Fiebermittel für Kinder: Diese Regeln solltest du beachten!

Gerade Kinder bekommen zu Husten und Schnupfen schnell hohes Fieber. Welche Mittel das Fieber senken und was bei der Verabreichung zu beachten ist – wir haben die wichtigsten Fakten zusammengefasst.

Ein Bär aus Plüsch mit einem Fieber Thermometer im Mund. 1 min
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MDR JUMP Do 03.12.2020 10:45Uhr 01:10 min

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Auf gar keinen Fall Kindern geben

Gib Kindern unter keinen Umständen Fiebermittel mit Acetylsalicylsäure, also ASS, Aspirin oder ähnliches. Die Einnahme kann bei Kindern das so genannte Reye-Syndrom auslösen, das zu schweren Hirnleiden und Leberschäden bis hin zum Tod führen kann. Die Experten der Stiftung Warentest waren außerdem eindringlich davor, den Wirkstoff Paracetamol zu hoch zu dosieren. Das könne zu lebensgefährlichen Vergiftungen bei Kindern führen.

Kleide dein Kind nicht zu warm und wechsle bei Wadenwickeln oder kühlen Umschlägen die Temperatur nicht zu stark. Lass dein Kind nach der Einnahme von Fiebermitteln nicht rumtoben, auch wenn es sich kurzzeitig besser fühlt. Gleiches gilt auch bei hohem Fieber, wenn das Kind sich trotzdem gut fühlt. In jedem Fall braucht ein fieberndes Kind Ruhe.

Fiebermittel richtig einsetzen

Gib deinem Kind auch ein rezeptfreies Fiebermittel nur nach Absprache mit dem Kinderarzt. Beachte dabei die genaue Dosierung und halte vor allem die Abstände der Gaben ein. Solltest du das Fieber mit der angegebenen Dosierung nicht in den Griff bekommen, geh mit deinem Kind zum Arzt oder gegebenenfalls auch zum Notdienst. Sollte das Kind erbrechen, dann verabreiche lieber Zäpfchen, die lösen sich auch bei Durchfall sehr schnell auf und der Körper bekommt die geplante Menge an Wirkstoff.

Der Fiebermittel-Test

Bei einem Test der Stiftung Warentest hat haben die Prüfer den „Ibuflam Kindersaft von Winthrop“ für gut befunden. Auch der „Paracetamol Saft 1A Pharma“ wirkt gut gegen Fieber und Schmerzen bei Kindern. Er darf ab sieben Kilogramm Körpergewicht verabreicht werden. Wichtig: Die Dosierung genau beachten.

Auch das Magazin „Ökotest“ hat vor einiger Zeit 24 Fiebermittel getestet, Zäpfchen und Säfte. Alle sind in ihrer Wirksamkeit unbestritten. 20 Produkte schnitten sehr gut ab. Bei fünf Produkten kritisierten die Tester die Beigabe bestimmter Farb-, Konservierungs-, und Hilfsmittel. Vier davon bekamen deshalb nur ein gut.

So enthalten die drei Säfte von Ben-U-Ron, Ibudulor für Kinder und Ibuprofen AL 2% Saft für Kinder den Zusatzstoff Propylparaben, der die Vermehrung von Mikroorganismen verhindern soll. Wegen seiner hormonbeeinflussenden Wirkung ist dieser Stoff in Lebensmitteln längst verboten. Im Ben-U-Ron Saft und Dolormin Für Kinder Ibuprofensaft 40 mg/ml sind Farbstoffe beigemischt, die die Aufmerksamkeit von Kindern beeinflussen können. Ebenso kritisch sehen die Experten von Ökotest die Verwendung des Konservierungsstoffes Natriumbenzoat im Ibuflam Kindersaft 2% und Dolormin für Kinder Ibuprofensaft 40mg/ml. Schlechter als mit gut schnitt jedoch keines der getesteten Mittel ab.

Was ist eigentlich Fieber?

Fieber ist ein natürlicher Schutzmechanismus gegen Krankheitserreger, also Bakterien und Viren. Da diese sich bei Temperaturen über 37Grad Celsius nur sehr schwer vermehren, erhöht der Körper seine Temperatur als Reaktion auf das Eindringen solcher Keime.

So äußert sich Fieber

Ein Ohrenfieberthermometer, ein digitales Kontaktthermometer und ein altes Quecksilberthermometer
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Am sichersten misst du Fieber mit einem Fieberthermometer im After. Die normale Körpertemperatur liegt bei Kindern zwischen 36,5 Grad und 37,5 Grad. Durch Spielen, Toben oder auch warme Kleidung kann die Temperatur auch bei gesunden Kindern kurzzeitig auf bis zu 38 Grad ansteigen. Von richtigem Fieber durch eine Infektion spricht man bei Säuglingen ab 38,0 Grad, bei Kleinkindern ab 38,5 Grad. Bei manchen Kindern äußert sich Fieber schon bei einer leichten Temperaturerhöhung auf über 37,5 Grad durch Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Übelkeit. Andere Kinder sind noch mit knapp 39 Grad aktiv, ohne äußere Anzeichen von Fieber zu zeigen. Bei Verdacht sollten Eltern lieber einmal öfter messen.

So kannst du helfen

Solange dein Kind isst, trinkt und aktiv am Familienleben teilnimmt, musst du bei Werten unter 39 Grad nichts unternehmen. Frische Luft, luftige Kleidung und viel Flüssigkeit helfen dem Kind ebenso wie Ruhe und deine Zuwendung. Erst wenn das Fieber über 24 Stunden anhält oder bei Säuglingen über 38 Grad beziehungsweise bei Kleinkindern über 39 Grad ansteigt, solltest du zu einem Kinderarzt gehen. Auch wenn dein Kind bei zwei Mahlzeiten das Essen und vor allem das Trinken verweigert, erbricht oder gar krampft, musst du umgehend einen Arzt oder den Notdienst aufsuchen.

Maßnahmen gegen Fieber

Eine Mutter legt ihrer kleinen Tochter Wadenwickel um
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In der Regel verordnet dir der Arzt ein Fiebermittel mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen. Beide Wirkstoffe abzuwechseln, um die Mittel in kürzeren Abständen verabreichen zu können, ist bei vielen Eltern gängige Praxis. Mediziner raten davon aber ab, da es zu einer gefährlichen Überdosierung kommen kann. Leber- und Nierenschäden können die Folgen sein. Kinder von unter einem halben Jahr sollten möglichst kein Ibuprofen bekommen, es kann den Magen schädigen. Zäpfchen sind bei Kleinkindern leichter anzuwenden, Fiebersaft wird von Kindern ab zwei Jahren in der Regel gerne angenommen. Wenn der Arzt keine ernsthafte Erkrankung feststellt, kannst du leichtes Fieber auch mit den altbewährten Wadenwickeln senken. Sprich das aber mit dem Arzt ab, denn Wadenwickel sind in der Regel erst für Kinder von über sechs Monaten geeignet. Auch wenn das Kind friert oder kalte Gliedmaßen hat, sind Wadenwickel nicht zu empfehlen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 03. Dezember 2020 | 10:45 Uhr

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