Die richtige Fahrradbeleuchtung in der dunklen Jahreszeit

23.11.2018 | 02:10 Uhr

Fahrradfahren ohne Licht ist gefährlich. Das gilt vor allem für die Zeit, in der die Tage wieder kürzer werden. Dabei hat es der Gesetzgeber Radfahrern deutlich einfacher gemacht.

Regeln für Stecklampen

Die Zeiten, in denen das Fahrradlicht nur über einen Dynamo erzeugt werden durfte, sind vorbei. Inzwischen dürfen alle Fahrräder auf deutschen Straßen laut Straßenverkehrsordnung auch mit Batterie- oder Akkulichtern fahren. Dabei muss das Licht "während der Dämmerung, bei Dunkelheit oder wenn die Sichtverhältnisse es sonst erfordern" angebracht werden.

Besonders wichtig ist dabei, dass sie fest mit dem Rad verbunden sein müssen. Es reicht nicht, wenn man sie einfach nur am Helm oder Rucksack festmacht.

Konrad Krause vom ADFC Sachsen. Weitere Pflicht: Die Leuchten dürfen nicht blinken!

Nur mit Prüfzeichen

Wer sichergehen will, dass die verwendete Beleuchtung StVZO-konform ist, sollte auf das Prüfzeichen des Kraftfahrt-Bundesamts achten. Man erkennt es an der Wellenlinie und einem großen "K", außerdem gibt es eine Zulassungsnummer.  Damit wird sichergestellt, dass sie bei korrekter Einstellung nicht zu stark den Gegenverkehr blenden, ein gleichmäßiges Lichtfeld aufweisen und andere Kriterien erfüllen, die die Sicherheit gewährleisten. Auf dem Markt gibt es auch eine Vielzahl von Modellen ohne Zulassung. Wer damit unterwegs ist und kontrolliert wird, muss ggf. mit einem Bußgeld rechnen.

Korrekte Einstellung ist wichtig

Die leistungsstarken LED-Scheinwerfer können enorm blenden, wenn sie zu hoch eingestellt sind. Für entgegenkommende Rad- und Autofahrer kann das gefährlich sein. Daher gilt:

Der Lichtkegel des Scheinwerfers soll in zehn Metern vor dem Vorderrad auf den Boden treffen. So ist eine gute Ausleuchtung der Fahrbahn möglich, ohne den Gegenverkehr zu stark zu blenden.

Konrad Krause (ADFC)

Im Ernstfall könnte die Polizei ankommen und das nachmessen. „Das kann jeder auch ganz einfach prüfen, wenn er sich vor eine Wand stellt.“

Auch Reflektoren sind Pflicht

Mutter fährt Fahrrad mit ihrem Kind im Fahrradanhänger
Bildrechte: IMAGO

Zusätzlich sind einige Reflektoren vorgeschrieben: ein großer weißer Frontreflektor sowie ein großer roter Reflektor hinten. Dieser darf aber auch mit dem Rücklicht kombiniert werden. Der Reflektor muss rund 5x10 Zentimeter groß sein. An den Pedalen müssen nach vorn und nach hinten wirkende gelbe Reflektoren angebracht sein. „Die sind wirklich wichtig, denn das Auge nimmt vor allem Dinge war, die sich bewegen.“

Bei den Rädern hat man die Wahl: Zum einen kann man Reifen mit  einem durchgehenden Reflexstreifen an der Seite nutzen, zum anderen klassisch zwei gelbe Speichenreflektoren in jedem Laufrad anbringen. Auch reflektierende Speichenclips, die an jeder Speiche angebracht sind, sind möglich.

Die durchgehenden Reflexstreifen haben den Vorteil, dass man sie nicht verlieren kann, sie nicht verdeckt werden und eine größere Fläche ausgeleuchtet wird.

Konrad Krause (ADFC)

Zuverlässigkeit zählt

Nabendynamo
Bildrechte: imago/Niehoff

Wer bei jedem Wetter unterwegs sein möchte, dem empfiehlt der ADFC eine möglichst wartungsfreie Lichttechnik: Nabendynamo, LED-Rücklicht mit Standlicht und LED-Frontscheinwerfer – am besten auch mit Standlicht. Manche Modelle schalten sich bei Dunkelheit sogar automatisch ein. Nabendynamos rutschen – anders als Seitenläufer-Dynamos – bei Nässe oder Schneematsch nicht durch und erzeugen auch im Winter jederzeit genügend Strom. Batteriebeleuchtung ist dank der energieeffizienten LED-Technik ebenfalls zuverlässiger geworden. Dennoch eignen sich batterie- oder akkubetriebene Leuchten eher für gelegentliche Einsätze, weil regelmäßiges Nachladen notwendig ist.

Für mehr Sicherheit

Mehr als die richtig eingestellten Lampen sowie die Reflektoren braucht es an Lichtelementen am Fahrrad laut Straßenverkehrsordnung nicht. Konrad Krause empfiehlt aber für die persönliche Sicherheit noch zusätzlich Reflektorclips an den Beinen.

Es ist wirklich ein Riesenunterschied für das Auge, ob sich etwas bewegt oder nicht. Was sich bewegt, wird eher gesehen. Daher sind die Clips am Bein das A&O für die Sicherheit.

Ein Radfahrer mit Warnweste begegnet in der Dunkelheit einem Pkw
Bildrechte: colourbox

Bremslichter, die man ab 10 Euro nachrüsten kann, sorgen ebenfalls für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Sie funktionieren wie beim Auto: Wenn man bremst, leuchten sie auf.

Bußgelder

Wer bei Dämmerung, bei Dunkelheit oder wenn die Sichtverhältnisse es sonst erfordern ohne Beleuchtung mit dem Rad unterwegs ist, zahlt 20 Euro. Gefährdet er dabei andere, sind es 25 Euro. Mit Unfallfolge oder Sachbeschädigung werden Radfahrende mit 35 Euro zur Kasse gebeten.

Fazit

Am wichtigsten für die Verkehrssicherheit ist neben den Bremsen die Fahrradbeleuchtung. Vorgeschrieben sind ein weißer Frontscheinwerfer sowie ein rotes Rücklicht. Die Beleuchtung am Fahrrad muss nicht mehr von einem Dynamo betrieben werden. Es sind auch akku- oder batteriebetriebene Scheinwerfer und Rücklichter zugelassen, sofern sie das  Prüfzeichen des Kraftfahrt-Bundesamts tragen und fest am Fahrrad verbunden sind. Diese müssen so befestigt sein, dass sie während der Fahrt nicht verrutschen können.

Für gute Sichtbarkeit von der Seite sind wahlweise Reflektorstreifen oder gelbe Speichenreflektoren (jeweils zwei pro Rad) vorgeschrieben. Auch ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten sind obligatorisch. An den Pedalen müssen nach vorne und nach hinten wirkende gelbe Reflektoren angebracht sein. Ein Verstoß gegen die Beleuchtungsvorschriften kann bis zu 35 Euro Bußgeld kosten.

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Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 23. November 2018 | 10:45 Uhr

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