Wie gut sind günstige Laufschuhe?

19.04.2020 | 00:00 Uhr

Laufschuhe 1 min
Bildrechte: imago images / CHROMORANGE

MDR JUMP Mi 15.04.2020 02:10Uhr 01:07 min

Audio herunterladen [MP3 | 1 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 2 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.jumpradio.de/podcasts/quicktipp/preiswerte-laufschuhe-100.html

Rechte: MDR JUMP

Audio

Gute Laufschuhe sind das A und O beim Joggen. Doch hochwertige Modelle von Markenherstellern kosten meist deutlich über 100 Euro. Reichen fürs erste Ausprobieren vielleicht auch die günstigen Modelle, die viele Discounter und Schuhläden besonders jetzt im Frühling oft im Angebot haben? Die gibt es schon für unter 20 Euro. Wir fassen zusammen, was bei günstigen Schuhen zu beachten ist.

Laufexperten sind uneins

Laufschuhe
Bildrechte: imago images / agefotostock

Einige Experten raten von Sportschuhen, die man günstig in Discountern oder Sportausrüstern kaufen kann, generell ab. Diese Billig-Modelle hätten keine gute Federung. Dadurch könnte es zu schmerzhafter Überbelastungen oder gar Abnutzungserscheinung der Gelenke kommen. Andere Experten sagen, dass Laufanfänger solche Schuhe ruhig erst einmal ausprobieren könnten. Voraussetzung sei allerdings eine normale Fußform und kein Übergewicht. Auch sollte man nicht mehr als 30 Kilometer pro Woche und insgesamt nicht länger als ein Jahr damit laufen.


Zu hart, zu unelastisch, zu unbequem

Bei Tests wurde bemängelt, dass bei sehr günstigen Laufschuhen häufig an der Sohle gespart wird. Die ist meist aus einem Stück und sehr hart. Dadurch werden die Stöße nicht gut gedämpft und der Druck auf den Fuß nicht so verteilt wie gewünscht. Mit einer sehr harten Sohle sei zudem kein flexibles Abrollen beim Laufen möglich.

Beratung fehlt

Ein zweites großes Problem: Die Schuhe werden beim Discounter oder im Sportgeschäft in der Regel ohne zusätzliche Beratung eines Laufexperten gekauft. Das ist nicht empfehlenswert. Im Wesentlich muss geklärt werden ob der Schuh zum Körpergewicht, zur Fuß- und Beinform passt und welche Strecken man damit bewältigen möchte. Auf dem Sportmarkt gibt es eine ganze Reihe von Herstellern, die ihre Schuhmodelle an viele verschiedene Faktoren anpassen. So gibt es leichte und schwere Läufer, Menschen mit eher schmalen Füßen und andere mit breiteren Füßen. Manche Sportler sind eher Vorfußläufer, andere setzen zuerst mit dem hinteren Teil des Fußes auf. Außerdem gibt es Menschen, die beim Laufen mit der Ferse einknicken und die brauchen in dem Bereich dann eine Stabilisierung.

Schuhkauf in Corona-Zeiten?

Wer sich online Laufschuhe kaufen möchte, der sollte sich schon ein bisschen auskennen. Viele Hersteller bieten eine ausführliche online-Beratung. Das kann aber für Anfänger unübersichtlich bis unverständlich sein. Dort werden verschiedene Punkte abgefragt, beispiels­weise Fußtyp oder Bein­achse. Für erfahrene Läufer sind die Onlineanalysen als Ratgeber geeignet. Unerfahrene sollten sich besser an ein Fach­geschäft mit den dort möglichen tech­nischen Analysever­fahren wenden, so hat erst kürzlich die Stiftung Warentest geurteilt.Sobald die Sportgeschäfte wieder geöffnet haben ist also für Anfänger eine Beratung vor Ort eine gute Idee. Der Verkäufer sollte selbst viel Lauferfahrung haben. Ein Qualitätsmerkmal aus Sicht unserer Experten ist zudem eine Lauf-Analyse mit Kamera mit Zeitlupe auf dem Laufband. Ausgehend von den Ergebnissen bekommen die Kunden dann zwei bis drei Schuhmodelle empfohlen. Von Sportlern gern gegebener Tipp: Laufschuhe sollten nachmittags gekauft werden, weil sich der Fuß tagsüber ausdehnt. Nur so kann man sicher sein, dass der Schuh später auch in der Breite passt und die Zehen vorn genug Luft für den natürlichen Greif-Spreiz-Reflex beim Laufen haben.

Spartipp

Sportschuhe aus der aktuellen Saison sind meist etwas teurer. Wer sparen will, kann Schuhe der Vorsaison kaufen. Die kosten manchmal nur die Hälfte, sind aber qualitativ fast genauso gut. Es wird immer diskutiert, ob dann die Sohle schon verhärtet ist, das sei aber kein Problem, wenn der Schuh ordnungsgemäß gelagert wurde.

Fazit

Discounter, Kaufhäuser und Sportgeschäfte bieten Laufschuhe zwar häufig deutlich günstiger an als Fachgeschäfte, die auf Markenmodelle setzen. Doch die günstigen Modelle sind meist nicht ausreichend gedämpft und nicht elastisch genug. Fast immer fehlt die Beratung vom Profi, der die Laufschuhe an den Körper und die Erfahrung des Sportlers anpasst. Wer aber jetzt in Corona-Zeiten mit dem Laufen anfangen will, für den können Billig-Modelle eine Übergangslösung sein.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 15. April 2020 | 10:45 Uhr

Mehr Quicktipps