Checkliste Bio-Eier

08.04.2020 | 02:10 Uhr

Eier aus dem Supermarkt, auf denen der Code zu lesen ist 1 min
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Quicktipp Bio-Eier

Bio-Eier

MDR JUMP Mi 08.04.2020 02:10Uhr 01:05 min

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Wo genau kommt das Ei eigentlich her?

Das lässt sich mithilfe des Erzeugercodes auf dem Ei feststellen:

  • Die erst Zahl gibt Auskunft über die Haltungsform des Huhns: Eine 0 steht für Biohaltung, die 1 für Freiland- die 2 für Boden und die 3 für Käfighaltung.
  • Die nachfolgende Buchstabenkombination steht für das Herkunftsland – DE für Deutschland.
  • Danach folgt die Legebetriebsnummer inclusive Stallnummer. Dabei lassen die ersten beiden Ziffern der Nummer auf das Bundesland schließen. Die 14 steht für Sachsen, die 15 für Sachsen-Anhalt und die 16 für Thüringen. Die letzte Ziffer der Legebetriebsnummer steht für den Betrieb und da sogar für den Stall.

Ei mit der EU-weit verbindlichen Kennzeichnung, die Ziffer 2 bedeutet Bodenhaltung, das Länderkürzel NL steht für die Niederlande
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Selbst kleine Betriebe, die frische Eier direkt auf einem öffentlichen Markt verkaufen, müssen sich an diese Kennzeichnung halten. In anderen EU-Ländern zugelassene Ausnahmeregelungen sind in Deutschland nicht erlaubt. Gekochte und vorgefärbte Eier sind von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen und müssen daher nicht mit dem Kennzeichnungscode versehen werden. Für Verbraucher ist eine Rückverfolgung somit nicht möglich.

Immer beliebter - Eier aus Biohaltung

Viele, die Bio-Eier im Discounter oder Supermarkt kaufen, tun das in der Hoffnung, später Eier von glücklichen Hühnern zu essen. Doch ist dieser Gedanke überhaupt realistisch?

Hühner auf dem Bauernhof
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Das EU-Bio-Siegel definiert Mindeststandards für den ökologischen Landbau. Danach sind u.a. für die Haltung von Legehennen sechs Tiere pro Quadratmeter Stallfläche erlaubt. In den Ställen muss es Tageslicht geben und der Boden darf nicht aus Gittern bestehen, damit die Tiere scharren können. 3000 Tiere dürfen maximal pro Herde gehalten werden. Darüber hinaus müssen jedem Tier vier Quadratmeter im Freien zur Verfügung stehen. Soweit die EU-Öko-Verordnung.

In der Praxis bekommt das Bild vom glücklichen Bio-Huhn allerdings Risse. „Bio-Eier kommen zu großen Teilen aus Massentierhaltung. Schon etwa jedes zweite Huhn lebe in einem Großbetrieb mit über 10.000 Tieren“, kritisiert Luise Molling von der Verbraucherschutz-organisation Foodwatch. Denn obwohl innerhalb einer Herde nur 3000 Tiere gehalten werden dürfen, können Ställe aus mehreren Räumen mit mehreren Herden bestehen. Und auch eine Etagenhaltung ist unter Einhaltung der EU-Verordnung im Moment möglich. Wer geschickt plant, kann „bis zu 50.000 Tiere in einem Gebäude halten“, heißt es bei Foodwatch.

Die Alternative

Anbauverbänden wie Naturland, Bioland, Demeter, Gäa, Biopark oder Ecoland haben deutlich strengere Vorgaben. Solche Bio-Eier finden Sie im Bioladen oder bei Direktvermarktern. Sie haben meist eigene Siegel auf der Verpackung.

Ist das Ei noch frisch?

Egal ob biologisch oder konventionell, auf der Eierverpackung ist auch der Aufdruck eines Mindesthaltbarkeitsdatums verpflichtend. Das Datum gibt Hinweise über die Frische der Eier. Eier sind nach dem Legen noch rund 28 Tage haltbar, sollten aber nach 14 Tagen nicht mehr roh verzehrt, sondern nur noch gekocht, gebraten oder im Kuchen verarbeitet werden. Ist die Schachtel mit dem genauen Datum verlegt, gibt es einen Frischetest: Dazu das Ei in eine Schale Wasser legen. Frische Eier bleiben am Boden. Schwimmt das Ei oben, sollte es besser nicht mehr verzehrt werden. Eier sind am besten im Kühlschrank zu lagern, getrennt von anderen Lebensmitteln. Weil die Schale luftdurchlässig ist, können die Eier Gerüche von stark riechenden Lebensmitteln wie Zwiebeln annehmen. Um die natürliche Schutzschicht von Eiern zu erhalten, sollten Eier vor dem Einlagern nicht gewaschen werden.

Was steht noch auf der Verpackung?

Abgesehen davon muss auf der Verpackung beispielsweise noch die Gewichtsklasse (S = unter 53 Gramm bis XL über 73 Gramm) aufgeführt sein. Bestimmte weitere Angaben sind freiwillig, beispielsweise die Fütterung der Hennen (Getreideart und -menge), das Legedatum (Wird das aber angegeben muss es auch auf allen Eiern stehen) oder auch das letzte empfohlene Verkaufsdatum für den Handel (maximal 21. Tag nach dem Legetag).

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 08. April 2020 | 11:45 Uhr

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