Geschenke auf dem Markt kaufen

Egal ob Weihnachts,- Wochen,- oder Wintermarkt. Wer kurz vorm Fest noch Geschenke am Stand kaufen will, sollte in Ruhe und mit klarem Kopf aussuchen. Denn es gibt einige Dinge zu beachten.

Umtausch ist grundsätzlich ausgeschlossen

Wir haben und so daran gewöhnt: Paket kommt, Ware gefällt nicht, Paket geht zurück. Das funktioniert im Onlinehandel in vielen Fällen, nicht aber im Einzelhandel. Der Grund: Online kann man sich die Ware nicht wirklich genau anschauen, im Laden aber schon. So kommt mit dem Kauf im Geschäft ein rechtsgültiger Vertrag zustande. Und der muss eingehalten werden. Und so ähnlich ist es auch auf dem Weihnachts- oder Wochenmarktmarkt, weiß Claudia Neumerkel von der Verbraucherzentrale Sachsen:Grundsätzlich gibt es auf derartigen Märkten keinen Rechtsanspruch auf Umtausch, wenn die Ware dem Käufer nicht gefällt. In dem Fall ist der Käufer auf die spätere Kulanz des Verkäufers angewiesen.“ Wichtig: Wenn ein Stand mit einer Umtausch- oder Rückgabemöglichkeit wirbt, solltest du dir das beim Kauf schriftlich bestätigen lassen.

Wenn die Ware defekt ist

Wenn die Räucherkerzen nicht räuchern oder die Pyramide sich nicht dreht, sieht die Sache anders aus. „Weist die Ware einen Mangel, kann der Käufer seine üblichen Gewährleistungsrechte beim Händler geltend machen“,s o unsere Expertin. In der Praxis kannst du eine Nachbesserung beziehungsweise Ersatz oder auch dein Geld zurückverlangen. Achtung: Hat der Weihnachtsengel nur einen leicht verbogenen Flügel und lässt sich das mit wenig Aufwand richten, musst du dem Händler die Chance dazu geben. Er muss dir also nicht aufgrund von minimalen Fehlern gleich dein Geld gegen die Ware zurücktauschen.

Die Ware genau betrachten – geht leider nicht immer

Natürlich willst du auch auf dem Markt vor dem Kauf alles genau prüfen, besonders wenn es sich um sehr teure Geschenke handelt. Du kannst den Händler nett fragen, ob er dein Produkt komplett auspackt und eventuell vorführt. Er muss laut unserer Expertin nicht in jedem Fall darauf eingehen: „Das kommt auf die Art des Produktes an. Fest verpackte oder gar verschweißte Waren müssen nicht zwingend ausgepackt und vorgeführt werden. Der Kunde kann sich die Ware wie auch im Ladengeschäft üblich durch eine Vorführware ansehen. Bei losen Verpackungen oder Verpackungen, welche einfach zu schließen sind, kann der Kunde allerdings darauf bestehen, die Ware in Augenschein zu nehmen.“ Wichtig: Gibt dir der Verkäufer ein verschlossenes Päckchen mit, in dem dann zum Beispiel die Spieldose eine andere Farbe hat als die ausgestellte, kannst du den Kauf rückgängig machen. Deshalb solltest du unmittelbar nach dem Kauf gerade bei sehr teuren Produkten prüfen, ob alles okay ist.

Bon und Kassenzettel – Deine Sicherheit

Damit du bei eventuellen Problemen nachweisen kannst, dass du das Produkt auch wirklich am Weihnachstmarktstand gekauft hast, rät Claudia Neumerkel von der Verbraucherzentrale: „Man sollte als Verbraucher auf einen Kassenzettel bestehen. Besteht für den mobilen Verkäufer ein Ausnahmegenehmigung zur Bonpflicht, muss dieser auf Kundenwunsch jedoch eine Quittung ausstellen, denn dazu ist jeder gewerbliche Verkäufer verpflichtet.“

Die Händleradresse – muss immer da sein

Wichtig sind Bon oder Quittung auch deshalb, weil dort zwingend Name und Firmenanschrift des Händlers vermerkt sein müssen. Sollte nämlich lange nach dem Weihnachtsmarkt ein Problem auftauchen, kannst du dich mit ihm in Verbindung setzen. Aber auch ohne Kauf muss ein Händler seine Adresse am Stand gut sichtbar anbringen.

Wer bezahlt die Retoure?

Gehen Spieluhr, Pyramide und Co. schon nach wenigen Tage oder Wochen bei sachgemäßem Gebrauch kaputt, ist der Händler in der Pflicht. Tipp: Setzt dich mit ihm in Verbindung, halte das Problem am besten per Bild und einem kleinen Protokoll fest. Dann kannst du das Produkt dem Händler zum Nachbessern oder Umtauschen zuschicken. „Bei einem belegten Defekt und Mangel muss der Verkäufer die Versand- und Transportkosten übernehmen“, so unsere Expertin.

Wenn das Essen nicht schmeckt

Bratwurst oder Glühwein können gerade auf dem Weihnachtsmarkt richtig teuer sein. Auch andere, oft regional erzeugte Lebensmittel sind nicht gerade billig. Eine Garantie für gute Qualität ist das nicht.  Und manchmal sind Imbissprodukte auch einfach schon zu kalt. Dann rät Claudia Neumerkel:Haben die Speisen oder Getränke nicht die gewünschte und entsprechend vorauszusetzende Temperatur, kann der Verbraucher diese zurückgeben, umtauschen oder entsprechend einen Preisnachlass fordern. Dasselbe gilt, wenn statt der bestellten Wurst eine andere Speise ausgeteilt wird.“ Wenn es einfach nur nicht schmeckt, muss es schon sehr salzig oder angebrannt sein, dass der Händler die Lebensmittel zurücknehmen muss. Für Lebensmittel gilt:

Was verpackt ist muss eine entsprechende Information über die Mindesthaltbarkeit oder das Verfallsdatum enthalten.

Weihnachts-Wochenmarkt/ Flohmarkt – die Unterschiede

Bieten auf einem Markt gewerbliche Händler ihre Waren an, müssen sie sich an alle erwähnten Regeln des Handels der Gewährleistung halten. Bei kleineren Märkten, die manchmal nur einen Tag veranstaltet werden, sollte man genau schauen, ob nicht auch Privatpersonen, selbstgebasteltes oder Trödel verkaufen dürfen. Die sind nämlich von den Gewährleistungsvorschriften in der Regel befreit, im Prinzip wie auf dem Flohmarkt. Nur wenn ein privater Händler einen Mangel an seiner Ware bewusst verschweigt, hat der Käufer gute Chancen auf eine Rückabwicklung.

Und Weihnachtsmärkte im Internet?

Die sind oftmals nur eine virtuelle Plattform mit Zugang zu den einzelnen Verkaufsseiten der Händler. Hier gelten alle Rechte und Pflichten des Onlinehandels.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 16. Dezember 2021 | 11:45 Uhr

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