Rabattaktionen rund um den Black Friday: So bekommt man wirklich den besten Preis

Der Black Friday gilt in den USA schon seit Jahren als absoluter Schnäppchentag: In Deutschland locken an diesem Tag viele Online-Händler mit angeblich massiven Nachlässen. Wir haben uns mit Hilfe von Preisvergleichsplattformen angeschaut, wo wir im Internet wirklich sparen können.

Black Friday Rabatte in einer Modefiliale 1 min
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MDR JUMP Mo 23.11.2020 10:45Uhr 01:06 min

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Mehr als 20 Prozent Nachlass sind möglich

Laut einer aktuellen Analyse der Preisvergleichsplattform idealo können Online-Shopper am Black Friday tatsächlich sparen. Dafür wurden die Preise von mehr als 2.200 Produkten bei mehr als 900 Händlern verglichen. Sprecherin Elina Vorobjeva sagte MDR JUMP

Elina Vorobjeva, Sprecherin von idealo
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Wir haben uns die fünfzig Produktkategorien angesehen, die online am stärksten nachgefragt werden. In diesen Kategorien waren die Preise am Black Friday im Schnitt niedriger als im Oktober. Und von 2.230 Produkten waren 1.722 günstiger als im Oktober.

Laut idealo lagen die Rabatte im Schnitt bei acht Prozent. Wer in Ruhe sucht und Preise vergleicht, kann aber auch noch höhere Nachlässe finden – und zwar quer durch alle Produkt-Kategorien:

Die höchsten Nachlässe mit 21 Prozent haben wir bei Spielen für die Playstation 4 gefunden. Spielkonsolen waren im besten Fall um 16 Prozent günstiger. Laufschuhe gingen im Preis um bis zu 17 Prozent runter, Kopfhörer um bis zu 14 und Lautsprecher um bis zu 12 Prozent.

Rabatte gab es auch bei Gesellschaftsspielen. Bis zu 13 Prozent konnten Käufer da am Black Friday sparen.

Wer keine Preise vergleicht, zahlt sogar drauf

Die Vergleichsplattform guenstiger.de rät, sich nicht von Rabattversprechen am Black Friday blenden zu lassen. Schnäppchen gibt es zwar durchaus: Bis zu sieben Prozent konnten Käufer von Notebooks und Tablets im Schnitt sparen. Das war laut guenstiger.de die Produktkategorie mit den größten Nachlässen am Black Friday. Sprecherin Nicole Berg sagt aber:

Nicole Berg vom Vergleichsportal guenstiger.de
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Viele Händler locken an speziellen Shopping Events wie dem Black Friday mit hohen Rabatten. Nach unseren Untersuchungen können Verbraucher allerdings nicht immer bei solchen Angeboten sparen. Oftmals gibt es das vermeintliche Schnäppchen bei anderen Shops doch noch günstiger. Beim Black Friday im vergangenen Jahr war es beispielsweise so, dass man bei manchen angeblichen Schnäppchen im Schnitt sogar drei Prozent mehr zahlte als bei der Online-Konkurrenz.

Das Vergleichsportal hat sich auch die Preise bei Online-Händlern bei anderen Rabattaktionen angesehen. Etwa am Cyber Monday, der traditionell auf den Black Friday folgt:

Beim Cyber Monday konnten wir feststellen, dass es hier stark auf den Shop ankommt, wer hier die besten Angebote liefert. Im Schnitt konnte man bei den Preisen ein Prozent sparen. Aber hier gab es sehr hohe Preisunterschiede zwischen den einzelnen Shops.

Nach der Preisanalyse von guenstiger.de lohnt sich eine Online-Rabattaktion wirklich für Schnäppchenjäger: Amazon veranstaltet regelmäßig die Prime Days und senkt die Preise für ausgewählte Produkte – aber exklusiv nur für Prime-Kunden.

Hier konnten wir feststellen, dass die Produkte tatsächlich im Schnitt 20 Prozent weniger kosteten als zeitgleich bei anderen Online-Händlern. Damit lohnten sich die Angebote wirklich. Zwei Ausnahmen gab es, die waren nicht günstiger – aber bei allen anderen war der Preis niedriger.

2019 fanden die Prime Days im Juli statt, 2020 dann Mitte Oktober. Diese Tage können also Schnäppchenjäger durchaus auf dem Kalender haben, so guenstiger.de.

Marktpreis oder UVP des Herstellers?

Bei Online-Händlern ist es eine beliebte Methode, Preise am Black Friday besonders günstig wirken zu lassen: Sie ziehen die Unverbindlichen Preisempfehlung (kurz: UVP) der Hersteller als Vergleich heran. Nicole Berg:

Das ist allerdings ein Wert, der in der Regel gar nicht mehr der aktuellen Marktlage entspricht. Wir empfehlen daher, lieber zu schauen, was das Produkt zeitgleich bei anderen Online-Händlern kostet.

Ein Beispiel: Wer bei einem Smartphone eine UVP von 900 Euro angibt und den Handy-Preis am Black Friday auf 450 Euro senkt, kann mit 50 Prozent Rabatt werben. Wird das Handy online oder beim Elektronikgroßhändler bereits für den Marktpreis von 600 Euro verkauft, liegt die Ersparnis bei einem 450-Euro-Angebot nur noch bei 25 Prozent.

Aus den großangelegten Preisvergleichen von guenstiger.de und idealo geht ebenso hervor, dass die Online-Händler im Vorfeld des Black Friday nicht schon Monate oder Wochen vorher die Preise anheben – um sie dann werbewirksam wieder senken zu können. Nicole Berg sagte:

Wir konnten bislang nicht feststellen, dass Shops die Preise im Vorfeld von Rabattaktion erhöhen. Wir haben das in der Vergangenheit immer mal vereinzelt geprüft, aber es zeichnet sich kein Muster ab.

Wann ist die beste Tageszeit für Schnäppchen am Black Friday?

Online springen die Preise für viele begehrte Artikel oft gleich mehrfach am Tag. Im Extremfall können sie um mehr als ein Drittel nach oben oder unten gehen. Das zeigt eine Studie von idealo zum "Dynamic Pricing". Danach sind die Preise in der Regel in den Abendstunden günstiger als am Morgen. Ob das am Black Friday auch so ist oder ob die Schnäppchenpreise die ganze Zeit gleich bleiben, hat idealo aber bisher nicht untersucht. Nicole Berg von guenstiger.de rät, am Black Friday schon mal zeitig am Morgen nach guten Preisen für das Wunschprodukt zu schauen:

Wir empfehlen, tatsächlich schon frühmorgens nach Schnäppchen zu schauen. Aus dem einfachen Grund, dass es sich um Produkte handeln kann, bei denen es heißt: Nur solange der Vorrat reicht. Hier müssen Verbraucher dann schnell sein, bevor die Ware ausverkauft ist. Bei manchen Online-Händler dagegen kommen stündlich immer neue Angebote dazu. Und dann sollte man über den Tag verteilt wirklich immer mal reinschauen.

Nicht unter Druck setzen lassen

In den USA ist der Black Friday traditionell der Auftakt zu Weihnachtsgeschäft. Schließlich liegt er günstig an einem Feiertag und nur wenige Wochen vor Heiligabend. Entsprechend wird der Tag auch beworben. Auch hier kann durch die Rabattversprechen bei Käufern der Eindruck entstehen, sie bekommen Geschenke nur am Black Friday günstig und dann steigen die Preise bis Weihnachten wieder. Davon sollten sich Käufer aber nicht unter Druck setzen lassen, sagt Elina Vorobjeva von idealo:

Wenn es um die Preise geht, ist es tatsächlich nicht unbedingt notwendig, am Black Friday zuzuschlagen. Also an unseren Daten sehen wir kein besonders hohen Anstieg, also in den meisten Fällen auch wirklich gar keinen Anstieg.

Bereits verpackte Weihnachtsgeschenke und Laptop
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In diesem besonderen Jahr sei es möglicherweise trotzdem eine gute Idee, zeitig Geschenke zu kaufen und dafür auch den Black Friday zu nutzen. Das Portal idealo hat festgestellt, dass seit dem Ausbruch von Corona viel mehr online eingekauft wurde. Derzeit ist noch offen, ob das auch im Weihnachtsgeschäft so sein wird und ob die Händler gut auf den Ansturm vorbereitet sind.

Eine Frage ist ja immer, ob die kurzfristig bestellten Sachen wirklich auch noch pünktlich kurz vor Weihnachten ankommen. Das könnte dieses Jahr tatsächlich noch kritischer sein als sonst.

Auch aus Sicht von Nicole Berg von guenstiger.de kann es sich durchaus lohnen, sich bei dem einen oder anderen Weihnachtsgeschenk schnell zu entscheiden.

Vor allem im Bereich Spielwaren und Parfüm beobachten wir immer wieder, dass die Preise zum Fest hin stark ansteigen. Wer hier also am Black Friday ein Schnäppchen findet, kann gern zugreifen. Bei anderen Kategorien lohnen sich dagegen allerdings auch Last-Minute-Käufe vor Weihnachten.

Festlegen, Preise vergleichen, Radar einstellen

Wer am Black Friday ein echtes Schnäppchen machen will, kann dafür einer einfachen Strategie folgen: Wunschprodukt aussuchen und dafür vorab online die Preise vergleichen. Am besten über ein paar Tage oder Wochen. Die Vergleichsportale machen das sehr einfach: Sie zeigen die Preisentwicklungen übersichtlich an. Käufer sehen so, ob ein Preis für ein Smartphone oder eine Kleidungsstück am Black Friday gerade vergleichsweise weit oben ist oder ob er sogar unter den Preisen der letzten Zeit liegt. Die Vergleichsplattformen bieten zudem "Preiswecker" oder auch "Preisalarme" an: Dann werden Käufer per E-Mail informiert, wenn der Preis unter einen vorab eingestellten Wert fällt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 23. November 2020 | 10:45 Uhr

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