Fernsehen über Kabel, Internet oder Satellit: Wo schaut man günstig und ohne Aussetzer?

Vier junge Menschen schauen Fernsehen 1 min
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MDR JUMP Di 15.12.2020 10:45Uhr 01:04 min

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Über Kabel, den Internetanschluss, die Satellitenschüssel oder über Antenne: Die Fernsehbilder kommen über ganz verschiedene Wege auf den Bildschirm. Die haben alle ihre Vor- und Nachteile und kosten auch unterschiedlich viel. Wir geben einen Überblick.

Kabelfernsehen: Schön einfach, aber meist teurer

Was braucht man dafür?

Eine Wohnung oder ein Haus, die ans Kabelnetz angeschlossen sind und einen Fernseher, der nicht älter als fünf Jahre ist. Dann hat der fast immer ein DVB-C-Modul an Bord, das die digitalen Fernsehsignale der Kabelnetzanbieter in Bilder umwandelt. Alle großen Kabelanbieter übertragen inzwischen digital. Die analoge Variante gibt es nur noch in sehr kleinen Kabelnetzen in ländlichen Regionen. Ältere Fernseher können mit einem Receiver fit für diesen Empfangsweg gemacht werden. Die Geräte kosten um die 20 Euro.

Kosten im Monat

Die sind hier im Vergleich mit anderen Übertragungswegen am höchsten, sagte Verena Blöcher vom Vergleichsportal Verivox:

Verena Blöcher, Verivox
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Unter 20 Euro pro Monat kommen Sie nicht weg. Außer der Anschluss wird für die Mieter über die Nebenkosten subventioniert. Trotzdem haben Sie dann erstmal nur den Kabelanschluss selbst, die HD-Angebote der privaten Sender etwa muss man dazu buchen.

In der Regel können Kabelkunden nur die Öffentlich-Rechtlichen Fernsehsender in HD sehen. Privatsender werden meist nur in SD übertragen, also in der von früher gewohnten Bildqualität. Wer RTL, Pro7 und DMAX in HD möchte oder gar die wenigen Angebote in Ultra-HD nutzen will, muss beim Kabelanbieter meist noch entsprechende Angebote dazu buchen. Die kosten zwischen drei und fünf Euro im Monat. Fernsehkunden bekommen dann eine HD-Karte, die in das CI-Modul am Fernseher gesteckt wird. Den Einschub bieten auch die meisten der aktuellen Kabelreceiver.

Das lässt einen entspannt fernsehen

Kabelfernsehen lässt sich recht einfach einrichten und liefert dann einen stabilen Empfang ohne Aussetzer. Nur wenn der Kabelnetzbetreiber selbst ein Problem hat, ist das Bild weg. Thorsten Neuhetzki vom Online-Magazin inside digital sagte:

Thorsten Neuhetzki, inside digital
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Das Sendesignal wird einmal ausgestrahlt und das bekommen dann alle in der gleichen Qualität. Daran ändert sich auch nichts, wenn abends sehr viele gleichzeitig fernsehen.

Weil inzwischen fast alle Anbieter auf digitale Fernsehsignale setzen, sei die Bildqualität auch so gut wie bei Empfang über Satellit oder über Internet.

Das kann den Fernsehgenuss stören

Die nicht immer kundenfreundliche Tarifpolitik der Kabelanbieter. Thorsten Neuhetzki sagte:

RTL und Pro7 in HD etwa gibt es beim Anbieter Vodafone für vier Euro. Da müssen Kunden aber danach suchen. Die Anbieter, insbesondere Vodafone, versuchen Kunden beim ersten Mal, einen zehn oder fünfzehn Euro teuren Vertrag aufzudrücken.

Satellitenfernsehen: Günstige, aber etwas wetteranfällige Variante

Was braucht man dafür?

Eine Satellitenschüssel am Haus oder auf dem Dach. Einfache gibt es inklusive Zubehör für 40 Euro. Ab 60 Euro aufwärts kosten Flachantennen für den Satellitenempfang. Die sehen viele Vermieter lieber am Haus als die klassischen Schüsseln. Aktuelle Fernseher haben in der Regel den nötigen DVB-S-Empfänger. Auch hier kann man mit einem Receiver ältere Geräte nachrüsten.

Kosten im Monat

Abgesehen von den Einmalkosten für die Satellitenschüssel ist dieser Weg mit rund sechs Euro pro Monat im Vergleich der günstigste, so das Vergleichsportal Verivox. Diese Kosten werden fällig, wenn man private Sender in HD sehen will. Die Verschlüsselung heißt hier HD+. Auch dafür ist ein CI-Modul am Fernseher oder am Receiver nötig. Die öffentlich-rechtlichen Sender sind in SD und HD frei empfangbar.

Das lässt einen entspannt fernsehen

Beim Fernsehen über Satellit hat man die größte Programmauswahl: Mehrere hundert Sender.

Das kann den Fernsehgenuss stören

Bei Schnee oder Starkregen kann der Empfang abbrechen oder stark gestört werden. Thorsten Neuhetzki sagte:

Klassischerweise stellt man sich heute die 60-Zentimeter-Schüsseln hin und da kann das Signal wegbrechen. Größere Schüsseln haben mehr Empfangsreserven und können da auch etwas überbrücken. Alternativ gibt es sogar noch beheizte Satellitenschüsseln für schneereiche Gebiete.

Fernsehen übers Internet: Bei schneller und stabiler Leitung echte Alternative

Was braucht man dafür?

Computer-Nutzer 2012 in einer Wohnung, Internetverbindung über W-Lan-Router
Bildrechte: imago/Jochen Tack

Einen schnellen Internetanschluss: Eine Leitung mit 16 Mbit/s gilt aktuell als Untergrenze, wenn man über Anbieter wie Zattoo oder Waipu sehen will. Die werden auch oft als "Over-the-top"-Dienste bezeichnet. Vereinfacht gesagt wird dabei das Internet eines Netzbetreibers dafür genutzt, von den Plattformen  Fernsehbilder in Datenpaketen auf den TV zu Hause zu liefern. Die zum Anschauen nötigen Apps von Zattoo oder Waipu haben viele Smart TVs schon auf dem Gerät. Inside digital-Experte Neuhetzki:

Technisch etwas anders ist das bei integrierten Anbietern wie O2 oder Telekom oder Vodafone. Dort wird das Fernsehen übers Internet IPTV genannt. Die Telekom nimmt dafür relativ hohe Bandbreiten an, weil die eine vernünftige Qualität anbieten wollen. Das ist ja der Hauptempfangsweg fürs Fernsehen. Für HD müssen es da schon 50 Mbit/s sein. Drunter kann man es gar nicht buchen.

Damit soll unter anderem auch sichergestellt werden, dass das Fernsehen genauso stabil läuft wie über Kabel oder Satellit. Nicht verwirren lassen: Angebote wie das MagentaTV der Telekom können auch gebucht werden, wenn jemand seinen Internet-Anschluss bei Vodafone hat.

Das ist dann aber eben auch ein so genanntes "Over-the-top"-Angebot. Und wenn da die Internetleitung schlecht ist, dann ist halt auch das Bildsignal mal kurz weg. Bin ich bei Telekom selber Kunde und habe MagentaTV, ist die Qualität der Leitung ist auch gesichert.

Ältere Fernseher ohne Internetverbindung oder ohne die Apps der TV-Plattformen können mit unter anderem mit dem Fire-Stick von Amazon fit gemacht werden.

Kosten im Monat

Um die acht Euro, so Verivox. Dazu kommen natürlich noch die Kosten für die Internetleitung. Die wird aber in der Regel auch für andere Beschäftigungen als Fernsehen genutzt.

Das lässt einen entspannt fernsehen

Mit einer schnellen Internetleitung klappt es auch mit der Bildqualität. Dann sind bei SD oder HD keine Unterschiede zum "klassischen" Fernsehen sichtbar. Thorsten Neuhetzki:

Ich nutze hier in meiner Wohnung sowohl Kabelfernsehen und auch "Over-the-top"-Anbieter. Und ich stelle mit meinem Auge und einem guten HD-Fernseher keinen Unterschied fest. Es ist dann eher die Tonqualität, wo es Unterschiede gibt.

Das kann den Fernsehgenuss stören

Probleme kann es geben, wenn die Internetleitung bauartbedingt Schwankungen bei der Schnelligkeit hat. Das passiert bei manchen Anbietern von Internet über das Fernsehkabel. Dann schrumpft die Bandbreite in Zeiten, wenn sehr viele das Internet nutzen. Also meist abends oder am Wochenende. Bei solchen Schwankungen leidet auch die Bildqualität.

Fernsehen über die Antenne: Hochgerüstet auf HD

Das nötige Empfangsmodul (DVB-T2 HD) haben viele moderne Flachbildfernseher schon. Die Antenne gibt es für unter zehn Euro. Alle Programme werden bei diesem Weg in HD-Qualität übertragen. Frei empfangbar sind aber nur die Öffentlich-Rechtlichen. Für Privatsender werden um die sieben Euro im Monat fällig. Die müssen wieder mit HD-Karte im CI-Modul entschlüsselt werden. Allerdings werden nicht alle Regionen in Deutschland gleich gut mit dem Antennenfernsehen versorgt, so Thorsten Neuhetzki:

Außerhalb der Ballungsgebiete kann es mir passieren, dass man wirklich nur die öffentlich-rechtlichen Sender hat. Die Privatsender picken sich da so ein bisschen die Rosinen raus und schauen: Wo lohnt sich eine Sendemast?

Das kann man aber vorher im Internet oder im Fachhandel checken.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 15. Dezember 2020 | 10:45 Uhr

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