Lohnt sich eine Handyversicherung?

Wenn das tolle, neue Smartphone aus der Tasche rutscht und einen Satz auf den harten Boden macht, ist schnell das Display hinüber. Noch ärgerlicher ist es, wenn man es verliert oder das Handy gestohlen wird. Handyversicherungen versprechen in Fällen wie diesen Entschädigung und Kostenübernahme. Doch lohnen die sich wirklich und was sollte man vor Abschluss beachten?

Eine Hand hält ein Smartphone mit gesprungenem Display.  1 min
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MDR JUMP Fr 07.08.2020 10:45Uhr 01:17 min

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Was kostet eine Handyversicherung?

Die Preise für eine Handyversicherung richten sich nach dem Neuwert des Gerätes. Die meisten Versicherungstarife haben eine Mindestlaufzeit von zwei Jahren und kosten in der Regel 5 – 16 € im Monat. Zusätzlich erheben die meisten Anbieter eine Selbstbeteiligung pro Schadenfall.

Leistungen: Was ist abgesichert?

Diebstahl

Ein Dieb zieht einem Mann ein Smartphone aus dem Rucksack.
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Diebstahl ist in den Basis-Versionen der Tarife oft nicht mitversichert. Nimmt man ihn zusätzlich dazu, führt das dennoch häufig zum Streit mit der Versicherung. Denn, Diebe können schnell mal in das Rucksackseitenfach oder die abgestellte Reisetasche greifen. Etwas pauschal lässt sich sagen: Nur wenn das Gerät aus einer Hosen-, Jackeninnen- oder unter dem Arm getragenen Handtasche gestohlen wird, hat man weniger Ärger mit der Versicherung.

Bedienungsfehler

In manchen Tarifen sind Schäden durch Bedienungsfehler versichert. Gleichzeitig muss aber die Bedienungsanleitung stets beachtet werden, sonst springt die Versicherung nicht ein. Unklar bleibt meistens auch, welche Bedienungsfehler zu Schäden führen können, vor denen der Hersteller nicht in der Anleitung warnt.

Neuwert oder Zeitwert

Die Versicherungsverträge unterscheiden sich erheblich in dem, was als Entschädigung gezahlt wird. Die besseren Policen versprechen ein neuwertiges Ersatzgerät, andere nur ein Austauschgerät im Zeitwert, wieder andere stellen in erster Linie auf Reparatur ab. Einige Bedingungen beinhalten eine explizite Zeitwerttabelle: Nach einem halben oder ganzen Jahr bekommt man dann nur noch 80 oder 60 Prozent des Kaufpreises erstattet.

Worauf sollte man achten?

Beschädigung durch Herunterfallen

Wenn das Handy herunterfällt und dabei das Display zerspringt oder ein anderer Schaden entsteht, zahlt die Versicherung die Reparatur. Das ist der häufigste Schadensfall und für die meisten Kunden die Motivation, eine Versicherung abzuschließen. Aber nur selten sind die Umstände des Herunterfallens in den Bedingungen genau definiert. Sie lassen Interpretationsspielraum – und dem Versicherer viele Möglichkeiten, sich herauszureden.

Feuchtigkeitsschäden

Funktioniert das Handy nicht mehr, weil Flüssigkeit eingedrungen ist, ist das prinzipiell ein Fall für die Versicherung. Aber viele Versicherer schließen „Witterungseinflüsse“ aus – wenn man also mit dem Handy am Ohr durch einen Wolkenbruch läuft, wird es schon schwierig.

Automatische Vertragsverlängerung

Die meisten Verträge haben eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten, bessere weniger. Die Mehrzahl endet aber nicht etwa nach diesen zwei Jahren, sondern verlängert sich automatisch immer um einen Monat. Man muss den Vertrag aktiv kündigen, wenn sich dieser für das dann alte Handy nicht mehr lohnt.

Im Schadensfall - was ist zu tun?

Schäden am Gerät

Wenn das Handy beschädigt worden ist, sollte man Fotos vom Handy und Ort des Geschehens machen, so dass sich der Vorfall nachvollziehen lässt. Wichtig ist auch, dass man einen Zeugen benennen kann. Er sollte idealerweise kein Verwandter oder der Lebenspartner sein. Die Versicherung wird sich dann melden. Man sollte auf keinen Fall das Gerät selbst reparieren, bevor die Versicherung nicht ihr Okay gegeben hat.

Diebstahl

Ein wichtiger Tipp vorab: Jedes Handy läuft unter einer sogenanntren IMEI-Nummer. Die befindet sich auf der Rechnung. Diese Nummer sollte man sich irgendwo notieren, denn damit kann das Handy identifiziert werden. Was die Versicherung anbelangt, so muss im Falle eines Diebstahls sofort die Polizei gerufen werden. Die meisten Versicherungen verlangen, dass der Schaden innerhalb von drei bis sieben Tagen gemeldet wird. Dazu braucht man die Versicherungsnummer, die IMEI-Nummer und die Diebstahlsanzeige.

Wird das Smartphone bei einem Einbruch in der Wohnung gestohlen übernimmt die Hausratversicherung die Entschädigung.

Wie schließt man eine Handyversicherung ab?

Vergleichsportale im Internet sind eine gute Anlaufstelle. Dort sollte man sich in Ruhe mit den verschiedenen Angeboten auseinandersetzen. Nicht gleich beim Kauf eine abschließen, auch wenn manche Verkäufer das empfehlen. Für den Vergleich ist es auch nicht wichtig, um welches Modell es sich handelt, sondern nur wie hoch der Kaufpreis war. Selbstbeteiligung sollte ausgeschlossen werden und ein Diebstahlschutz mit dazu genommen werden.

Fazit

Eine Handyversicherung lohnt sich in der Regel nicht. Besser als eine Handyversicherung ist es, gut auf das Gerät aufzupassen und das Geld für die Versicherungsbeiträge zur Seite zu legen, um sich im Falle eines Falles ein neues Handy anzuschaffen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 07. August 2020 | 10:45 Uhr

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