So gelingen witzige und schöne Tierfotos- und Videos

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MDR JUMP Mi 03.02.2021 10:45Uhr 01:04 min

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Katzen gehen immer! So ungefähr könnte man die Wirkung von Cat-Content beschreiben. Warum das so ist, klären wir jetzt und du bekommst noch 10 konkrete Tipps für witzige und gelungene Tieraufnahmen.

Darum funktioniert das mit dem Tier

Theater- und Filmleute kennen schon lange die Regel, dass kleine Kinder und Tiere allen anderen die Schau stehlen. Das sogenannte Kindchenschema weckt in jedem Menschen Brut- und Beschützerinstinkte. Besonders Frauen können sich den großen Knopfaugen und niedlichen Pfötchen von Hund und Katze nicht entziehen. "Wir haben ganz klar einen babyähnlichen Bezug zu Tieren, versuchen in die Fotos oft etwas Menschliches rein zu interpretieren. Das gilt vor allem für Hunde und Katzen, aber auch für kleine Nager und alle Haustiere, die sehr nah an uns dran sind", weiß Tierfotografin Mareike Konrad aus Leipzig. Hinzu kommt nach ihrer Meinung noch der Spaßfaktor: "Im Unterschied zum Menschen gilt ja bei Tieren, je komischer und doofer die gucken, umso lustiger finden wir das." Und deswegen spielt der Cat-Content auch im Social-Media- und sogar im Marketingbereich eine große Rolle. Produkte lassen sich besser verkaufen, Klicks generieren.

Kann jeder gute Fotos? Klar

Es ist eben nur die Frage, was du unter einem guten Foto verstehst. Für viele ist das der spontane Schnappschuss. Den bekommst du selber hin. Andere wollen das eine Bild, in dem ihr Liebling wirklich optimal zu Geltung kommt. Dafür braucht es oft Geduld, den richtigen Ort, das richtige Licht usw. Und das bekommt der Profi am Ende immer besser hin.

Wichtig: Egal, mit welcher Kamera oder Handy du dein Tier ablichten willst, so ein paar Grundlagen für gute Fotos oder einen optimalen Bildaufbau solltest du dir wenigstens mal anlesen. Das spart dir vor allem Zeit und Frust, weil du so bei einer tollen Gelegenheit den Schuss nicht vermasselst. Zusätzlich rät unsere Expertin: "Die Kameraart spielt nicht so sehr die Rolle. Wichtig ist, dass Sie sie auch Beherrschen und sich die Zeit nehmen, sie richtig bedienen zu lernen."

Nächste Sendung im MDR Fernsehen

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22.09.2021, 19:50 Uhr /
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aus dem Tierheim Plauen

Was an Tierfotografie schwierig ist

Tiere wissen nicht direkt, dass sie fotografiert oder gefilmt werden. Trotzdem ändern sie ihr Verhalten. Dazu Mareike Konrad: "Die Tiere merken sehr deutlich, dass da etwas zwischen Ihnen und ihrem Besitzer ist. Viele empfinden die Kamera einfach als großes Auge und das macht einigen Tieren auch Angst." Hinzu kommt, dass sie nicht unendlich viel Geduld für eine Pose haben und auch nicht immer wissen, was wir von ihnen wollen. Dafür scheren sie sich aber keinen Deut darum, ob sie jetzt gerade gut aussehen oder nicht. Das macht die Sache sehr authentisch.  Wenn du diese Natürlichkeit mit ein paar kleinen Kniffen so lenkst, dass du im richtigen Augenblick auf den Auslöser drückst, bekommst du einfach gute Bilder.

Die wichtigsten Tipps von unserer Expertin für gute Aufnahmen

Der ultimative Schnappschuss:

"Für den ultimativen Schnappschuss gibt es nur den Tipp, immer bereit zu sein. Tiere lassen sich ja nicht sagen, dass sie dies und jenes wiederholen sollen, also planen lässt der Schnappschuss sich nicht."

Fressen sorgt immer für lustige Fotos:

"Am besten eignet sich was zu fressen, wie Leberwurst oder harte Leckerlies. Da kauen und schleckern die Tiere immer ziemlich intensiv und lange. Und dabei entstehen wirklich lustige Bilder mit verschmierter Schnute oder rausschleckender Zunge."

So bekommst du die Aufmerksamkeit deines Tieres:

"Alle Geräusche, die die Tiere aufmerksam hören und gucken lassen, sind ideal. Entweder sie nehmen da eine App, die Tierstimmen draufhat, oder sie machen selbst ein Schaf, eine Katze oder was auch immer nach." Den emotionalsten Bezug zu einem Foto oder Video bekommen wir immer, wenn uns ein Tier direkt anguckt. Und auch, wenn es das nicht tut, konzentriere dich immer wieder auf die Augen. Wo schauen die hin, was spiegeln sie gerade an Emotionen wider. Auch mit der Kameraschärfe bist du auf den Augen fast immer richtig.

Die optimale Kameraperspektive

"Tiere kommen dann am besten zur Geltung, wenn Sie sie von Vorne oder leicht von unten fotografieren. Der Blick von Oben ist immer eher ungünstig."

Die Kamera-Voreinstellung

"Ich bin kein Freund von Automatik, denn die Tiere bewegen sich ja oft sehr schnell. Da kann es passieren, dass die Belichtungszeit nicht mehr stimmt und alles unscharf wird." Besser ist, die Bedienungsanleitung deiner Kamera mit allen Funktionen mal zu studieren. Sollte ein Serienbildmodus dabei sein, kannst du gerade bei bewegten Bildern draufhalten und hast gute Chancen auf einen Treffer.

Nimm dir Zeit und dem Tier die Angst

"Ich würde das Klicken der Kamera oder das Handygeräusch erstmal mit Futter verbinden. Wenn Sie ein paar Minuten mit Leckerlies hantieren und dabei immer mal wieder auf den Auslöser drücken. So verbinden die Tiere das Geräusch mit etwas positivem und sind beim Shooting viel entspannter."

Tipps fürs Video

In der Kürze liegt die Würze:  Auch wenn du dein Tier noch so magst, andere interessiert ein Video oftmals maximal 15 bis 20 Sekunden. Kaum einer guckt Dackel Waldi gerne vier Minuten beim Spaziergang zu.

Anfang und Ende klar definieren: Statt einfach drauf los zu wackeln, halte die Kamera am Anfang auf ein festes Objekt, schwenke dann zu deinem Tier und such dir zum Schluss wieder einen klaren, nicht bewegten Endpunkt. Das macht alles gleich viel professioneller und runder.

Zoomen: ist während der Bewegung ganz gruselig anzuschauen.

Kommentare hinter der Kamera: bitte nur, wenn sie auch lustig sind.

Wann du zum Profi solltest

Ein Shooting kann gut und gern mal 400 Euro und mehr kosten. Dafür bekommst du dann aber ganz spezielle Aufnahmen, die dein Tier für immer festhalten. Denn es gibt für dich und deine Kamera klare Grenzen:  "Viele scheitern spätestens, wenn es darum geht, ihren Hund beim Rennen abzulichten. Die Bewegung ist einfach zu schnell. Und besonders wenn sich die Besitzer mit ihrem Tier zusammen ablichten lassen wollen, ist ein Profi von Vorteil. Denn Sie müssen sich ja da auf das Tier, die Technik und dann noch auf ihr eigenes Aussehen konzentrieren und das kann schnell überfordern", rät unsere Expertin. So ein Shooting sollte in Ruhe und mit ausreichend Zeit fürs Tier stattfinden. Besonders wichtig ist das auch in emotionalen, traurigen Momenten, die früher oder später auf jeden Tierbesitzer zukommen. Dazu Tierfotografin Mareike Konrad: "Wir bieten sogenannte Regenbogen-Shootings an. Wenn Tierhalter wissen, dass Ihr Liebling nicht mehr lange zu leben hat, wollen das viele als bleibende Erinnerung. Das ist dann oft sehr emotional, aber für die Besitzer enorm wichtig."

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 03. Februar 2021 | 10:45 Uhr

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