Diese Mittel können gegen graue Haare helfen

Früher oder später erwischt es jeden: die Haare werden grau. Einige Menschen setzen das mit dem Verlust von Vitalität gleich, dabei können die ersten grauen Haare schon mit Anfang 20 entdeckt werden.

Porträt einer Frau mit grauen Haaren 1 min
Bildrechte: Colourbox.de

MDR JUMP Mo 09.11.2020 10:45Uhr 01:05 min

Audio herunterladen [MP3 | 1.020,8 KB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 2 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.jumpradio.de/podcasts/quicktipp/was-tun-gegen-graue-haare-100.html

Rechte: MDR JUMP

Audio

Ursachen für graue Haare

Bevor es um die Maßnahmen geht, die gegen das Ergrauen der Haare helfen sollen, ist es zunächst wichtig, zu verstehen, warum Haare ihre Farbe überhaupt verlieren: Genau genommen sind Haare pigmentierte Fäden aus Horn. Genau wie in der Haut ist das Pigment Melanin für ihre Färbung verantwortlich. Die individuelle Mischung von Eu-Melanin, für schwarze und braune Farbe und Phäo-Melanin, das für die rote und goldene Färbung sorgt, bestimmt die natürliche Haarfarbe eines Menschen. Wenn der menschliche Körper altert, produziert er weniger Melanin und somit weniger Farbpigmente. An Stelle von Farbpigmenten lagern sich dann kleine Luftbläschen im Haar ab, die das Auge als weiß erkennt. Eigentlich gibt es also keine grauen Haare – die Mischung aus nicht pigmentierten und pigmentierten Haaren erweckt lediglich diesen Eindruck. Wieso aber bildet man im Alter weniger Melanin? Weil Wasserstoffperoxid, das auch als Bleichmittel bekannt ist, vermehrt im Körper auftritt und verhindert, dass Melanin produziert wird.

Ab einem Alter von circa 25 Jahren ist das Entdecken der ersten grauen Haare meist dem natürlichen Alterungsprozess zuzuordnen. Folgende Einflüsse begünstigen allerdings diesen Prozess und werden deshalb ebenfalls für graues Haar verantwortlich gemacht:

Wer sich also gesund ernährt, auf seinen Körper achtet, nicht raucht und so gut wie möglich Stress meidet, kann das Ergrauen der Haare zumindest etwas aufhalten.

Haarfarbe – aber welche?

Eine junge Frau lässt sich von einer Friseurin Strähnchen ins Haar machen.
Bildrechte: imago images / Westend61

Natürlich kann man mit Haarfarbe den grauen Haaren den Garaus machen. Eine Haartönung reicht bei einem hohen Grauhaaranteil meist nicht mehr aus, weil sie weniger Intensität besitzt als eine dauerhafte Coloration. Deshalb ist es wichtig, darauf zu achten, dass auf der Produktverpackung der Haarfarbe der Hinweis „zur 100 %-igen Grauhaarabdeckung“ steht. Diese Herstellerempfehlung kann sogar beim gleichen Produkt von Farbe zu Farbe unterschiedlich sein. Die Anmerkung „nur für leichten bis mittleren Grauhaaranteil geeignet“ bringt bei vielen grauen Haaren tatsächlich nur ein unbefriedigendes Ergebnis.

Renaturierung

Künstliche Renaturierungsprodukte versprechen eine natürliche Aktivierung der eigenen, braunen oder schwarzen Haarfarbe. Allerdings kommt bei dieser Art der Färbung ein künstlicher Melanin-Ersatzstoff zum Einsatz, der mit Sauerstoff reagiert - aber erst nach mehreren Anwendungen. Setzt man das Produkt ab, wird das Haar wieder weiß. Diese Renaturierungsprodukte sind jedoch umstritten und sollen angeblich auch Bleiacetate beinhalten, die als gesundheitsgefährdend gelten. Zudem können bislang ausschließlich die Farbergebnisse braun und schwarz erzielt werden, nicht aber Blond- oder Rottöne.

Hausmittel gegen graue Haare

Kartoffeln auf Sack
Bildrechte: Colourbox.de

Anstatt mit künstlichen Stoffen die mangelnde Melaninproduktion zu unterstützen, glauben Viele auch an ein altes Hausmittel, das dafür sorgen soll, den Weißton im Haar zu senken. Gegen graues Haar soll eine regelmäßige Kur mit Zwiebelsaft helfen. Der Saft der Zwiebel soll die Melaninproduktion in den Haarfolikeln anregen. Die tatsächliche Wirksamkeit ist allerdings zweifelhaft. Was auch helfen soll: gekochte Kartoffelschalen. Das Hausmittel lässt angeblich bei regelmäßiger Anwendung  das Haar nachdunkeln. Auch Apfelessig, Kokosöl, Curry und Natron sollen im Kampf gegen graue Haare helfen.

Wundermittel „Pseudokatalase“

Wie bereits erklärt, produziert der Körper im Alter vermehrt Wasserstoffperoxid (Bleichstoff) und dadurch weniger Melanin (Farbpigmente). Wasserstoffperoxid ist ein Nebenprodukt des Stoffwechsels und wird in jüngeren Jahren mit Hilfe des Enzyms Katalase abgebaut. Im Alter kann der Körper das Wasserstoffperoxid nicht mehr gut entsorgen. Denn ältere Menschen haben weniger Katalase in den Zellen, das Wasserstoffperoxid neutralisieren kann. Für ein mögliches Wundermittel gegen graue Haare halten einige Wissenschaftler die „Pseudokatalase“, ein künstlich hergestellter Ersatzstoff für das fehlende Enzym Katalase. Forscher entdeckten Pseudokatalase als Mittel gegen die Hautkrankheit „Vitiligo“, bei der Menschen weiße Flecken auf der Haut  bekommen. Pseudokatalse bewirkt, was der Körper selbst nicht mehr schafft – die Zersetzung von Wasserstoffperoxid, das die Pigmentbildung von Melanin hemmt. Nun könnten Mittel gegen „Vitiligo“ (Cremes/Kosmetikprodukte) auch vor grauen Haaren schützen und zwar - im Gegensatz zu anderen Mitteln - wirken, bevor die Haare überhaupt grau sind.  Allerdings der Einsatz von „Pseudokatalase“ für Haare noch nicht wissenschaftlich erwiesen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 09. November 2020 | 10:45 Uhr

Mehr Quicktipps