am Auto auf dem Parkplatz ab und bringen es nach der Behandlung zurück.

Bist du selbst infiziert oder unter Quarantäne, brauchst du auch hier eine vertrauenswürdige Person, die sich um dein Tier kümmert.

Wenn das Tier gestorben ist

"Sie als Besitzer entscheiden, was mit Ihrem verstorbenen Haustier, passieren soll. Sie sind also somit verantwortlich, die entsprechenden Gesetze einzuhalten", so unser Experte Alexander Topf. Und das ist tatsächlich wichtig, denn deinen  geliebten Hund im Wald auf seiner Lieblingsrunde ein schönes Plätzchen zu suchen und ihn dort zu vergraben, das kann bis zu 15.000 Euro Strafe kosten. Du kannst dein Haustier in vielen Gemeinden nach wie vor im eigenen Garten bestatten. Auch hier gelten aber strenge Regeln, die du am besten bei deiner Gemeinde erfragst.

Gegen rund 20 Euro Gebühr nimmt der Tierarzt dein Haustier entgegen und lässt das Tier dann abholen.

Für mindestens 100 bis 300 Euro kannst du dein schließlich vom Tierbestatter abholen lassen. Dazu unser Experte: “Die meisten Tierbestatter sind rund um die Uhr erreichbar und alle kümmern sich um die rechtlich einwandfreie Behandlung Ihres toten Tieres.“

Was bei der Tierbestattung aktuell anders ist

Auch die Tierbestatter haben in der Regel ganz normal geöffnet. Auch hier solltest du aber im Vorfeld auf jeden Fall anrufen. Dazu Alexander Topf: "Wir können so am Telefon schon die wichtigsten Dinge wie die Art der Bestattung klären. Dann holen wir das Tier bei Ihnen ab, wobei wir oder die Besitzer das Tier sorgsam einhüllen." Aktuell darfst du bei einer Einäscherung wieder im Krematorium dabei sein. Für die Tierbestattung auf dem Friedhof gelten dann die jeweils aktuellen Verhaltensregeln. Das erläutert dir der Tierbestatter.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 28. Mai 2020 | 10:45 Uhr

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