Trennung oder Scheidung - Wem gehört danach das Haustier?

Innerhalb der Familie oder gerade bei kinderlosen Paaren spielt das Haustier eine große Rolle. Kommt es dann zur Trennung, können die Streitigkeiten um das Tier sehr emotional werden. Bei wem ist der Hund oder die Katze besser aufgehoben? Wer hat mehr Zeit für das Tier? Wir erklären, wie es mit dem gemeinsamen Tier nach einer Trennung weitergehen kann.

Die Besitzfrage: Wem gehört das Tier?

Tiere sind keine Sachen, sondern Lebewesen. Unser Bürgerliches Gesetzbuch behandelt Tiere aber wie Gegenstände. Darin heißt es wörtlich:

§90a BGB Tiere sind keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetze geschützt. Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist.

Bringt ein Partner das Tier mit in die Beziehung, dann gehört es ihm in der Regel auch nach der Trennung. Er ist auch alleiniger Eigentümer, wenn er das Haustier während der Ehe geschenkt bekommen hat. Wird das Tier während der Partnerschaft jedoch von beiden gemeinsam angeschafft, gehört es auch beiden und man muss sich nach einer Trennung einigen, wer das Tier behält. Wenn sich das Paar partout nicht selber einigen kann, entscheidet das Gericht.

Nächste Sendung im MDR Fernsehen

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08.12.2021, 19:50 Uhr /
18:00 Uhr in der Mediathek

aus dem Tierheim Freital

Wie entscheidet das Gericht?

Eine Trennung/Scheidung ist keine Spezialvorschrift, wie oben im Paragrafen erwähnt. Rein rechtlich zählt das Tier als Hausrat und wird wie dieser aufgeteilt. Das Gericht berücksichtigt für die Entscheidung aber folgende Aspekte:

  • Wer war die bisherige Bezugsperson und hat eine besonders starke emotionale Beziehung zu dem Tier?
  • Wo hat das Tier bis zur Trennung gelebt und wo wird es künftig leben? (eine Dreiraumwohnung bietet z.B. bessere Unterbringungsmöglichkeiten als eine Einzimmerwohnung, gleiches gilt im Verhältnis zu einem Häuschen im Grünen und einer Stadtwohnung)
  • Welcher der Partner kann in Zukunft mehr Zeit für das Tier im Alltag aufbringen?
  • Wer ist aus gesundheitlichen Gründen auf das Tier mehr angewiesen?
  • sind mehrere Tiere vorhanden muss das Gericht entscheiden ob man sie aufteilt oder als Rudel zusammen bei einem der Partner lässt
  • Kindeswohl: Oft bleibt das Haustier bei dem Elternteil, bei dem das Kind lebt, weil es oft eine sehr enge Bindung zu dem Hund oder der Katze hat

>> Generell gilt: Für die Beurteilung entscheidet immer der Einzelfall!

Hat man nach der Trennung ein Umgangsrecht?

Auch wenn es vereinzelt Gerichte gibt, die eine Umgangsregelung vereinbaren: Ein Recht auf Umgang, geteiltes Sorgerecht oder Unterhalt hat man für den Vierbeiner nicht. Wer das Tier behält, hat das alleinige Sorgerecht und trägt auch die Kosten für Futter, Ausstattung und den Tierarzt. Deswegen empfehlen Experten, dass Eheleute oder Lebenspartner bereits während der Beziehung eine Vereinbarung treffen. So können sie ein notariell beglaubigtes, gemeinsames Sorgerecht vereinbaren, bzw. eine Trennungsfolgenvereinbarung festlegen. Nur so lässt sich ein späterer Rosenkrieg um das geliebte Haustier vermeiden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 29. September 2021 | 11:45 Uhr

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