Ferienzeit: So schreckst du Einbrecher effektiv ab

Alle paar Minuten wird in Deutschland in ein Haus oder eine Wohnung eingebrochen. Besonders beliebt: verwaiste Objekte in der Urlaubszeit. Wir zeigen, wie du dein Haus oder deine Wohnung einbruchssicher machst.

Nicht alles ist schlecht: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist 2020 um 13,9 Prozent gesunken, das überrascht nicht. Schließlich haben sich die Menschen wegen Distanzunterricht und Homeoffice viel mehr daheim aufgehalten als in normalen Zeiten. Dadurch gab es für Einbrecher deutlich weniger Gelegenheiten, unbemerkt in Wohnungen einzusteigen. Auch wenn da meist nicht so viel zu holen ist, verlagerten sich einige Einbrecher mangels anderer Tatgelegenheiten 2020 darauf, in Keller, Waschküchen und Speicher einzusteigen. Hier registrierte die Polizei eine Zunahme der Fälle um 10,6 Prozent.

Die Meinung unserer Experten

Unsere Experten sagen: Einbrecher bevorzugen Objekte, die vorher gut zu beobachten sind. So können die Täter ein, zwei Tage vor dem eigentlichen Bruch ausspähen, ob und wann dort jemand anwesend ist oder ob das Objekt eventuell über längere Zeit leer steht, erläutern unsere Sicherheitsexperten. Etwa Einfamilienhäuser in Siedlungen sind begehrt, gerade wenn sie nahe einer Autobahn liegen. So können die Täter schnell vom Tatort wieder verschwinden.

Aber auch ein Mietshaus inmitten der Stadt ist ein lohnendes Ziel. Dort ist es normal, dass viele Menschen ein und ausgehen. Ein Fremder, der sich das Haus von innen anschaut, fällt oft deswegen nicht weiter auf. Schnelles Geld und leicht zu transportierende Wertgegenstände wie Laptop und Schmuck interessieren Einbrecher. Ein großer schwerer Fernseher interessiert heute kaum noch jemanden.

Urlaubsfotos im Internet – eine Einladung für Einbrecher

Auch wenn du noch so gerne Fotos aus deinem tollen Strandurlaub über die sozialen Netzwerke verbreiten möchtest, warte damit bis nach dem Urlaub. Einbrecher sehen ein Haus oder eine Wohnung, die verlassen wirkt. Über Klingelschild und Hausnummer bist du unter Umständen sehr schnell im Netz zu finden. Und wenn du dann noch mitteilst, wie toll es gerade fernab der Heimat ist, dann hat der Einbrecher gute Karten.

Mit Einbruchsicherungen vorsorgen

Einbrecher bricht Tür auf
Bildrechte: Colourbox.de

Eine Polizeistudie kam vor einiger Zeit zu dem Ergebnis, dass in 43 Prozent der Fälle der Einbruch nur als Versuch endet, weil es dem Täter einfach zu lange dauerte, ins Haus zu kommen. Wer nach zwei bis fünf Minuten keinen Erfolg hatte, lässt den Einbruch sein. Deshalb sind mechanische und elektronische Einbruchsicherungen eine wirkungsvolle Abwehr-Methode.

Etwas mehr als zehn Euro kosten Türkrallen, die von innen die Klinke oder den Knauf blockieren. So genannte Doorjammer für etwas mehr als vierzig Euro dagegen werden unterhalb des Türrahmens verkeilt. Türkralle und Doorjammer erschweren den Einbrechern nicht nur das Eindringen, sie sorgen auch für störenden Krach.

Alarm-Türstopper wecken Mieter oder Hausbesitzer

Für rund zwölf Euro gibt es keilförmige Stopper, die nicht nur die Tür von innen blockieren. Sie schlagen auch Alarm, wenn jemand die Tür öffnen will. Mieter, Nachbarn und Hausbewohner würden wach und könnten reagieren. Zudem werde der Täter abgeschreckt.

Auf auskundschaftende Personen achten

Auch dein persönliches Verhalten ist ein wichtiger Schutz gegen Einbrecher. Unser Experte rät zur Wachsamkeit. Einbrecher spähen ihre Zielobjekte fast immer vorher aus. Findest du jemanden merkwürdig, sprich ihn direkt und freundlich an, ob du bei der augenscheinlichen Suche nach einer Adresse helfen können. Das schreckt Einbrecher ab. Denn sie wollen nicht gesehen werden.

Fallen dir Fahrzeuge auf, die betont langsam durch ihre Gegend fahren, dann schau ruhig mal nach dem Nummernschild. Das kann der Handwerker sein, der fremd in der Gegend ist, aber eben auch Teil einer Einbrecherbande. Im Zweifel notier dir die Autonummer und teile sie der Polizei mit. Häufen sich derartige Hinweise für bestimmte Regionen, sind das wichtige Aspekte zur Erstellung eines Bewegungsprofils krimineller Banden.

Für Bewegung am und im Haus sorgen

Unbewohnte Häuser oder Wohnungen in der Urlaubszeit sind bei Einbrechern sehr beliebt. Also solltest du nie den Eindruck erwecken, dass Haus oder Wohnung lange Zeit nicht bewohnt werden. Hier sind gute Nachbarn gefragt, die in der Abwesenheit nicht nur die Blumen gießen, sondern auch mal die Rollläden hoch- und runterlassen oder das Licht an- und ausmachen.

Symbolbild Einbruch, Einbrecher will in ein Haus eindringen, schleicht sich auf der Terrasse an.
Bildrechte: imago/Jochen Tack

Neben dem guten Nachbarn gibt es inzwischen auch Technik, die es so aussehen lässt, als wäre jemand zuhause. So auch das etwa dreißig Euro teure Fake TV. Das Gerät ähnelt einer Lampe und wird laut Hersteller in Fensternähe gegen eine Wand gerichtet. In der Dämmerung soll es sich einschalten und für mehrere Stunden die Lichteffekte eines Fernsehers simulieren.

Noch etwas besser sind aus Sicht unserer Experten Steckdosenleisten mit Internetverbindung. So können Mieter oder Hausbesitzer von unterwegs etwa übers Smartphone das Licht zufällig an- und ausschalten. Ab 15 Euro gibt es Nachtlichter, die sich bei Bewegungen vor dem Sensor anschalten. Für rund 50 Euro können die Geräte im Ernstfall auch stillen Alarm auslösen oder das Bellen eines Wachhundes abspielen.

Fazit

Alles was den Einbruch irgendwie schwieriger und andere optisch oder akustisch darauf aufmerksam macht, ist erstmal besser als gar nichts. Deutlich besser sind aus seiner Sicht aber Alarme oder Schutzsysteme mit dem VDS-Siegel. Die werden von Fachleuten überprüft, sind aber auch entsprechend teuer. Generell sollte man sich aber nicht auf einen Alarm verlassen. Wohnung oder Haus sollten möglichst einbruchssicher ausgerüstet sein. Dazu gehörten etwa Sperrriegel für die Türen, abschließbare Fenstergriffe oder besondere Bolzen für Terrassen- oder Balkontüren. Eine kostenlose Beratung bieten die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen an.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 30. Juli 2021 | 11:45 Uhr

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