Diversität: Warum Vielfalt wichtig ist

Am 18. Mai wird in Deutschland der Diversity-Day begangen. Der MDR beteiligt sich daran mit einem Themenschwerpunkt. Aber was genau versteht man unter „Diversität“ und warum ist die so wichtig?

Illustration: Diverse Community - Menschen verschiedenen Alters, Ethnien und Handycaps
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Diversität - kurz gesagt geht es darum, die Verschiedenheiten der Menschen anzuerkennen und wertzuschätzen. Heißt: Niemand soll aufgrund von Geschlecht, Alter, Religion oder Herkunft ausgeschlossen werden. Mehr noch: Auch Unterschiede bei Einkommen, Ausbildung, Familienstand oder Elternschaft sollen anerkannt und berücksichtigt werden.

Jugendliche erhalten in der Kirche Crostwitz die Firmung. Einige Mädchen tragen dabei traditionell die sorbische Tracht.
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Das ist nachvollziehbar: In einer Straße, einem Dorf, einer Stadt oder in einem Land leben schließlich unterschiedlichste Menschen. In Sachsen und Brandenburg leben rund 60.000 Sorben. Sie haben ihre eigene Sprache, Kultur und Traditionen. Oder: Dem Statistischen Bundesamt zufolge hatten 2019 mehr als 21 Millionen Menschen und somit jeder Vierte der Bevölkerung in Deutschland einen Migrationshintergrund. Die Vorteile diese Vielfalt entdecken und nutzen – darum geht es bei „Diversität“.

Diversität schafft eine gerechtere Gesellschaft

Beispielsweise wird Diversität politisch durch bestimmte Minderheitenrechte Rechnung getragen. Die Sorben und andere ethnische Minderheiten besitzen in Deutschland das Recht, ihre Kultur zu leben und fortzuentwickeln. Die Nutzung der eigenen Sprache ist in den jeweiligen Landesverfassungen festgeschrieben.

Doch es gibt noch einiges zu tun: Bei der Förderung von behinderten Menschen auf dem Arbeitsmarkt schneidet Deutschland im internationalen Vergleich relativ gut ab. Nachholbedarf gibt es hingegen bei der Integration von Zuwanderern ins Arbeitsleben. Das geht aus einer Studie der Industriestaaten-Organisation OECD hervor.

Junge Medizinisch-technische Assistentin mit Kopftuch arbeitet an einem Computer
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Demnach ist die Beschäftigungsquote von Migranten in Deutschland um 8,7 Prozentpunkte niedriger als bei den im Inland Geborenen. Damit liegt die Bundesrepublik im unteren Viertel der 37 OECD-Staaten.

Diversität als Wirtschaftsfaktor

Behinderte haben in Deutschland zwar eine um fast 20 Prozentpunkte schlechtere Beschäftigungsquote als Nicht-Behinderte. Bei der Beschäftigung von Frauen und Älteren liegt Deutschland im internationalen Mittelfeld. Die Befragung von Personalchefs hat zudem ergeben, dass der Mangel an qualifizierten Bewerbern als größtes Hindernis für die Diversität in Unternehmen gilt.

Dass die Vielfältigkeit Unternehmen nutzt, konnte eine andere Studie nachweisen. Demnach haben diverse Unternehmen eine um 25 Prozent und damit deutlich größere Wahrscheinlichkeit, überdurchschnittlich viel Gewinn zu machen. Große Diversität auf Vorstandsebene erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeiten sogar um 43 Prozent.

Damit wird klar, Diversität ist ein Erfolgsfaktor. Unternehmen die weniger vielfältiger sind, erreichen viele Kunden nicht. Sie kennen deren Wünsche nicht. Damit drohen sie abgehängt zu werden, was sie zu einer Gefahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland macht.

Außerdem sind diverse Unternehmen ein attraktiverer Arbeitgeber. Nach einer Umfrage ist es zwei Drittel der deutschen Arbeitnehmer wichtig, welche Haltung ihr Unternehmen zu Diversity-Fragen hat.

Fazit

Ziel von Diversität ist es, Diskriminierungen abzubauen, die Chancengleichheit und damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 18. Mai 2021 | 11:45 Uhr

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