Warum Feuerschale und Korb ratsam sind und wen du fragen musst

Ich….habe…..Feuer….gemacht!!! Ja, das wollen wir doch alle im Garten, so ein kleines Knäckerchen mit Familie und Freunden. Gerade wenn man noch nicht wirklich weit reisen darf. Wann das geht und was du beachten musst.

Wann Feuer erlaubt ist – und wann verboten

Einfach ein paar Äste auf den Haufen werfen und anbrennen, das geht nicht.

Ein richtiges Lagerfeuer im Garten musst du dir genehmigen lassen. Das gilt besonders dann, wenn das Feuer auf einem freien Platz stattfinden soll, also nicht mit Steinen umrandet oder anders eingegrenzt ist. Solche Feuer musst du dir zwingend genehmigen lassen. Ausnahmen gelten in den meisten Gemeinden für Feuer in Feuerschalen, -körben und Ähnlichem.

Wichtig: Egal ob genehmigt oder erlaubt, du musst immer Wetter und Waldbrandgefahr beachten. Die Waldbrandstufen sind in Deutschland einheitlich festgelegt. Was du wann machen darfst, das kann zwischen den Bundesländern variieren.  Welche Waldbrandstufe aktuell in deiner Region gilt, erfährst du beim Deutschen Wetterdienst. Als Faustregel gilt: Ab Waldbrandstufe 3 in deiner Region solltest Du kein offenes Feuer mehr machen.

Wen du fürs Lagefeuer fragen musst

Die Erlaubnis zur Durchführung von Lagerfeuern bzw. Brauchtumsfeuern ist bei der zuständigen Gemeinde einzuholen

Traditionelles Mittsommerfest
Bildrechte: imago/ecomedia/robert fishman

rät Michael Schwabe, Vorstandsmitglied des Thüringer Feuerwehrverbandes. An die Gemeinde  schreibst du eine Mail mit Ort, Datum, geplantem Beginn und Ende deines Lagerfeuers. In der Regel bekommst du dann die Genehmigung mit Merkblatt zur Durchführung. Und es gibt Infos, wen du kurz vor Beginn noch informieren musst, zum Beispiel die örtliche Feuerwehr und die zuständige Rettungsleitstelle.  Mancherorts kostet so eine Genehmigung nichts, woanders zahlst du zwischen 10 und 20 Euro dafür.

Grundregeln, die einhalten musst

Bei Lagerfeuer, also einem offenen Feuer musst du Mindestabstände zu Gebäuden, dem Nachbarn, Feldflächen und besonders zum Wald einhalten. Diese Abstände sind wieder individuell geregelt. Grob gemerkt: 10 Meter zu brennbaren Gegenständen und Gebäuden (Holzhäuser oder welche mit Reetdach müssen mindestens 50 Meter weit weg sein), 20 Meter zu Feldflächen und mindestens 100 Meter zum Wald. Grundsätzlich für alle Feuer gilt: Es darf keine Gefahr davon ausgehen. Du musst Waldbrandgefahr, Funkenflug, Windstärke und auch die Rauchentwicklung und Belästigung von Anwohnern beachten. Wenn du das Lagerfeuer auf einer Stelle mit brennbarem Untergrund, wie trockenem Gras entzünden willst, musst du einen 50 Zentimeter breiten Wundstreifen drum herum anlegen. Das können Sand, umgegrabene Erde oder auch ein Steinkreis sein. Während des Feuers musst du unbedingt Löschmittel wie Feuerlöscher, Gießkanne, Wassereimer oder auch Sand bereithalten.

Warum Feuerschale, Korb und Co. Sinn ergeben

Eingefriedete Feuer, etwa mit Steinumrandung oder eben Feuerschale musst du normalerweise nicht anmelden. Dazu unser Experte von der Feuerwehr:

Handelsübliche Feuerschalen oder –körbe (maximal Ø 1,5m), Aztekenöfen u. ä. sind im Sinne des Immissionsschutzrechts „nicht genehmigungsbedürftige Anlagen“, die der Wärmegewinnung als sogenannte Wärme- oder Gemütlichkeitsfeuer dienen.

Du solltest dafür sorgen, dass der Boden unterhalb nicht brennbar ist beziehungsweise nicht unnütz geschädigt wird. Vorteil: Beachtest du Wetter und Waldbrandstufen, kannst du spontan ein Feuerchen machen und hast es auch besser unter Kontrolle.

Was du verbrennen darfst und was nicht

Naturbelassenes, trockenes Holz oder auch Holzbriketts sind ideal, kannst du einen Grill auflegen, dann ist auch Holzkohle erlaubt. Trockene Zweige und Äste gehen auch und sogar Zapfen von Nadelbäumen. Alles andere gehört nicht aufs Feuer: Keine lackierten oder lasierten Bretter, keine Gartenabfälle, kein Laub oder sonstiger Unrat.  

Wie du das Feuer richtig anbekommst

Pappe und Papier sind möglich aber nicht besonders umweltfreundlich. Kleines Holz mit Kohle- oder Grillanzünder sind gut, ein Gasbrenner ideal.

Benzin, Spiritus und andere Brandbeschleuniger solltest du nie verwenden.

Wie du das Feuer richtig ausbekommst

Damit es nicht heimlich weiterglimmt, solltest du den Untergrund und die Umrandung vorher und während des Feuers immer mal wieder mit Gießkanne oder Schlauch besprühen. Am Ende musst du das Feuer löschen. Das macht nur mit reichlich Wasser Sinn. Auch Sand erstickt sicherlich Feuer, du kannst aber nie sicher sein, dass nicht doch noch irgendwo was glimmt.

Wichtig: Warte wirklich bis das Feuer aus ist. Einfach Abbrennen lassen ist verboten. Nachts könnte der Wind auffrischen und Glut und Funkenflug in der Umgebung großen Schaden anrichten.

Mal ganz praktisch – was du unbedingt noch beachten solltest:

  • Aus Sicherheitsgründen rät unser Experte: “Durch geeignete Maßnahmen, wie z. B. kurzfristiger Aufbau (max. 24 Stunden vor dem Abbrennen), Sichtkontrolle und Umstapeln des Holzes vor dem Abbrennen ist dafür Sorge zu tragen, dass sich keine Menschen, insbesondere Kinder in dem Brennholzstapel befinden und unterschlupfsuchende Tiere durch das Feuer nicht gefährdet werden.“ Oft nisten sich dort nämlich Igel, Mäuse und Vögel ein und die würden qualvoll verbrennen.
  • Einer bleibt immer nüchtern und hat die Verantwortung: Trinken alle, wird’s lustig aber oft auch lässig bis nachlässig.
  • Besonders auf Kinder achten: Für sie ist Feuer was ganz Spannendes und sie haben oft noch kein Gefühl für die Gefahr.
  • Mutproben unterlassen: Übers Feuer springen oder gar Durchlaufen ist kreuzgefährlich.
  • Auflagen für Bänke und Gartenstühle leben gefährlich: Sie sollten möglichst nicht brennbar sein und bekommen schnell mal ein Brandloch.
  • Funken die in Nachbars Scheune fliegen finden tatsächlich in alten Biberschwanzdächern kleine Lücken. Liegt dann noch trockenes Heu oder Stroh in der Scheune wird’s gefährlich.

Ein Telefon mit gutem Empfang und die 112 sollten parat liegen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 21. Mai 2021 | 10:45 Uhr

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