E-Book-Reader: So findest du das passende Gerät

"Deutschland liest!" Das wäre eine tolle Schlagzeile. Fakt ist: Während der Corona-Krise bleiben Buchläden und Bibliotheken eher leer. Alternative E-Reader? Die Stiftung Warentest sagt ja: Wir klären wir jetzt, warum.

Eine Hand nimmt einen E-Book-Reader aus einem Bücherregal 1 min
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MDR JUMP Fr 04.09.2020 10:45Uhr 01:05 min

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Was ist das überhaupt?

Ganz einfach gesagt- ein Gerät, mit dem du E-Books, also elektronische Bücher lesen kannst. Könnte jetzt der Einwand kommen: "Das geht ja auch mit Smartphone, Tablet und PC." Stimmt, so gesehen, sind das auch E-Reader. Es gibt aber daneben noch ganz spezielle Geräte, die ausschließlich fürs Lesen von E-Books gedacht sind. Vorteile der Reader: Sie sind im Vergleich zu PC oder Tablet leichter und handlicher, bieten dank verschiedener Einstellmöglichkeiten des Textes einen unvergleichlich höheren Lesekomfort. Einen Nachteil formuliert die Stiftung Warentest so: "Bücher werden nur in Schwarz-Weiß dargestellt. Die Geräte sind allein zum Lesen gut." Wobei man anmerken muss, dass es durchaus E-Book-Reader mit Farbdisplay gibt. Die haben dann aber in Sachen augenschonendes Lesen alle Nachteile von Tablet und Smartphone - wir kommen noch dazu.

Warum musst du dich für ein System entscheiden?

Zwei grundlegende Systeme sind bei uns gängig:

Kindle - Ist die Reader-Welt von Amazon. Entscheidest Du dich für ein solches Gerät, hast du Zugang zu einer Riesen Auswahl an Büchern und Hörbüchern. Allerdings nur bei Amazon. Du kannst Dir also nirgendwo anders E-Books leihen oder kaufen. Und du kannst deine Bücher auch fast nicht mit anderen teilen oder an andere ausleihen. Dafür bietet Amazon viele Produkte gerade von unbekannten Schriftstellern teilweise sogar kostenlos an.

Tolino, Kobo und Pocketbook sind Anbieter aus Deutschland, Japan-Irland und der Schweiz. Sie alle haben offen Systeme, das heißt: Du kannst dir bei einem Anbieter einen Reader kaufen und die E-Books woanders. Auch Bücher ausleihen ist hier möglich. Die meisten Angebote lassen sich auf verschiedenen Readern lesen und auch im Freundes- und Familienkreis verleihen.

Bei allen Anbietern kannst du per E-Book-Flatrate für wenig Geld mehr Bücher und Hörbücher im Monat downloaden, als eine normaler Mensch lesen/hören kann.

Was muss (d)ein guter Reader können?

Wichtig sind eine einfache und schnell verständliche Bedienbarkeit. Achte auf eine möglichst lange Akkulaufzeit. Alles ab 20 Stunden ist akzeptabel. In ihrem aktuellen Test verglich die Stiftung Warentest neun Geräte und war mit den Akkus fast aller zufrieden: "Mit den meisten kann man wochen­lang lesen, bevor sie wieder geladen werden müssen."

Frau mit Telefon und Mann mit Buch liegen auf einem Sofa
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Auch wasserfest und möglichst robust sollte dein Reader sein, sonst macht er im Urlaub auf der Wiese am Waldbad wenig Sinn. Vorsicht: Wasserfest heißt nicht, dass du die Reader mit in den Pool und schon gar nicht ins salzige Meerwasser mitnehmen solltest. Der Speicher ist bei allen aktuellen Geräten so groß, dass du problemlos tausende Bücher laden kannst. Viel wichtiger ist die Bildqualität. Achte auf Funktionen wie eine variable Lichtfarbe oder zumindest eine automatische Anpassung von Helligkeit und Kontrast an die Umgebungs-beleuchtung. Eine Hörbuchfunktion sollte auch dabei sein.

Das alles kannst du bei sehr preiswerten Geräten von bis 50 bis zu 100 Euro nicht erwarten. Ab 160 Euro bekommst du aber schon einen sehr komfortablen Reader.

Was sagt die Stiftung Warentest?

Testsieger waren jeweils mit einem gut das teuerste Geräte von Amazon, der Kindle Oasis 2019 für rund 230 Euro und der Epos 2 von Tolino für 298 Euro. Es geht im Top-Segment aber auch preiswerter. Denn auch der Pocketbook Touch HD3 Reader bekam ein gut und hier kostete das Testmodell "gerademal" 158 Euro.

Wo bekommst du E-Books her?

Bei Amazon gibt’s alles in der großen Amazon Welt - aber auch nur da. Bei allen anderen Anbietern kannst du dir E-Books im jeweiligen Shop kaufen.

Aktuelle Geräte verfügen alle über einen Browser, das heißt du kannst damit direkt ins Internet und die Bücher, Zeitschriften und Hörbücher dort herunterladen. Die Onleihe deiner Bibliothek bietet dir (falls du dort Mitglied bist) kostenlos den Zugriff auf tausende Bücher, Hörbücher und Zeitschriften.

Kleiner Wermutstropfen: Oft hat die Onleihe ein Buch nur einmal da, ist es verliehen, kommst du nicht ran und musst dich auf einer Warteliste einschreiben. Außerdem kannst du das Buch in der Regel nur 30 Tage lesen. dann musst du es verlängern oder es wird auf deinem Reader unlesbar.

Liest du viel, kannst du ein E-Book-Abo abschließen. Du solltest allerdings prüfen, ob du wirklich Monat für Monat 10 bis 20 Euro für solch ein Abo ausgeben möchtest. Gebrauchte Bücher gibt es auf diversen Plattformen schon für wenig über einen Euro. Tipp zum Geldsparen: In Deutschland herrscht Buchpreisbindung, das heißt, überall kosten neue/aktuelle Bücher das Gleiche.

E-Books sind aber in der Regel zwischen 20 bis 30 Prozent günstiger als die Papiervariante.

Wie kannst du E-Books ohne Reader lesen?

Frau liest im Flugzeug in einem E-Book
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Das geht, wie Anfangs erwähnt, per App auf Tablet oder Smartphone. Klingt erstmal einfach und preiswert, weil du ja keinen Reader mehr kaufen musst. Allerdings sind die Geräte nicht annährend so komfortabel fürs Lesen ausgerüstet, wie ein richtiger Reader. So bemängelt auch die Stiftung Warentest:" Bildschirm lässt sich in der Sonne nicht richtig ablesen, Tablets sind schwerer als E-Book-Reader, Mails und anderen Nachrichten lenken von der Buchlektüre ab." Außerdem könnte das Blaulicht deines Smartphones dich beim Einschlafen stören.

Vorsicht: Vermeintlich kostenlose E-Book-Apps wie die von Skoobe (Rückwärts übrigens Ebooks) enden schnell in einem Abo. Lies also, auch wenn es nervt, unbedingt vor dem ersten E-Book, die Geschäftsbedingungen gründlich, sonst kommt nach den ersten 30 kostenlosen Tagen irgendwann eine Rechnung. Fairerweise muss man sagen, dass erwähntes E-Book Abo schnell und unkompliziert gekündigt werden kann.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 04. September 2020 | 10:45 Uhr

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