Energydrinks - gefährliche Wachmacher

Sie sind scheinbar Alleskönner. Mehr Leistungsfähigkeit, bessere Konzentration, erhöhte Wachheit sowieso - Energy-Drinks und Shots sollen in vielen Lagen helfen. Wir erklären, warum sie in zu großen Dosen schaden.

So funktionieren Energydrinks

Zum Wachbleiben und Ankurbeln unseres Kreislaufes braucht es nicht viel: Zucker und Koffein reichen völlig aus. So gesehen würde es auch eine normale Tasse Kaffee mit zwei Stück Würfelzucker bringen. Und in etwa ist das auch mit einem 250 Milliliter Energydrink zu vergleichen. Auch da sind gut 100 bis 150 Milliliter Koffein und viel Zucker drin. Das regt den Kreislauf an, beschleunigt Atmung und Pulsschlag und verengt die Blutgefäße. So kommen schneller mehr Sauerstoff und Nährstoffe in die Zellen. Das braucht ungefähr 30 Minuten und hält bis zu 4 Stunden auf hohem Niveau an. Tatsächlich fühlen wir uns fitter und leistungsfähiger. Problem: Unser Körper gewöhnt sich an den Effekt. Wer täglich mehr als zwei, drei Tassen Kaffee trinkt, wird irgendwann trotzdem müde sein.

Genauso bei den Energydrinks. Problem hier: Sie werden von vielen, besonders jungen Menschen nicht als Genussmittel sondern auch als Durstlöscher in viel größeren Mengen getrunken. Und das kann krank machen.  

Zuviel Koffein ist ungesund

Mehr als drei Tassen Kaffee oder zwei Energydrinks am Tag sollten es für Erwachsenen nicht sein. Das sind rund 300 Milligramm Koffein. Wer mehr trinkt, riskiert Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe, Magenprobleme, Bluthochdruck und Herzrasen. Im schlimmsten Fall kann das Herz versagen.

Bei Schwangeren, Kranken und Kindern sind die vertretbaren Obergrenzen viel früher erreicht. Hinzu kommt bei den meisten Drinks noch viel zu viel Zucker. Bis zu 30 Gramm pro Dose sind keine Seltenheit und das entspricht in etwa 10 Stück Würfelzucker.

Shots sind gefährlicher als Drinks

Sie kommen nämlich schon aufgrund ihrer geringeren Größe und des kleineren Inhalts viel unscheinbarer daher. Ab rund 30 Milliliter gibt es die vermeintlichen Powerwunder und das ist mal eben schnell runtergeschluckt. Hinzu kommt, dass sie besonders stark für den Sportbereich beworben werden. Ausdauer und Power sollen erhöht werden. Problem: Gerade beim Ausdauersport kommt es auf reichlich Flüssigkeitszufuhr an. Das können Energyshots aber nicht liefern. Was also als vermeintliches Sportgetränk angpriesen wird, hat nichts damit zu tun. Isotonische Sportgetränke sind da viel hilfreicher und gesünder.

Wer hingegen auf viele Shots setzt, bekommt immer mehr Durst und wird höchstens nervöser und unruhiger, auch bei der Arbeit. Ernährungsexpertin Dr. Birgit Brendel von der Verbraucherzentrale Sachsen kritisiert: „Die Hersteller solcher Energyshots werben aber tatsächlich mitunter ausdrücklich damit, solche Shots für längeres Durchhalten bei der Arbeit zu verwenden.“ In der Praxis funktioniert das nicht oder, wegen des erwähnten Gewöhnungseffektes, nur für kurze Zeit.

Vorsicht: ein Shot ist die Höchstmenge

Tatsächlich sind in den Shots bis zu 200 Milligramm Koffein enthalten, mehr als 300 sollten es pro Tag und gesundem Erwachsenen aber, wie erwähnt, nicht sein. Wer sich zum Beispiel in der Disco, beim Sport oder während der Nachtschicht gleich mal ein paar der kleinen Powerdrinks zuführt, gefährdet seine Gesundheit. Vermeintliche Zauberzusatzstoffe wie Guarana oder Taurin werden oft als Geheimzutat der Inkas oder ähnlicher Kokolores angepriesen. In Kombination mit Koffein sind sie aber höchst problematisch, vor allem, wenn man zu viel davon zu sich nimmt.

Besondere Vorsicht in der Nachtschicht

Vor allem junge Menschen, die nachts arbeiten müssen, greifen häufig zu Energydrinks und Shots. Problem: Bei wenig Bewegung kann der enthaltene Zucker schlecht abgebaut werden. Wer es mit der Menge übertreibt, findet nach der Nachtschicht noch schlechter in den Schlaf, als ohnehin schon.

Und sich durch einem Shot ein paar Stunden Schlaf zu ersetzen, funktioniert nicht. Lieber am Wochenende ein paar Stunden mehr schlafen, in gewissen Grenzen kann man Schlaf nämlich nachholen. Ein weiteres Problem sind die in größeren Mengen oft ungesunden Inhaltstoffe. „Menschen die häufig nachts arbeiten haben ohnehin ein größeres Risiko an ernährungsbezogenen Problemen zu erkranken. Für sie ist es besonders wichtig, sich gesund zu ernähren“, so unsere Expertin Dr. Brendel von der Verbraucherzentrale.   

Langfristig hilft nur eine gesunde Lebensweise

Eine ausgewogene und leichte Ernährung ist für jede Lebenslage vorteilhaft. Frisches Obst und Gemüse kann in Kombination mit Kaffee oder Tee in Maßen helfen, die Müdigkeit in der Nacht zu überwinden. In der Freizeit sorgen Spaziergänge und leichter Ausdauersport für die nötige Entspannung und Bettschwere bei Schlafproblemen. Energydrinks oder Energyshots sollten immer nur in Ausnahmefällen für einen kurzen Schub verwendet werden. Als dauerhafter Bestandteil der Ernährung eignen sie sich nicht.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 21. September 2021 | 11:45 Uhr

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