Wie du einen Gartenteich anlegst, mit Fischen besetzt und optimal pflegst

So ein Garten ist schon schön – und mit Teich noch viel schöner. Nur genau wie beim Aquarium will, was gut aussieht, auch gut gepflegt werden. Wir sagen dir, wie das richtig geht und welcher Aufwand wirklich sein muss.

Ist der Teich überhaupt erlaubt? Ist er!

Auf deinem Privatgrundstück darfst du einen Teich anlegen: Bis zu 100 Quadratmeter groß und ungefähr 1,5 Meter tief. Das ist in den meisten Bundesländern bedenkenlos möglich. Für den kleinen Gartenteich also kein Problem. Wird es größer, musst du verschiedene Vorschriften beachten. Im Zweifel, zum Beispiel bei einem Schwimmteich, gelten in den Bundesländern unterschiedliche Vorgaben. Eine Anfrage beim Bauamt hilft dir weiter. Und auch im Kleingarten ist der Teich im Prinzip erlaubt, kann aber von Verein zu Verein in Fläche und Tiefe etwas variieren.

Welche Art und Größe zu dir passt

Sogenannte Schalen- oder Beckenteiche sind praktisch, weil eigentlich schon fertig. Es gibt sie in unterschiedlichsten Größen, Formen und Ausführungen. Vorteile: Sie sind schnell im Boden eingelassen und bleiben lange dicht. Ein bis zwei Quadratmeter Fläche sollte so ein Teich mindestens haben. Ausnahmen sind Miniteiche, die tatsächlich auch auf dem Balkon oder in einem sehr kleinen Garten Platz finden. Wichtig: Miniteiche sollten nicht oder nur mit sehr kleinen Fischen besetzt werden, sie könnten sonst schnell trüb werden oder gar „umkippen“. Ab circa fünf Quadratmetern Oberfläche lohnt es sich, einen Folienteich anzulegen. Vorteil: „Wenn man ein kreativer Typ ist, kann man mit der Folie die Tiefe und die Form der Oberfläche selbst bestimmen, bei einer Schale ist das natürlich vorgegeben“, so Dieke van Dieken, Redakteur der Onlineplattform und Zeitschrift Mein schöner Garten. Nachteil bei der Folie: Der Arbeitsaufwand ist wesentlich größer und du musst sehr genau arbeiten. Wichtig: Je größer das Wasservolumen, desto stabiler ist die Wasserqualität. Deshalb solltest du gleich am Anfang nicht zu klein planen.

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08.12.2021, 19:50 Uhr /
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aus dem Tierheim Freital

Wo kommt der Teich am besten hin?

In einem Teich ist immer was los, von der Mücke über die Libelle bis hin zu einem Frosch, deshalb sollte er in deinem Blickfeld liegen. Einen Vorteil nicht nur für den Besitzer benennt unser Experte: „Wenn man mitten in der Stadt wohnt, da haben die Vögel und Insekten oft keine Trinkmöglichkeit und da bieten so ein Teich oder eine alte Zinkwanne mit ein paar Wasserpflanzen eine gute Alternative.“ Halbschattig liegt der Teich am besten. Dabei bekommen die Wasserpflanzen noch genügend Licht, es wachsen aber nicht unnötig viele Algen. Ein Laubbaum in der Nähe spendet Schatten, so verdunstet weniger Wasser. Ein Laubbaum direkt überm Teich sorgt mit seinen Blättern hingegen für zu viel Biomasse, die im Wasser verfault.

Die größten Probleme – Algen, Futterreste, Fischausscheidungen

Zu viele Nährstoffe befördern das Algenwachstum. Grünes, trübes Wasser und schlechte Wasserwerte sind die Folgen. Deshalb solltest du möglichst regelmäßig vorhandene Algen entfernen und die Wasserqualität überprüfen. So hast du Freude an gesunden Teichbewohnern und schönen Wasserpflanzen. Um schädliche Bakterien, Keime und Schwebstoffe aus dem Wasser zu entfernen, kann ein Filter hilfreich sein. Der muss der Größe und Art deines Teiches angepasst sein. Lass dich dazu im Fachhandel ausführlich beraten.

Fisch oder nicht Fisch? Das ist eine wichtige Frage

Wenn du deinen Teich mit Fischen besetzen möchtest, ist weniger mehr. Erstens vermehren sich die meisten Teichfische ohnehin von selbst, wenn sie sich wohlfühlen und zweitens bleiben Fische mit genügend Platz und Wasser länger gesund. Mehr Arbeit und Aufwand hat man laut Dieke van Dieken ohnehin: “Wenn man Fische möchte, braucht man auf jeden Fall einen Teichfilter. Es kommen ja durch Futter und die Fischhinterlassenschaften viel mehr Nährstoffe ins Wasser.“ Wichtig auch: Die Fische müssen zur Größe und Art deines Teiches passen. Grundsätzlich sollte nicht mehr als maximal ein Kilo Fisch pro Kubikmeter Wasser im Teich sein. Merke: Fische wachsen sehr schnell, lass dich vor dem Besatz übe die Art und ihre Eigenschaften gut beraten.

Die richtige Pflege

Teiche ohne Fische machen laut unserem Experten nicht die riesen Arbeit: “Mein Miniteich ist eine alte Zinkwanne mit ein paar Wasserpflanzen. Den mache ich im Frühjahr einmal sauber und frisch. Dann wechsle ich im Sommer alle fünf sechs Wochen das Wasser. Und dann kommt etwa dreimal im Jahr ein Algenentferner rein. Im Winter kommt es darauf an, in welchem Klima man wohnt. Bei großer Kälte muss der Teich winterfest gemacht werden, damit er nicht durchfriert.“ Mit Fischen ist der Aufwand deutlich größer. Das Füttern ist dabei der schöne Luxus. Die eigentlichen Aufgaben sind Algen entfernen, Wasser nachfüllen, Filter reinigen und Pflanzen pflegen. Im Idealfall schaust du täglich nach deinem Teich. Mindestens solltest du aber eine Stunde pro Woche an Aufwand einplanen. Den Teich einmal anzulegen und ihn dann mit Tieren sich selbst zu überlassen, kommt Tierquälerei gleich. Wer also nur am Wochenende mal im Garten vorbeikommt, sollte von vornherein auf Fische verzichten oder in entsprechende Technik investieren.

Die Kosten

Ein kleiner Teich kostet beim Bau um die 100 bis 300 Euro pro Quadratmeter Wasserfläche. Je nachdem, ob noch ein Wasserspiel hinzukommt und wie aufwändig der Teich gestaltet ist, kann es auch schnell teurer werden. Wichtig: Je größer der Teich, desto geringer die Kosten pro Quadratmeter. Für einen richtigen Schwimmteich mit verschiedenen Wasserzonen kannst du aber auch gut und gerne einen fünfstelligen Betrag loswerden.

Und im Winter?

Ab circa einem Meter Wassertiefe haben Fische selbst bei strengem Frost eine Chance, draußen zu überleben. Tiefer ist deutlich besser für die Fische. Im Zweifel schaff dir ein einfaches Aquarium an und hol die Fische um Überwintern rein. Vorteil beim Miniteich: Er kann gleich komplett in Wintergarten oder das große Wohnzimmer umsiedeln.

Das Wichtigste – die Kindersicherung

Sind Kinder im Haus oder kommen zu Besuch, musst du deinen Teich so einzäunen oder abgrenzen, dass sie nie unbeaufsichtigt rankommen. Kinder lieben Fische, manche wollen sie gar streicheln und gehen völlig unbefangen auf das Wasser zu. Selbst in einem 80 Zentimeter tiefen Miniteich zu ertrinken ist leider möglich. Deshalb immer Obacht oder Zaun oder ein sicheres Metallgitter direkt unter der Wasseroberfläche.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 08. September 2021 | 11:45 Uhr

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