Babybrei im Test - selber machen ist ganz leicht

Die Ernährung im ersten Lebensjahr eines Kindes ist sehr wichtig. Hier werden entscheidende Weichen für körperliche und geistige Entwicklung gestellt. Welchen Produkten du dabei trauen kannst und warum selber machen wichtig ist, klären wir jetzt.

Baby wird mit Brei gefüttert 1 min
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MDR JUMP Mo 08.02.2021 10:45Uhr 01:08 min

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Ab wann geht´s eigentlich los? Das Vier Monate Problem

Ernährungsexperten und Mediziner raten fast übereinstimmend, dass Babys frühestens ab dem fünften Monat ihren ersten Brei bekommen sollten. Bis dahin ist Muttermilch das Beste. Nun wird sie nach und nach durch Breie ersetzt. Tatsache: Babybrei aus Gläschen braucht dein Kind nur bis maximal zum 12. Monat, dann kann es langsam aber sicher bis auf Ausnahmen die normalen Familienmahlzeiten zu sich nehmen. Problem: Für die Industrie ist natürlich jeder Monat ein großes Geschäft. Und so findet sich auf vielen Gläschen für spätere Monate die genaue Angabe, also "ab 6. Monat" und ähnliches. Aber: für den Anfang wurschteln einige Hersteller mit Angaben wie "nach dem 4 Monat". Das ist verwirrend, weil einige Eltern dadurch animiert werden könnten, schon ab dem vierten Monat zum Brei zu greifen. Ein Monat weniger und seltener Stillen, bedeutet für dein Kind aber einen Verlust an enorm wichtigen Stoffen aus der Muttermilch.

Gutes Essen muss nicht teuer sein

Babybreie im Gläschen kosten zwischen rund 30 und 70 Cent pro 100 Gramm. Meist enthalten die Gläschen 190, 220 oder 250 Gramm. Eine Breimahlzeit kostet dich also rungerechnet einen Euro. Selbst gemacht ist übrigens genau so preiswert und du kannst bei Bedarf die Portionen auf Vorrat kochen und einfrieren.

Die Testergebnisse der Stiftung Warentest

20 verschiedene Babybreie wurden getestet. Beruhigendes Ergebnis: Keines der Gläschen enthielt bedenkliche Mengen an Schadstoffen oder ähnliches. Aber: Nur sieben Produkte bekamen ein Testurteil gut. Darunter die Testsieger Fenchel-Pastinake mit Couscous& Huhn von dmBio und Vegetarisches Menü Couscous-Gemüse-Pfanne von Hipp. Preiswertester Brei unter den Guten war der Babylove Tomaten-Gemüse mit Nudeln von dm für gerade mal 31 Cent pro 100 Gramm. Du kannst also in Supermarkt, Discounter und Drogerie ohne Sorgen zum Babybrei aus dem Glas greifen. Wichtig: Abgewertet hat die Stiftung Warentest 13 von 20 Breien deshalb, weil sie unter anderem zu wenig Eisen enthielten oder auch nicht eindeutig deklariert waren. Das oben erwähnte Vier Monate Problem.

Aufpeppen ist besonders in Sachen Eisen wichtig

Durch ihr enormes Wachstum verbrauchen kleine Kinder viel Energie. Die liefert unter anderem Fett. In den Testgläschen fand die Stiftung Warentest davon genügend. Schlechter sieht es dagegen beim Eisengehalt aus. "Der Eisenbedarf ist - bezogen auf das Körpergewicht – im zweiten Lebenshalbjahr unglaublich hoch, höher als sonst im späteren Leben", so Ernährungswissenschaftlerin Mathilde Kersting für Stiftung Warentest. Deshalb kann es nicht schaden, wenn du entweder den Babybrei gleich komplett selber kochst (siehe unten), oder den Produkten ein wenig gekochtes und püriertes Fleisch zusetzt. Auch Amaranth und Linsen liefern in Babybreien Eisen, manchen Breien ist sogar Eisen zugesetzt. Allerdings können Kinder das nicht so leicht aufnehmen, wie Eisen aus Fleisch. Deshalb rät die Stiftung Warentest: "Geben Sie zu vegetarischen Breien und solchen mit Eisenzusatz etwas Orangensaft oder Obstpüree. Das Vitamin C darin verbessert die Aufnahme pflanzlichen und zugesetzten Eisens.

Selber machen ist ganz leicht

Keine Angst. Du musst noch nicht mal viel Kocherfahrung haben, denn das Grundrezept ist immer gleich: Kartoffeln, Fleisch und Gemüse werden mit Wasser weichgekocht, abgegossen und püriert. Am Ende den Brei mit einem Löffel Pflanzenöl verrühren. Entweder fügst du jetzt noch einen Esslöffel Fruchtsaft zu (für die erwähnte bessere Eisenaufnahme) oder dein Kind bekommt als Nachtisch eine kleine Portion Fruchtmus (bitte aber keine  gesüßten Fertigprodukte oder ähnliches). Wichtig ist immer, auf keinen Fall zu würzen. Salz und Pfeffer haben im Brei nix zu suchen. Auch wenn es dir fade erscheint, dein Kind hat ein völlig anderes Geschmacksempfinden und entwickelt auch erst seine Sinne. Abwechslung bekommst du, indem du das Grundrezept variierst, also statt Fleisch Fisch, satt Kartoffeln Reis oder Nudeln und so weiter. Für die Abendmahlzeiten kannst du ab dem sechsten Monat einen einfachen Milch Getreide Brei kochen. Der ist in knapp fünf Minuten fertig.

Vorsicht, wenn du dein Kind ausschließlich vegetarisch ernähren willst

Da für Babys eine eisenreiche Ernährung wichtig ist, solltest du dich gut informieren und am besten mit deinem Kinderarzt absprechen, wie du das Eisen aus Fleisch ersetzten kannst. Einfach weglassen und hoffen, dass Tabletten oder reichlich Linsen alles ersetzten, kann zu gefährlichen Mangelerscheinungen führen. Weniger Fleisch ist besser als gar keins und vielleicht ein Kompromiss. 

So fütterst du richtig

Für Erwachsene schmecken die Breie zum Teil nach nichts oder bestenfalls seltsam. Kinder zeigen dir sehr schnell, was sie mögen und was nicht. Spätestens, wenn dein Kind beim Füttern den Kopf ganz deutlich wegdreht, weißt du, dass es satt ist. Passiert das gleich am Anfang, ist der Brei nicht wirklich die erste Wahl. Mach jetzt nicht drei andere Gläschen auf, versuch stattdessen, jeden Tag ein bisschen Abwechslung rein zu bringen. Auswahl gibt es wirklich reichlich. "Babys, die abwechslungsreich ernährt werden, sind auch später unkomplizierte Esser", so die Stiftung Warentest.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 08. Februar 2021 | 10:45 Uhr

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