Ferienjobs während der Corona-Krise – die wichtigsten Regeln!

Auch während der Corona-Krise wollen Schüler ihr Taschengeld aufbessern. Gleichzeitig können sie so schon mal Erfahrungen für die Jobwahl machen. Aber was gilt es zu beachten?

Eine junge Frau hinter einem Tresen in einem Café 1 min
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MDR JUMP Fr 17.07.2020 10:45Uhr 01:13 min

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Corona-Regeln für Ferienjobs

Auch die Regeln für Ferienjobs sind von der Corona-Pandemie beeinflusst. Deutlich länger können Schüler oder Studenten in diesem Jahr arbeiten. Zwischen 1. März und 31. Oktober sind nun fünf Monate oder 115 Tage erlaubt. Wichtig dabei: Die Beschäftigung muss vertraglich oder „aufgrund ihrer Art“ befristet sein.

Altersgrenze

Das Jugendarbeitsschutzgesetz gibt diesbezüglich den rechtlichen Rahmen vor. Danach dürfen Unternehmen Jugendliche unter 13 Jahren grundsätzlich nicht beschäftigen. Im Alter von 13 bis 14 Jahren dürfen Jugendliche mit Einwilligung der Eltern werktags zwischen 8 und 18 Uhr für maximal zwei Stunden arbeiten. 15- bis 17-Jährige dürfen maximal vier Wochen im Jahr,  aber nicht länger als acht Stunden täglich und maximal 40 Stunden in der Woche arbeiten. Eine Ausnahme gibt es für Jugendliche über 16 Jahre, wenn sie in der Landwirtschaft jobben möchten. Während der Erntezeit dürfen sie bis zu neun Stunden täglich und bis zu 85 Stunden innerhalb von zwei Wochen arbeiten.

Einen Job finden

In nahezu allen Branchen können Jugendliche in den Ferien arbeiten. Klassische Jobs sind Küchenhilfe, Lagerarbeiter, Zeitungszusteller, Animateur oder Betreuer in einem Feriencamp. In der Landwirtschaft unterstützen sie Erntehelfer. Schwere körperliche oder gefährliche Arbeit sowie Akkordarbeit sind für Jugendliche allerdings tabu.

Das Interesse an einem Ferienjob sollte bei Unternehmen frühzeitig bekundet werden. Oft kommen auf wenige Plätze viele Bewerber. Angebote finden sich auch über die Jobbörse der Arbeitsagentur und auf Internetseiten, die sich auf Ferienjobs bzw. Gelegenheitsjobs spezialisiert haben.

Arbeitsrecht

Ein Formularvertrag mit der Überschrift "Befristeter Arbeitsvertrag".
Rechtlich gesehen ist ein Ferienjob ein befristetes Arbeitsverhältnis. Bildrechte: imago images / Rüdiger Wölk

Rein rechtlich gesehen handelt es sich bei einem Ferienjob um ein befristetes Arbeitsverhältnis, das schriftlich dokumentiert werden sollte. Während der Beschäftigungsdauer muss sowohl der Arbeitgeber als auch der Ferienjobber jegliche Bestimmungen einhalten, die für ein normales Arbeitsverhältnis gelten (zum Beispiel Freizeitansprüche, Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen). Eine finanzielle Ausnahme gibt es allerdings: Einen Anspruch auf Zahlung des Mindestlohns haben jugendliche Ferienjobber unter 18 Jahren nicht.

Vorsicht ist geboten, wenn Ferienjobs auf Provisionsbasis ausgelobt werden. Werden die im Kleingedruckten formulierten Leistungen nicht erfüllt, gehen Ferienjobber unter Umständen leer aus.

An Wochenenden dürfen Jugendliche nicht beschäftigt werden (§§ 16, 17 JArbSchG). Ausnahmen gelten für Branchen, in denen Wochenendarbeit üblich ist, etwa in Gaststätten, im Einzelhandel, in Krankenhäusern oder in der Altenpflege). Aber hier gilt: Jeder zweite Sonntag bzw. mindestens zwei Sonntage im Monat müssen beschäftigungsfrei sein, bei Samstagsarbeit zwei Samstage im Monat.

Lohnsteuer und Sozialversicherung

Schüler gelten, während sie der nichtselbstständigen Beschäftigung nachgehen, als Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber muss daher entsprechend den gesetzlichen Regelungen auch Lohnsteuern auf den Arbeitslohn abführen. Dafür hat er je nach Arbeitsumfang und Höhe der Entlohnung zwei Möglichkeiten: Zum einen kann er die Lohnsteuer wie bei gewöhnlichen Arbeitnehmern berechnen und an das Finanzamt abführen, zum anderen kann er eine pauschale Besteuerung wählen. Dabei zahlt der Arbeitgeber einen pauschalierten Lohnsteuerbetrag. Für den Ferienjobber ist diese kurzfristige Beschäftigung faktisch steuerfrei. Das gilt allerdings nur, wenn der Ferienjobber im Kalenderjahr insgesamt nicht mehr als 50 Tage und gemäß § 40a Einkommensteuergesetz (EStG) nicht länger als 18 zusammenhängende Arbeitstage bei einem Arbeitgeber jobbt. Wurde die Lohnsteuer des Ferienjobbers an das Finanzamt abgeführt, kann sie im Rahmen einer Einkommensteuererklärung aber wieder zurückgefordert werden.

Ein junger Mann arbeitet als Erntehelfer
Pro Jahr sind maximal 50 Tage Ferienarbeit erlaubt. Bildrechte: imago images / JOKER / Paul Eckenroth

Schülerinnen und Schüler müssen keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zahlen, wenn sie nicht mehr als zwei Monate beziehungsweise 50 Arbeitstage im Kalenderjahr arbeiten. Ebenso sind sie in der Arbeitslosenversicherung generell versicherungsfrei, wenn sie eine allgemeinbildende Schule (ohne Abendschule) besuchen und während der Ferien eine Beschäftigung ausüben.

Auswirkungen auf das Kindergeld

Bei Minderjährigen, Azubis in der Erstausbildung oder Studenten im Erststudium ohne vorherige Berufsausbildung bleibt der Kindergeldanspruch beziehungsweise der Anspruch auf Kinderfreibeträge unabhängig davon bestehen, wie viel gearbeitet wird.

Zeitliche Grenzen müssen diejenigen beachten, die nach Abschluss einer ersten Berufsausbildung oder eines Erststudiums weiter kindergeldberechtigt sind. Der Anspruch auf Kindergeld oder die Kinderfreibeträge könnten sonst entfallen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 17. Juli 2020 | 10:45 Uhr

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