Diese Hersteller produzieren die Eigenmarken von Lidl, Aldi und Co.

Sie heißen: ja!, K-Classic oder Gut&Günstig – die Eigenmarken der Supermärkte und Lebensmitteldiscounter. Sie sind meist billiger als vergleichbare Markenprodukte. Kein Wunder, schließlich sind die Kunden beim Einkaufen Sparfüchse.

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MDR JUMP Di 18.08.2020 10:45Uhr 01:03 min

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Welche Firmen stecken hinter den Eigenmarken?

Viele Gerüchte ranken sich um die Eigenmarken in den Lebensmittelregalen. Fakt ist: Oft sind es bekannte Markenhersteller. Beispielsweise wird der Botta Butterkeks (Aldi Nord) von Bahlsen hergestellt. Oder: Die Globus Champignons kommen aus dem Werk von Bonduelle, das ja! (Rewe) Roggenvollkornbot wird bei Harry Brot gefertigt und der Vitakrone Thunfischsalat (Lidl) wird von Homann hergestellt. Die Website wer-zu-wem.de bietet eine ausführliche Liste mit Kunden nachprüfen können, welche Firma hinter der Eigenmarke steckt.

Wie gut ist die Qualität der Eigenmarken der Lebensmittelhändler?

Die Eigenmarken sind in der Regel um ein Vielfaches günstiger als die Herstellermarken. Der Preisunterscheid liegt zum einen daran, dass bei den No-Name-Produkten auf Werbung und Marketing verzichtet wird und dass sie schneller verkauft und zu besonders attraktiven Konditionen hergestellt werden können. War vor einigen Jahren noch der günstige Preis dafür ausschlaggebend, dass sich Käufer für die Lebensmittel unbekannter Hersteller entschieden, ist es heute oftmals die Qualität. Denn die günstigen Eigenmarken der Discounter sind mindestens so gut wie die bekannter Markenhersteller, wie Verbrauchertests regelmäßig ergeben. Dass die Qualität der Eigenmarken der von teuren Markenprodukten kaum nachsteht, liegt vor allem an den besonders scharfen Kontrollen, die Händler für ihre Eigenmarken vorschreiben.

Als No-Name-Produkte getarnte Herstellermarken

Um bei dem Boom der Eigenmarken nicht den Anschluss zu verlieren, setzen auch die Markenhersteller inzwischen nicht mehr nur auf das Image ihrer teuren Marken. Viele entwickeln zusätzlich zu ihren Premiumprodukten günstigere No-Name-Produkte. Allerdings machen nur wenige Hersteller diese Strategie öffentlich. Sie gründen Tochterfirmen, die diese Eigenmarken produzieren.

Eigenmarken als Premiumprodukte

Inzwischen werden einige Eigenmarken auch als Premium-, Bio- oder Regionalprodukte angeboten, wie zum Beispiel die "Feine Welt" von REWE, "BioBio" von Netto und "Unsere Heimat" von Edeka. Lidl startete vor gut einem Jahr eine Zusammenarbeit mit dem angesehenen Bioland-Verband. Seitdem findet sich bei Lidl eine wachsende Zahl von Produkten mit dem grünen Bioland-Siegel, das garantiert, dass der Hersteller die weit über die EU-Bio-Richtlinien hinausgehenden Bioland-Richtlinien einhält. Obwohl sie um einiges teurer sind als die normalen Eigenmarken, erfreuen sie sich bei den Kunden größter Beliebtheit. "Eigentlich ist die No-Name-Marke die Marke von heute", sagt die Food-Journalistin Martina Schneider, die das Buch "Welche Marke steckt dahinter?" geschrieben hat.

Fazit

Wer für Lebensmittel nicht viel ausgeben möchte, kann in Deutschland auf das immer größer werdende Angebot von Eigenmarken zurückgreifen. Neben der Ersparnis bekommt der Kunde außerdem mit diesen Lebensmitteln in der Regel auch eine gute Qualität. Oftmals verstecken sich hinter No-Name-Produkten auch Hersteller von bekannten Marken. Sie nutzen den anhaltenden Boom von Eigenmarken, um ihren Absatz zu steigern.
Früher waren Eigenmarken vor allem als Preiseinstiegsprodukte konzipiert. Der Kunde sollte sich aufgrund des günstigen Preises dafür entscheiden. Wegen des wachsenden Erfolgs der Eigenmarke lassen aber inzwischen viele Handelsketten auch Premiumprodukte oder Bio-Lebensmittel unter einer eigenen Marke herstellen, die zwar teurer, bei den Kunden aber nicht weniger beliebt sind.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 18. August 2020 | 10:45 Uhr

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