Wie du den richtigen Feuerlöscher für den Heimgebrauch findest und sicher anwendest

Rauchmelder in Wohnungen und Häusern sind mittlerweile Standard. Es ist aber auch nicht verkehrt, einen Feuerlöscher in der Nähe zu haben. Welche Modelle es gibt und worauf du achten solltest, klären wir hier.

Ein Mann löscht Feuer in einem Kochtopf. 1 min
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MDR JUMP Fr 09.10.2020 10:45Uhr 01:06 min

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So kaufst Du den richtigen Feuerlöscher

Grundsätzlich kannst du aus zwei Arten auswählen: Dauerdruck- oder Aufladelöscher. Der eine ist etwas schneller einsatzbereit, der andere hat eine etwas längere Lebensdauer. Für den Hausgebrauch macht es keinen Unterschied, welchen Löscher du wählst. Wichtiger ist der Inhalt. Und der richtet sich nach dem, was zu löschen ist. Dafür gibt es sogenannte Brandklassen. A steht zum Beispiel für feste Stoffe, wie Holz oder auch Textilien, F hilft bei Bränden von Fetten und Ölen. Am besten wählst du einen Löscher, der Brandklassen kombiniert – ABC- oder ABF-Löscher sind für zu Hause ideal.

Beim Löschmittel hat Feuerwehrmann Michael Schwabe vom Landesfeuerwehrverband Thüringen klare Favoriten:

Wasser oder Schaum sind für zu Hause geeignet, mit Pulver können Sie ihre Einrichtung unbrauchbar machen.

Das Pulver dringt nämlich in kleinste Ritzen, setzt sich überall fest und lässt sich nur mit einer Komplettrenovierung wieder entfernen. 

Kein Problem bei Strombrand

Alle heute gängigen Löscher (auch mit Wasserfüllung) sind für Strombrände mit einer Spannung von maximal 1000 Volt geeignet. Das sollte auf dem Löscher vermerkt sein und Du musst beim Löschen mindestens einen Meter Abstand halten. Vorsicht: Einen Elektrobrand in der Werkstatt solltest du keinesfalls mit dem Gartenschlauch löschen, das geht schief.

Feuerlöschsprays – klein aber wirksam

Im Vergleich zu einem 12- Kilo-Löscher kommen Feuerlöschsprays fast wie Spielzeug daher. Kleine Sprayflaschen mit extragroßer Düse und meist gerademal einem halb Liter Inhalt. Unser Feuerwehrexperte findet die Sprays durchaus nützlich:

Die wurden Anfangs tatsächlich ein bisschen verlacht, sind aber durchaus für den Heimgebrauch sehr nützlich. Sie können so ein Spray nämlich bequem in Reichweite deponieren und haben es dann auch schnell zur Hand.

Und bei Kosten ab rund zehn Euro pro Spray, kannst du dein Zuhause auch relativ günstig mit mehreren Flaschen ausstatten.

Die Brandschutzdecke – ein Auslaufmodell

Auch wenn es die Schutzdecken zum Ersticken des Feuers immer noch zu kaufen gibt, unser Experte ist eher kritisch: "Löschdecken werden heute nicht mehr so positiv gesehen, weil sie einfach in der Handhabung umständlich sein können. Ehe Sie so eine Decke entfaltet und zum Beispiel eine brennende Person bedeckt haben, können Sie auch zum Löscher greifen." Bei bestimmten Situationen rät er außerdem zum praktischen Handeln:

Manchmal sind die Lösungen ganz einfach. Wenn der Topf brennt, kann es schon reichen, den Deckel drauf zu machen.

Erst 112 wählen oder erst Löschen? Das richtige Verhalten im Ernstfall

Alles was du an Löschmitteln zu Hause hast, kann nur einen Entstehungsbrand verhindern. Du kannst damit keinesfalls ganze Räume oder Gebäude löschen. Feuerlöscher funktionieren maximal 30 Sekunden bis eine Minute, mehr nicht. Deshalb rät unser Experte:

An erster Stelle steht immer die Sicherheit von Ihnen und anderen betroffenen Personen. Nur wenn Sie unmittelbar einen Löscher zur Hand haben, sollten Sie einen einmaligen Löschversuch starten.

Ansonsten gilt bei Bränden laut Michael Schwabe folgende Reihenfolge:

Alle vom Feuer betroffenen Personen warnen und wenn möglich aus der Gefahrensituation bringen,  112 rufen und wenn noch Zeit und gefahrlos Gelegenheit ist, einen Löschversuch starten.

Der Experte warnt davor, ewig lange mit einem Feuerlöscher rum zu hantieren und dabei möglicherweise vom Feuer eingeschlossen zu werden.

Achten Sie immer darauf  sich einen rauchfreien Rückweg abzusichern. Fliehen Sie nie durch verqualmte Räume, machen Sie lieber an einem offenen Fenster auf sich aufmerksam und warten auf Hilfe

Wie lange dein Löscher hält

Aller zwei Jahre solltest du theoretisch einen Löscher vom Fachmann überprüfen lassen. Pflicht ist das nicht. Und wenn dein Löscher trocken  und wettergeschützt gelagert wird, bleibt er viele Jahre einsatzfähig. Dauerdrucklöscher zeigen mit einem Manometer, ob sie noch genügend Druck fürs Löschen haben.

So probst Du den Ernstfall

Es macht schon Sinn, selbst mal zu spüren, wie lange so ein Löscher tatsächlich im Einsatz funktioniert, wohin du sprühen musst usw. Dazu empfiehlt unser Feuerwehrmann:

Wenn Sie ohnehin einen neuen Löscher kaufen, dann können Sie mit dem alten mal einen Löschversuch im Garten unternehmen. Leere Löscher gehen problemlos in den Schrott.

Wichtig ist auch auszuprobieren, ob dir eher ein kleines Löschspray liegt oder du im Ernstfall tatsächlich einen 12 Kilo Löscher leicht transportieren und bedienen kannst.

Fazit

Feuerlöscher sind die besten Mittel um zu Hause einen Entstehungsbrand zu bekämpfen. Du bekommst gute Löscher für verschiedene Brandarten schon ab 10 bis 20 Euro. Im Ernstfall sicherst du zuerst dein Leben und alarmierst andere Betroffene und die Feuerwehr, bevor du nach dem Löscher suchst und einen Löschversuch unternimmst.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 09. Oktober 2020 | 10:45 Uhr

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