Babyphones – Auf diese Geräte können sich Eltern wirklich verlassen

17.03.2020 | 02:10 Uhr

Auf einfache und klassische Geräte ist Verlass

Bei klassischen Babyphones werden Töne vom Nachwuchs oder auch Videos über Funk übertragen. Dafür nutzen die meisten Hersteller anders als noch vor einigen Jahren bei ihren Geräten digitale Technik: Damit können deutlich mehr Funkfrequenzen genutzt werden, so dass sich Babyphones von Nachbarn nicht mehr in die Quere kommen. Sandra Schwarz von Stiftung Warentest:

Eltern von älteren Kindern wissen es noch. Bei den analogen Geräten konnten andere Babyphones praktisch auf derselben Welle funken. Und dann hat man zum Teil gehört, was da in der Nachbarwohnung so geredet wird. Das passiert heute bei den digitalen Geräten nicht mehr.

Diese Babyphones werden über das Stromnetz betrieben, viele Modelle können aber auch mit Akkus mobil benutzt werden. Laut einem aktuellen Test von Stiftung Warentest (Heft 2/2020 „Babyphones im Test“) können sich Eltern auch darauf verlassen, dass die Geräte zuverlässig auf das Weinen des Babys aufmerksam machen. Die klassischen Babyphones warnen auch, wenn der falsche Kanal eingestellt ist oder wenn sich die Eltern außerhalb der Reichweite des Senders bewegen. Die ist allerdings nicht sehr groß:

Bei den klassischen Geräten reicht die Funkverbindung meistens nur ein paar Zimmer weit. Im Haus kann es schon schwierig werden, wenn man zum Beispiel die Ebenen wechselt.

Gute klassische und zuverlässige Babyphones gibt es laut Test ab rund 80 Euro. Wer ein Gerät mit größerer Reichweite etwa für das eigene Haus braucht, kann auf Walkie-Talkies mit Babyphone-Funktion zurückgreifen. Die funktionieren auch über größere Strecken verlässlich.  

Smarte Geräte mit großer Reichweite und mangelnder Zuverlässigkeit

Wem auch die Reichweite der Walkie-Talkies nicht reicht, der kann zu smarten Babyphones greifen. Das sind vereinfacht gesagt meist Webcams, die für die Übertragung der Signale das Internet nutzen. Dann können Eltern unterwegs auf dem Smartphone oder zu Hause auf Laptop sehen und hören, wie es ihrem Baby gerade geht. Die große Reichweite erkaufen die Geräte aber mit Abstrichen bei der Zuverlässigkeit. Sandra Schwarz:

Wenn das Internet oder der Strom ausfällt, warnt keiner von denen auffällig genug. Es kann also passieren, da friert ihn das Bild ein. Und die Eltern denken auch das Kind schläft aber noch schön. Dabei ist es längst wach und weint.

Im Test zeigte sich zudem, dass viele der smarten Geräte bei den Eltern zumindest fortgeschrittenes Technikwissen voraussetzen. Die lassen sich nur vergleichsweise aufwendig einrichten. Lob gab es im Test immerhin für den Datenschutz:

Natürlich gibt es immer irgendeinen findigen Hacker da draußen. Man kann nie hundertprozentig ausschließen, dass nicht jemand tatsächlich Zugang zu den Bildern aus dem Kinderzimmer bekommt. Aber mit den Kameras, die wir getestet haben, haben Hacker zumindest kein leichtes Spiel.

Smartphone-Apps für den Einsatz im Urlaub

Schon für wenige Euro gibt es Babyphone-Apps fürs Smartphone. Dabei wird ein Smartphone mit der App neben das schlafende Kind gelegt, das andere tragen die Eltern bei sich. Die Daten übertragen die Apps über das WLAN und das Internet und alternativ auch über Mobilfunk. Damit soll verhindert werden, dass Eltern bei Strom- oder Internetausfall nicht auf ein weinendes Kind aufmerksam gemacht werden. Im Test warnte zumindest eine App recht zuverlässig, wenn sich das Kind regte: Tappy-Taps setzt auf den Übertragungsweg Mobilfunk, wenn das WLAN ausfällt.

Die Apps sind vor allem was, wenn man in den Urlaub nicht alle Geräte mitschleppen möchte. Was man wissen sollte: In dunklen Zimmern zeigen die keine Videos mehr sondern nur noch schwarze Bilder.

Den Smartphones fehlt dafür das Infrarotlicht, das manche Babyphones mit Videofunktion an Bord haben.

Nur wenige Zusatzfunktionen sind wirklich sinnvoll

Wer ein klassisches oder ein smartes Babyphone kauft, wird manchmal von der Fülle der Zusatzfunktionen fast erschlagen. Die treiben auch den Gerätepreis deutlich nach oben: Dann wird die Temperatur im Schlafzimmer kontrolliert, werden Schlaflieder gesungen oder der Puls vom Baby gemessen.

Die meisten Eltern wissen, welche Temperaturen in ihrem Zimmer herrschen und haben die vorher für das Kind eingestellt.

Aus Sicht unserer Expertin sind zwei Zusatzfunktionen sinnvoll: Eine verstellbare Ansprechstelle und ein Vibrationsalarm. Bei der ersten Funktion können die Babyphones je nach Einstellung schon beim kleinsten Geräusch ansprechen oder erst bei sehr lautem Schreien.

Das ist für Eltern sinnvoll, deren Kinder im Schlaf zum Beispiel laute Geräusche machen, aber trotzdem friedlich weiterschlafen. Oder eben auch für Eltern, deren Kind da ganz brav und leiser ist und beim Aufwachen keinen Mucks von sich gibt. Aber die wollen ja auch wissen, dass ihr Kind jetzt wach ist.

Ein Vibrationsalarm macht Eltern auch dann zuverlässig aufmerksam, wenn diese ein paar Zimmer weiter laute Musik hören oder fernsehen.

Keine Gefahr

Im aktuellen Test wurde auch untersucht, wie stark die Geräte Kinder durch Elektrosmog belasten. Das ist wichtig, weil Babyphone in der Regel direkt neben das Kind gestellt werden. In Elternforen wird häufig über das Thema diskutiert und häufig zu alten, "analogen" Babyphonen geraten. Bei diesen sei die Elektrosmog-Belastung niedriger. Sandra Schwarz sagt:

Aus unserer Sicht müssen sich Eltern keine Sorgen machen. Alle geprüften Geräte haben die Grenzwerte des Bundes-Immissionsschutz-Gesetzes für die elektrische Feldstärke unterschritten und zwar zum Teil deutlich.

Im Test wurde die Feldstärke in einem Meter Abstand zum Gerät gemessen. Diesen Abstand zum Babybett empfehlen auch die Hersteller. Je weiter weg die Geräte stehen, umso mehr sinken auch die Werte für Elektrosmog.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 17. März 2020 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. März 2020, 02:10 Uhr