QLED, OLED oder LCD: So behältst du den Durchblick und sparst bares Geld

TV-Kauf im Geschäft 1 min
Bildrechte: IMAGO

MDR JUMP Di 03.12.2019 02:10Uhr 00:58 min

Audio herunterladen [MP3 | 907,9 KB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 446,8 KB | AAC | 256 kbit/s] https://www.jumpradio.de/podcasts/quicktipp/fernseher-kaufen-100.html

Rechte: MDR JUMP

Audio

Die passende Bildschirmgröße für die Wohnung

Wer sich einen neuen Fernseher kaufen will, sollte vorher den Abstand zu Sofa oder Lieblingssessel ausmessen. Früher wurde für den Kauf gern die Daumenregel "Bildschirmdiagonale mal zwei = optimaler Sitzabstand" genannt. Bei einem Gerät mit 43 Zoll (knapp 109 Zentimeter) Diagonale waren das 2,18 Meter. Die Regel ist inzwischen etwas überholt.

Man kauft heute größere Geräte: Die haben meist eine 4K-Auflösung  und die zeigt mehr Details als ein Fernseher mit einer Full HD-Auflösung. Diese zusätzlichen Details sehe ich nicht, wenn ich zu weit weg sitze.

Andreas Nolde, CHIP Online

Aktuell könne man sich eher an der Daumenregel "Zweifache Bildschirmhöhe = optimaler Sitzabstand" orientieren. Bei 43 Zoll Diagonale ist ein Bildschirm meist rund 53 Zentimeter hoch. Optimal wären also rund 1,06 Meter Sitzabstand.

Die richtige Bildschirmgröße für die Zuschauer

Ich würde vor dem Kauf aber auch noch überlegen, wie viele Menschen vor dem Fernseher sitzen. Sitzen zwei Personen frontal davor, kann der Abstand zum Fernseher auch kleiner sein. Sitzen dann nochmal zwei Personen extra daneben, wird es bei einem großen Fernseher und einem kleinen Sitzabstand schwierig.

Andreas Nolde

Die beiden zusätzlichen Zuschauer würden dann in einem schlechten Winkel auf den Fernseher schauen. Dann sei bei vielen aktuellen Fernsehern der Kontrast sichtbar schlechter. Wer das neue Gerät als Hauptfernseher einsetzen will, sollte generell nicht unter 40 Zoll Bildschirmdiagonale gehen. Das rät Stiftung Warentest. Bei kleineren Geräten müssten Käufer bei der Tonqualität und bei der Darstellung von schnellen Bewegungen etwa bei Kino-Blockbustern oder bei Sportübertragungen Abstriche hinnehmen.

Das beste Display

Fernseh-Käufer können im Prinzip zwischen zwei Technologien wählen: OLED-Technik (kurz für: organische Lichtdioden) soll laut Experten im Vergleich natürliche und leuchtende Farben liefern, ein tieferes Schwarz und Schärfe auch bei schnellen Bewegungen. Die LCD-Technik (kurz für: Flüssigkristall-Dioden) dagegen kann etwas hellere Bilder liefern, die auch bei Tageslicht gut aussehen.

Zudem gibt’s noch die QLEDs, eine Weiterentwicklung der LCD-Technik. Die finden Sie aber nur in Premiumgeräten und die kann man mit den OLEDs gleichsetzen.

Andreas Nolde

Am Ende entschieden der Geldbeutel und die eigenen Vorlieben. In günstigeren Fernsehern werde meist LCD-Technik verbaut, in hochwertigeren TVs eher OLED oder QLED.

Ich muss da auch immer etwas danach entscheiden, ob mir das Bild gefällt. Schärfe, Helligkeit und Kontrast muss ich sowieso immer noch nachregeln und an meine Lichtverhältnisse zu Hause anpassen.

Andreas Nolde

Die sinnvollste Auflösung

"Full HD 3D ready" steht auf einem Werbeschild, dahinter TV-Geräte
Bildrechte: Colourbox

Bluray-Discs liefern Filme in Full HD, aktuelle Spielkonsolen setzen ebenfalls meist auf diese Auflösung, Streaminganbieter wie Netflix oder Amazon Prime auch. Zahlreiche Fernsehsender übertragen inzwischen ebenso in Full HD. Diese Auflösung ist also Stand der Technik und bei aktuellen Fernseher auch der Mindeststandard.

Ein Full-HD-Gerät würde ich aber nur noch in den kleineren Bildschirmgrößen kaufen. Ab so 42 Zoll, 45 Zoll würde ich ein Gerät mit 4K oder UHD kaufen, also mit deutlich höherer Auflösung.

Andreas Nolde

Die Zahl der Inhalte für die hohe Auflösung wächst langsam: Einige Streaminganbieter liefern gegen Aufpreis und bei einer sehr schnellen Internetleitung Filme und Serien in 4K. Außerdem gibt es immer mehr Filme auf UHD-Blurays, für die aber ein extra Abspielgerät oder eine Xbox One Spielkonsole nötig ist.

Einige hochwertige Geräte bieten inzwischen sogar 8K: Dafür gibt’s aber keine Inhalte. Es sei denn, Sie wollen hoch aufgelöste Fotos auf dem Fernseher anschauen.

Andreas Nolde

Einige Hersteller werben zudem noch damit, dass ihre Geräte HDR-fähig (kurz für: High Dynamic Range) sind. Damit werden Farben und Kontraste kräftiger dargestellt. So lassen sich oft mehr Details erkennen. Solche Inhalte liefern Streamingdienste und manche Bluray-Player.

Wenn mir das wirklich wichtig ist, sollte ich ein Gerät kaufen, das alle gängigen HDR-Standards kann. Da gibt’s auch wieder mehrere, die heißen dann HDR 10, HDR10+ und Dolby Vision.

Mit einem Alleskönner fahre man ganz sicher.

Die wichtigen Anschlüsse

Bei den Anschlüssen müssen Käufer anders als noch vor ein paar Jahren auf nicht mehr viel achten. Spielkonsole, Bluray-Abspielgerät oder Soundbar werden in der Regel über HDMI angeschlossen.

An HDMI-Anschlüssen sollten daher schon ein paar mehr am Fernseher sein, drei bis vier sind meist ausreichend und die sollten den aktuellen HDMI-Standard unterstützen. Denn die Standards werden für höhere Bandbreiten beim Streaming und für höhere Auflösung immer weiter entwickelt.

Andreas Nolde

Bislang ist HDMI 2.0 verbreitet. HDMI 2.1 wurde zuletzt auf der Funkausstellung in Berlin (September 2019) gezeigt. Wer über einen Bluetooth-Kopfhörer fernsehen möchte, muss entweder nach einem der wenigen Geräte mit so einem Anschluss suchen oder selbst einen Transmitter kaufen und an den Kopfhörerausgang vom Fernseher anschließen.

Bluetooth ist in der Regel auch bei höherwertigen Geräten nicht dabei.

Für den Empfang von Fernseh-Bildern haben fast alle aktuellen Geräten sämtliche nötige Technik serienmäßig verbaut: Einen Receiver für den Kabelanschluss, einen für die Signale von der Satellitenschüssel und einen für das Antennenfernsehen DVB-T2 HD. Einzig wer Fernseher über IP, also beispielsweise das Internetfernsehen der Telekom oder von Vodafone schaut, muss dafür einen zusätzlichen Empfänger anschließen.

Wenn Sie einen Fernseher von 2018 oder 2019 kaufen, dann hat der einen leistungsstarken Prozessor drin, der auch die Inhalte von Streaming-Anbietern, Netflix, Prime empfangen und verarbeiten kann.

Andreas Nolde

Der gute Sound

Bis vor wenigen Jahren hieß es immer:

Flache Fernseher liefern nur flachen Sound.

Das habe sich etwas geändert, sagt unser Experte:

Die Hersteller setzen wieder auf guten Sound, vor allem bei den Premium-Modellen. Die arbeiten dafür auch mit klassischen Audioherstellern zusammen.

Andreas Nolde
Soundbar
Bildrechte: Colourbox.de

Die Hersteller würden dann für die teureren Modelle leistungsstarke Soundsysteme mit dem Fernseher mitliefern. Bei günstigen LCD-Geräten sollten Käufer die 300 Euro für eine Soundbar besser mit einplanen.

Gerätevergleich im Geschäft eher schwierig

Im Elektronikgroßmarkt sehen die Bilder auf den aufgereihten Fernseher fast immer atemberaubend gut aus, zu Hause wundern sich Käufer dann immer etwas.

Das liegt daran, dass die Verkäufer unter anderem optimierte Inhalte auf den Geräten laufen lassen, einen Shop-Modus mit voller Helligkeit einstellen und viel Kontrast. Das brennt mir dann fast die Netzhaut weg.

Andreas Nolde

Ein solider Vergleich sei im Geschäft somit eher schwierig. Käufer können zumindest testen, wie gut ein Bildschirm von der Seite betrachtet Farben und Kontrast darstellt.

Ich würde zudem darauf achten, wie flüssig sind Bewegungen, wie sauber sind Kanten dargestellt. Das sind so Kleinigkeiten, die man sich anschauen kann.

Andreas Nolde

Der richtige Zeitpunkt für den Kauf

Fernseher sind ganz knapp vor dem Fest am günstigsten. Je länger man wartet, desto weiter fallen die Preise laut dem Vergleichsportal guenstiger.de. So gingen die Preise für Fernseher 2018 kurz vor Weihnachten nochmal fünf Prozent im Schnitt nach unten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 03. Dezember 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Dezember 2019, 02:10 Uhr