Können Deos ohne Aluminium Achselgeruch vorbeugen?

Mit dem Sommer kommt das große Schwitzen und damit die Angst, sich durch Schweißflecken oder gar Körpergeruch zu blamieren. Deos versprechen zuverlässigen Schutz. Doch der birgt möglicherweise Risiken für die Gesundheit.

Junge Frau verwendet Deospray 1 min
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MDR JUMP Fr 03.07.2020 10:45Uhr 01:06 min

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Deodorants verfolgen unterschiedliche Strategien gegen Körpergeruch. Sie überdecken ihn mit Duftstoffen. Sie hemmen Bakterien, deren zersetzende Tätigkeit Schweiß überhaupt erst anrüchig macht. Und zum Teil unterdrücken sie auch das Schwitzen selbst. Das Mittel dazu sind Aluminiumverbindungen, die Schweißporen verengen und verstopfen.

Gefährliches Aluminium?

Immer wieder werden Stimmen laut, die vor möglichen Gesundheitsrisiken durch Aluminium in Deodorants warnen. Brustkrebs oder Alzheimer sollen durch Aufnahme des Leichtmetalls durch die Haut begünstigt werden. Bewiesen ist das nicht, Entwarnung kann aber bislang ebenso wenig gegeben werden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung konstatiert einen Mangel an aussagekräftigen Studien, allerdings werden gesundheitliche Beeinträchtigungen durch aluhaltigen Schweißschutz immerhin als "möglich" eingestuft. "Es kann auch ein Deodorant ohne Aluminiumsalze verwendet werden", lautet die diplomatisch verklausulierte Schlussfolgerung, zu deutsch: Wozu ein vermeidbares Risiko eingehen?

Und die Stiftung Warentest schreibt in einer aktuellen Untersuchung: "Klar ist aber, dass sich Aluminium im Körper anreichern kann und in großen Mengen giftig wirkt. Schlimmstenfalls nehmen Knochen, Gehirn und Organe Schaden."

So wirken die Deos

Die Stiftung Warentest hatte 21 Deos für Männer und Frauen auf ihre Wirksamkeit getestet: Roller, Sticks, Cremes, einen Deoblock und einen Kristall – mit und ohne Aluminium - darunter bekannte Marken wie Nivea, Sebamed und CD, aber auch Discounterware sowie Trend­produkte und Naturkosmetika. Das Ergebnis: Die Deos ohne Aluminium können nach Ansicht von Warentest das Schwitzen zwar nicht zuverlässig verhindern, aber sie beugen Achselgeruch vor. Testsieger bei den Deodorantien ist das "CD Deo Wasserlilie" für 1,35 Euro. 

Wer darauf Wert legt, dass auch die Schweißproduktion, also die Achselnässe, gemindert wird, der muss zu einem Produkt mit Aluminiumsalzen greifen. Das sollte man aber niemals unmittelbar nach einer Rasur tun. Durch kleine Wunden könnte besonders viel Aluminium in den Körper eindringen.

Aluminiumhaltige Deodorants erkennt man oft an der Aufschrift "Antitranspirant" oder Bezeichungen wie "schweißmindernd". Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte allerdings nach Begriffen wie "Aluminium Chlorohydrate" auf der Inhaltsliste fahnden. Im Internet findet man Listen mit alufreien Deos sowie die Möglichkeit, sein Stammprodukt zu überprüfen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 03. Juli 2020 | 10:45 Uhr

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