Regeln für den Umgang mit Computer und Internet - Darauf sollten Eltern bei ihren Kindern achten!

Eltern kennen das: Spielen am Computer, Smartphone oder auf der Konsole ist für Kinder fast wie Süßigkeiten essen. Aufhören geht nur schwer. Wir klären, wie man Streit vermeiden und die Kids vor schädlichen Inhalten schützen kann.

Ein Mädchen tippt auf einem Tablet 1 min
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MDR JUMP Mo 08.06.2020 10:45Uhr 01:08 min

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Klar, die bunte Welt der Videospiele zieht Kinder unglaublich schnell in ihren Bann. Größere Kinder verbringen auch viel Zeit im Netz. Dabei ist es erst mal egal, ob sie bei Youtube von einem Video zum nächsten springen, mit Freunden chatten oder kreativ eigene Filme erstellen.

Wichtig bei alldem: Kinder brauchen klare Abmachungen und Regeln wie die Zeit vor dem Screen genutzt wird und auch wofür. Nur so wird verhindert, dass die Kids alles andere vergessen. Schließlich sollten sie sich auch nicht den ganzen Tag von Schokolade ernähren.

Feste Bildschirmzeiten vereinbaren

Unsere Experten empfehlen deshalb, mit den Kindern ein Zeitbudget zu vereinbaren. Klar, die Zeiten sind dabei Verhandlungssachen. Allerdings hängt das Zeitbudget auch vom Alter des Kindes ab.

Kinder bis fünf Jahren sollten nach Meinung unserer Experten nicht länger als eine halbe Stunde Bildschirmzeit am Tag eingeräumt bekommen. Bis zum zehnten Lebensjahr ist eine Stunde Bildschirmzeit ok. Sind die Kinder schon älter, wird meist empfohlen, eine Wochen-Bildschirmzeit zu vereinbaren. Als Richtwert gilt laut den Empfehlungen Initiative "Schau hin": Zehn Minuten Medienzeit pro Lebensjahr am Tag. Alternativ: eine Stunde pro Lebensjahr in der Woche.

Wichtig: Die vereinbarten Zeiten sollten unbedingt eingehalten werden. Nur so lernt das Kind, sich die verfügbare Zeit auch einzuteilen. Wird zu Beginn der Woche alles verbraucht, bleibt der Bildschirm für die restliche Zeit aus.

Was machen die Kids vor dem Bildschirm?

Dazu kommt: Eltern sollten immer einen genauen Überblick darüber haben, was die Kinder am Bildschirm machen. Kinder unter zehn Jahren sollten Tablet, Smartphone oder Computer nur zum Spielen nutzen. Um im Netz zu surfen sind sie einfach zu unerfahren. Und klar: Dabei sollte immer auf altersgerechte Inhalte geachtet werden. Das Computermagazin c’t testet zudem regelmäßig Apps für Smartphones und Tablets und Computerspiele und gibt Empfehlungen, ab welchem Alter die Programme sinnvoll sind. Zudem helfen unabhängige Portale wie klick-tipps.net oder das Deutsche Jugendinstitut e.V. und auch "Schau hin!" bei der App-Auswahl.

Im Netz sollten Eltern die Kids unterstützen

Beim Surfen im Internet sollten Eltern Kinder immer begleiten, empfehlen Medienpädagogen. Dabei ist es egal, ob dafür Smartphones, Tablets oder Laptops genutzt werden. Das heißt für die Altersgruppe bis sieben Jahre: Die Erwachsenen sollten neben dem Kind sitzen. Kindern ab acht Jahren können Eltern dagegen schon etwas mehr Freiraum geben. Die Erwachsenen sollten dann aber konkret vorgeben, welche Webseiten genutzt werden dürfen und eine Schutzsoftware auf dem Gerät haben.

Wichtig: Kinder sollte beigebracht werden, wie man seine eigenen Daten schützen kann und was privat bleiben sollte. Auch ist es hilfreich, gemeinsam mit den Kindern zu schauen, welche Inhalte im Netz seriös sind und welche nicht. Das kann auch spielerisch gemacht werden. Dafür können Eltern und Kinder etwa im Internetbrowser gemeinsam Favoriten für gute und sichere Seiten ohne Werbung oder Kostenfallen anlegen. Unseriöse Gewinnspiele können mit dem Verweis "Achtung, hier muss ich Daten angeben" gemeinsam weggeklickt werden. Generell sei es sinnvoll, gemeinsam zu surfen und auch zu spielen. Der Vorteil: So lernen Eltern schnell, was das eigene Kind mag und was nicht.

Technische Absicherung ist wichtig

Eltern können elektronische Geräte zudem mit wenigen Handgriffen etwas kindersicherer machen. So kann am Handy oder am Tablet der Zugang zum WLAN oder zum mobilen Netz ganz einfach ausgeschaltet werden, wenn gespielt oder auch wenn kurze Filme angesehen werden. Wer verhindern will, dass kostenpflichtigen Spielinhalte heruntergeladen werden, kann zudem beim Netzbetreiber anrufen. Außerdem empfehlen unsere Experten zudem sogenannte "filternde Browser" für Smartphone, Tablet und Computer zu installieren. Damit lassen sich unerwünschte Inhalte vorab herausfiltern und bestimmte, ausgewählte Seiten sperren.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 08. Juni 2020 | 10:45 Uhr

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