Mit einer Blutspende Menschenleben retten

24.04.2020 | 02:10

Eine Nadel mit Schlauch zur Blutabnahme steckt im Arm eines Mannes 1 min
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MDR JUMP Fr 24.04.2020 02:10Uhr 01:15 min

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Warum sollte man spenden?

Mit einer Blutspende kann man bis zu drei schwerkranken und verletzten Menschen helfen. Blut ist ein wichtiger Stoff in unserem Körper. Es ist für den Transport von Nährstoffen, Sauerstoff und Abfallprodukten verantwortlich. Blut ist nur in sehr begrenztem Maße durch andere Stoffe zu ersetzen. Zwar kann man mittlerweile medizinisches Kunstblut herstellen. Das ist aber extrem teuer und nur in sehr geringen Mengen möglich. Besonders bei Krebs- und Herzerkrankungen und Operationen nach Unfällen kommen sie zum Einsatz.

Wer kann spenden?

Blutspender müssen in Deutschland  mindestens 18 Jahre alt sein, mindestens 50 Kilogramm wiegen und gesund sein. Deshalb gilt generell, wer sich unwohl fühlt, Erkältungsescheinungen aufweist oder z.B. Antibiotika einnimmt darf nicht spenden. Auch Schwangere oder stillende Mütter sind von der Blutspende ausgeschlossen. Grundsätzlich wird jeder vor seiner ersten Spende gründlich untersucht und ausführlich von einem Arzt beraten. Dabei erfährst du auch, ob du trotz bestimmter Medikamente als Spender geeignet bist.

Was ist aktuell durch die Corona-Pandemie bei der Blutspende zu beachten?

Seit April bieten Blutspendedienste Terminreservierungen an. Das heißt, Spender können sich vorab online für eine bestimmte Zeit anmelden. So werden lange Wartezeiten verhindert und der Mindestabstand eingehalten. Auch in den Spendelokalen werden alle nötigen Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen getroffen, wie das Bereitstellen von Desinfektionsmitteln und Mundschutzmasken. Von der Blutspende ausgeschlossen sind alle die eine Körpertemperatur von mehr als 37,5 Grad aufweisen. Rückkehrer aus dem Ausland sind mindestens 4 Wochen bis zur nächsten Blutspende gesperrt. Auch wer Kontakt zu einem Corona-Erkrankten hat wird erstmal für 2 Wochen zurückgestellt. Wer selber an Covid 19 erkrankt ist muss nach Genesung auch noch mindestens 4 Wochen warten, bis er wieder spenden darf.

Wo kann man spenden?

In Deutschland gibt es drei große Blutspendedienste. Das DRK, das etwa 75- 80 % aller Blutspenden abnimmt und weiterverarbeitet. Staatlich-Kommunale Blutspendedienste, wie etwa die Blutbank der Universität Leipzig oder das Blutplasmazentrum Dessau oder den Haema Blutspendedienst. Die Sicherheitsstandards sind überall gleich hoch. Außerdem stehen alle Dienste im Kontakt und tauschen bei Bedarf auch Konserven aus.

Wie läuft die Spende ab?

Wer eine Vollblutspende leistet, das heißt einen halben Liter abgibt, muss sich der Körper eine ganze Weile davon erholen. Erst nach 8 – 12 Wochen ist eine weitere Blutspende möglich. Man hat aber auch die Möglichkeit nur einzelne Blutbestandteile zu spenden, wie Thrombozyten oder Plasma. Dabei wird das Blut abgenommen, in seine Bestandteile zerlegt und wieder zurückgeführt.

So eine Plasma-Spende kann deshalb öfter geleistet werden. Theoretisch ist das aller drei Tage möglich. Empfohlen wird aber maximal einmal pro Woche.

Lebensmittel
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Vor der Spende sollte man sich satt essen und ausreichend trinken. Bitte 24 Stunden vorher keinen Alkohol trinken. Rauchen ist erlaubt, wenn es denn sein muss. Auch nach der Spende ist eine kleine Stärkung empfehlenswert, ebenso Ruhe und keine großen körperlichen Aktivitäten für den Rest des Tages.

Welche Vorteile hat das Spenden?

Das Blut wird bei jeder Spende auf verschiedenste Werte untersucht. Sollten Abweichungen festgestellt werden, bekommt man umgehend Informationen und einen Termin zur Nachuntersuchung. So hat man immer ein klares Bild über den eigenen Gesundheitszustand. Achtung: Bei der Blutspende wird nicht auf Corona getestet.

Erstspender erhalten ihren Blutspendeausweis ca. 4 Wochen nach ihrer ersten Spende per Post. Den gibt es mittlerweile im Scheckkartenformat bundesweit einheitlich. Den Ausweis sollte man immer bei sich tragen. Im Falle eines Unfalls oder einem anderen Grund der eine Transfusion erfordert, kann das wertvolle Zeit sparen.

Durch langjährige Untersuchungen haben Mediziner herausgefunden, dass regelmäßiges Blutspenden das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erheblich senkt. Ein möglicher Grund ist die automatische Absenkung des Blutdrucks. Das entlastet kurzfristig das gesamte Blutsystem und führt durch die Neubildung des Blutes langfristig zu einer besseren Regulation der beteiligten Stoffe des Blutkreislaufs.

Wird die Blutspende bezahlt?

Das Gesetz zur Regelung des Transfusionswesens sagt in § 10 folgendes (Zitat):

Die Spende Entnahme soll unentgeltlich erfolgen. Der spendenden Person kann eine Aufwandsentschädigung gewährt werden, die sich an dem unmittelbaren Aufwand je nach Spende Art orientieren soll.

Das heißt: Man kann, muss aber fürs Spenden kein Geld bekommen. Das DRK zahlt prinzipiell nichts. Die staatlich-kommunalen Dienste erstatten in der Regel 20 Euro pro Vollblutspende.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 24. April 2020 | 10:45 Uhr

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