Die richtige Bettwäsche für den Sommer

Einige sommerlich heiße Tage und auch Nächte haben wir dieses Jahr schon hinter uns. Damit wir auch bei hohen Temperaturen gut schlafen können, sollte sich die Bettwäsche möglichst kühl und luftig-leicht anfühlen. Unsere Experten haben zudem noch ein paar Tipps, wie wir uns auch in sehr sommerlichen Nächten gut erholen.

Leinen: Schon Oma wusste, was gut in warmen Sommernächten funktioniert

Fühlt sich der Stoff der Bettwäsche auf dem Körper sehr glatt an, ist dieser aus Sicht von Jörg Heber gut für Nächte mit hohen Temperaturen geeignet. Jörg Heber betreibt in Bautzen das älteste Bettenhaus Sachsens und ist Mitglied im Verband der Bettenfachgeschäfte.

Jörg Heber
Bildrechte: privat

Es geht ja immer um Energieumwandlung und um die Frage: Wieviel Wärme kann ich dem Körper praktisch entziehen durch ein bestimmtes Material? Dafür ist dann glatte Bettwäsche ideal.

Jörg Heber empfiehlt daher unter anderem Bettwäsche aus Leinen. Diesen aus Flachs gewonnen Stoff kennen manche vielleicht noch aus dem Wäscheschrank der Großeltern.

Leinen wirkt schon von vornherein etwas kühler, bisschen straffer und fester. Man hat das Gefühl, man liegt in der Bettwäsche wie früher bei der Oma, mit der frisch weiß gestärkten Bettwäsche. Das ist im Sommer angenehmer.

Dafür müsse es nicht immer eine Bettwäsche aus 100 Prozent Leinen sein. Auch ein Mix aus 50 Prozent Leinen und 50 Prozent Baumwolle könne gut für sehr warme Nächte funktionieren.

Baumwolle: Hier zählt die Webart

Auch Bettwäsche aus 100 Prozent Baumwolle ist laut unserem Experten für den Sommer geeignet, wenn der Stoff besonders glatt gewebt ist. Solche Webarten für Baumwolle heißen dann Perkal, Renforcé oder auch Satin. Auch die Baumwoll-Webart Seersucker wird häufig als geeigneter Stoff für Sommerbettwäsche empfohlen. Seersucker hat statt einer glatten eine leicht gewellte oder auch geriffelte Struktur.

Damit soll die Bettwäsche aufsteigende Luft vom Körper aufnehmen und wie ein Ventil zur Seite wegführen. Aber aus unserer Sicht ist das nicht optimal für den Sommer. Wir haben das ausprobiert: Wer wärmesensibel ist, findet Seersucker eigentlich zu kuschelig. Die Wärme geht nicht raus, die speichert sich in den kleinen Riffeln.

Gut für den Sommer geeignete Baumwoll-Bettwäsche mit einer glatten Oberfläche gibt es laut unserem Experten ab 50 Euro pro Garnitur (Bezug für Kissen und Decke). Wer etwas mehr ausgeben wolle, bekomme mit Seidenbettwäsche einen „Frischekick“.

Das ist ein Luxusgegenstand und man muss für die Garnitur 200 Euro einplanen. Aber wenn man sich in diese Bettwäsche einhüllt, hat man sofort diese Frische und Kühle. Die Seidenbettwäsche ist allerdings nicht geeignet, wenn jemand stark schwitzt. Dann haftet sie schnell am Körper.

Bettwäsche aus Leinen oder Baumwolle dagegen nimmt gut Feuchtigkeit auf und wirkt damit temperaturregulierend.

Sommerupdates fürs Bett: Extra Lüftungsschicht auf der Matratze, Bettwäsche mit Klimaanlage

Wer trotz glatter Bettwäsche im Sommer trotzdem nicht gut schläft, kann laut Jörg Heber die Schlafstätte noch „aufrüsten“. So gibt es beispielsweise Steppdecken, die überflüssige Wärme vom Schlafenden umwandeln können.

Das können beispielsweise mikroskopisch kleine Wachskügelchen sein, die eingebaut sind. Die Wachskügelchen verflüssigen sich durch die Wärme und nehmen diese damit auf. Das gibt es auch als Überzug oder auch als Kopfkissen und das kann auch ein Bestandteil von Steppdecken schon sein.

Ohne Wärmezufuhr werden die Wachskügelchen dann wieder fest. Die Kopfkissenschoner mit dem Kühleffekt werden zwischen Bettwäsche und dem gewohnten Kissen eingezogen. Sie gibt es ab 30 Euro, entsprechend aufgerüstete Steppdecken ab 130 Euro. Zudem gibt es zusätzliche Unterbetten, die mit einem dreidimensionalen Gewebe den Kontakt zwischen Körper und Matratze unterbrechen und für eine zusätzliche Belüftung sorgen sollen.

Das kann man sich wie eine Bienenwabe vorstellen, von der Seite angeschaut. Die kann fünf Millimeter hoch sein oder auch bis drei Zentimeter hoch sein. Das ein besonderes Gewirke, ähnlich wie ein Strickgewebe und das erzeugt eine zusätzliche Lüftungsschicht.

Diese Unterbetten kosten für eine einzelne Matratze ab 150 Euro aufwärts. Sie gib es auch für Doppelmatratzen.

Bettwäsche wechseln: Bei Hitze einmal pro Woche

Unser Experte rät, im Sommer die Bettwäsche deutlich häufiger als gewohnt zu wechseln.

Wir kriegen es live mit durch die Reinigung, wie dann auch so eine Steppdecke oder ein Kopfkissen aussehen kann. Je nachdem, wie die Bettwäsche gewechselt worden ist. Da haben sie das Abbild, was der Körper so ausdünstet direkt auf der Decke.

Jörg Heber rät daher, im Sommer die Bettwäsche einmal pro Woche zu wechseln. Kopfkissen und Steppdecke sollten zudem so oft wie möglich ausgelüftet werden.

Auf der Leine, auf dem Balkon, einfach aufhängen. Damit dann die gespeicherte Feuchtigkeit auch noch gut rausgeht.

In der Sonne verdunste die dann einfach.

Schlaftipps für Sommernächte

Mit diesen Tipps von Jörg Heber und von Stefan Wandel, Sprecher der DAK Sachsen, lassen sich auch die nächsten Sommernächte gut überstehen:

Stefan Wandel
Stefan Wandel von der DAK Bildrechte: DAK-Gesundheit/Weychardt

Nicht ohne Decke schlafen: Das ist wichtig, auch wenn sich bei Hitze jede extra Stoff-Schicht einfach überflüssig anfühlt. Stefan Wandel sagt: „Man spürt es nicht, aber es droht Erkältungsgefahr. Der Körper fährt runter und kühlt aus.“ Jörg Heber empfiehlt, mit einer leichten Daunendecken mit einer Füllung von unter 200 Gramm oder auch nur mit einem Bettlaken aus Leinen über dem Körper zu schlafen.

Am Tag gut trinken: Wer am Tag reichlich Wasser trinkt, wacht nachts nicht mit Durst auf. Damit sollte man nicht zu spät am Abend erst anfangen, sonst unterbrechen die Gänge zur Toilette den Schlaf.

Lauwarm duschen: Das erfrischt, bringt den Kreislauf aber nicht so auf Touren wie Duschen mit kaltem Wasser. „Die Gefäße ziehen sich dann zusammen und dann spürt man wieder mehr Wärme. Das ist kontraproduktiv“, sagt Stefan Wandel.

Wärmflasche mit kaltem Wasser: Die kommt noch kurz in den Kühlschrank und ist dann der Kühlakku fürs Bett. „Damit sollte man aber nur Arme, Beine und Füße kühlen. Wenn man sie auf den Bauch legt, kann das Nierenprobleme auslösen“, sagt Stefan Wendel.

In vielen Ratgebern zum Schlafen im Sommer wird der Tipp gegeben, den Schlafanzug oder ein Shirt in einer Tüte kurz in den Kühlschrank zu legen. Alternativ funktioniere das auch mit einem Handtuch, dass dann aufs Kissen gelegt wird. Aus Sicht von Jörg Heber hat dieser Trick nur einen sehr kurzen Frische-Effekt. „Wir haben das auch selbst ausprobiert: Der Körper versucht, den Wärmeentzug wieder auszugleichen. Ähnlich wie bei einem zu schnell getrunkenen sehr kalten Getränk in der Sommerhitze. Und dann schwitzt man wieder.“ Der Frischeeffekt kehre sich schon nach einer halben Stunde ins Gegenteil um.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 16. Juli 2021 | 11:45 Uhr

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