Berufsunfähigkeitsversicherung: Versichert gegen finanzielle Not

Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung und Euroscheine 1 min
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MDR JUMP Mi 19.08.2020 10:45Uhr 01:04 min

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Wer seinen Job aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit nicht mehr ausüben kann, dem drohen finanzielle Einbußen. Eine Berufsunfähigkeitsrente kann in diesem Fall Abhilfe schaffen. Doch die ist auch relativ teuer. Was du vor einem Abschluss unbedingt beachten solltest, das erklären wir jetzt.

Was ist eine  Berufsunfähigkeitsversicherung?

Disabled Man Using Crutches To Walk
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Kann man den zuletzt ausgeübten Beruf aufgrund gesundheitlicher Probleme voraussichtlich oder auf Dauer nicht mehr ausüben, dann zahlt die BU-Versicherung eine monatliche Rente bis zum Eintritt der eigentlichen Rente. Das gilt in den meisten Fällen schon dann, wenn man zu 50 Prozent berufsunfähig ist, also die eigentliche Arbeit nur noch wenige Stunden am Tag oder nur sehr eingeschränkt ausüben kann. Es ist dabei egal, ob man einen anderen Beruf ausüben könnte. Kann also der Maurer nicht mehr aufs Gerüst, dann zahlt die BU-Versicherung auch, wenn der Maurer theoretisch noch im Büro sitzen kann. Aber Achtung! Wie diese Regelungen in der Praxis genau umgesetzt werden, das hängt sehr stark von dem individuellen Vertrag und den Konditionen des Versicherers ab. Es gibt Versicherungen und Verträge, bei denen bekommt man nach erfolgreicher Umschulung kein Geld mehr.

Was kostet die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Höhe der monatlichen Beiträge richtet sich nach vielen Faktoren. Für ein und dieselbe Versicherungsleistung können die Beiträge zwischen 20 und 200 Euro pro Monat liegen. Manchmal auch noch höher. Eine pauschale Aussage dazu kann nicht gemacht werden. Erster Faktor ist die Höhe der monatlichen BU-Rente, die man im Ernstfall beziehen möchte. Von den meisten Versicherern wird eine Grundsicherung von ca. 70% des aktuellen Nettoeinkommens empfohlen. Für Berufe, die mit einem besonderen Verletzungsrisiko einhergehen - wie etwa Maurer Elektriker oder Maschinenführer - sind die Beiträge höher als zum Beispiel für eine Verkäuferin. Zwei der wichtigsten Faktoren aber sind Lebensstil und aktueller Gesundheitszustand. Als Nichtraucher ohne Vorerkrankungen - dann kann der Beitrag für die gleiche Police weniger als die Hälfte eines Rauchers mit Pollenallergie betragen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Abschluss?

Vor allem junge Menschen, die eine Lehre machen oder studieren, denken über eine Berufsunfähigkeit oft nicht nach. Dabei kann gerade durch risikoreiche Sportarten der Traum von einer erfüllten beruflichen Laufbahn unterbrochen werden. Deshalb sollte man so früh wie möglich über eine Absicherung nachdenken. Je früher, desto niedriger sind in der Regel die monatlichen Beiträge. Junge Menschen haben weniger Zipperlein und ein niedrigeres Risiko, ernsthaft zu erkranken. Auch das senkt den Beitrag. Wer allerdings sehr früh eine BU-Versicherung abschließt, zahlt in der Summe auch mehr Geld ein. Passiert also bis zur Rente nichts, dann sind mehrere zehntausend Euro Versicherungsbeiträge weg. Unmittelbar nach einer Krankheit, einer Operation oder einer Therapie, sind diese Versicherungen meistens sehr teuer, da ist es sinnvoll noch fünf bis zehn Jahre zu warten. Je nach Krankheit und Versicherer zählen nach diesen Zeiträumen bestimmte Behandlungen und Therapien nicht mehr - so als hätten sie nicht stattgefunden. Es kann sich also lohnen, später einzusteigen und dafür einen kleinen Aufpreis in Kauf zu nehmen, als mit Krankheit oder kurz nach einer Behandlung dauerhaft richtig hohe Beiträge zu zahlen.

Ehrliche Angaben sind das A und O

Eine Versicherung online abzuschließen ist möglich aber nicht ratsam. Fragebögen über Vorerkrankungen, Allergien und Lebenswandel sollten unbedingt ehrlich ausgefüllt werden. Wer dort bewusst oder aus Versehen falsche Angaben macht oder etwas verschweigt, dem kann das im Bedarfsfall den kompletten Versicherungsschutz kosten.

Beraten lassen

Das Internet kann dabei helfen, sich schon mal einen Überblick über die vielen Angeboten und Möglichkeiten zu verschaffen. Das Thema ist aber so komplex und jeder kleine Sachverhalt kann den Versicherungsbeitrag so stark verändern, dass man sich vor Abschluss fachlich beraten lassen sollte. Es kann unter Umständen auch passieren, dass eine Versicherung es ablehnt, eine BU-Police zu verkaufen. Dann kann man gemeinsam mit einem Fachmann nach Alternativen suchen. Wichtig ist auch, dass man gründlich darüber nachdenkt. Schließlich zahlt man über Jahre viel Geld dafür.  

Von der Steuer absetzen

Die Beiträge zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung können grundsätzlich als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Das gilt für Angestellte und Selbständige gleichermaßen. Dabei sollt man aber die geltenden Höchstgrenzen beachten. Am besten lässt man sich von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beraten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei Arbeit | 19. August 2020 | 10:45 Uhr

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