Beruhigendes Hobby: Aquarium-Tipps für Einsteiger

Fremde Welten zu Hause! Fische im Aquarium zu beobachten, ist interessant und beruhigend. Wir klären jetzt, wie du mit relativ geringen Kosten eine tolle Unterwasserwelt schaffst und warum du es unbedingt ruhig angehen solltest.

Mutter und Sohn beobachten Fische in einem Aquarium 1 min
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MDR JUMP Mi 16.12.2020 10:45Uhr 01:08 min

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Einzelkauf oder Starterset - was du alles brauchst

Beleuchtung, Filter, Heizstab, das sind die grundlegenden Komponenten, die ins oder zum Aquarium gehören. Sie sorgen dafür, dass das Wasser in Sachen Temperatur, Mikroorganismen und Sauberkeit in einem Gleichgewicht bleibt. Das ist für deine Zierfische wichtig, die haben nämlich in der Regel nur einen kleinen Spielraum, in dem sie sich wohlfühlen. Da die Komponenten ja nach Größe und Fischbesatz auf dein Aquarium abgestimmt sein müssen, empfiehlt sich für den Anfang ganz klar ein Komplett-Set. Die gibt es bereits ab rund 60 Euro in Baumarkt Internet oder Zoohandlung. Tipp: Mit einem Set um die 100 Euro liegst du als Einsteiger gut im Rennen. Sollte es gleich etwas größer sein, kauf dir am besten einen passenden Aquarienunterschrank, der ist entsprechend stabil und du bekommst alle Filter und Elektrik bequem hinein.

Welche Größe Sinn macht

Futterreste, abgestorbene Pflanzenteile und die Ausscheidungen deiner Fische belasten das Wasser im Aquarium. Je größer das Aquarium und je mehr Wasser, desto länger bleibt die Qualität gut. Außerdem fühlen sich alle Fische wohler. "Je größer ein Aquarium, desto besser ist es für die Fische und um so leichter lässt es sich pflegen. Ich rate bei Startersets zu einer Größe ab 60 mal 30 mal 30 Zentimetern" rät Andreas Müller, Aquarien- Experte vom Verein Aquarienfreunde Zwickau e.V.. Unter 50 Liter solltest du also nicht anfangen, besser ist ab rund 100 Litern Wasservolumen loszulegen. Davon ist nicht zuletzt die Anzahl der Fische, die Besatzdichte abhängig. Pro Fisch bis maximal zwei Zentimeter Größe musst du mindestens einen Liter Wasservolumen einplanen. Ab zwei Zentimeter Größe sollten es schon zwei Liter sein. Da Fische in der Regel im Schwarm von mindestens fünf Tieren gehalten werden sollten, kommst du bei kleinen Becken ganz schnell an die Grenze. Für Kinder eignen sich sogenannte Nano-Becken, wenn sie kleine Krebse oder Garnelen beobachten wollen.

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aus dem Tierheim Delitzsch

Was du vor dem Aufstellen beachten musst - ein Aquarium ist schwer

Ein 100 Liter-Becken kommt mit Bodengrund aus Sand und Kies plus von Becken, Filter, und Unterschrank. Auf weit über 100 Kilo. Das ist in manchen Wohnbereichen schon sehr nah an der maximalen Nutzlast pro Quadratmeter.

Der Standort des Beckens sollte möglichst sonnenarm und kühl sein, das behindert Algenwachstum. Direkt neben einer Tür oder Musikanlage sollte das Becken nicht stehen: Vibrationen und laute Geräusche sind nichts für sensible Fische. Außerdem sollten alle Leitungen vom und zum Aquarium (zum Beispiel bei einem Außenfilter) dicht und sicher sein. Die Stiftung Warentest warnt: „Ist der Zulauf zum Aquarium eines Mieters defekt und läuft das Wasser aus, haftet nur der Mieter.“ Das heißt, du solltest unbedingt eine Privathaftpflichtversicherung abschließen, falls es doch mal zu einem Wasserschaden kommt. 

Die Einrichtung

Wichtig ist, dass deine Fische genügend Platz zum Schwimmen, Räume zum Verstecken und Brutmöglichkeiten haben. Fühlen sich die Fische im Aquarium wohl, kannst du bei vielen Arten bald mit Nachwuchs rechnen. Wenn du das Becken mit kleinen Pflanzen im Vordergrund und größeren im Hintergrund ausstattest, kannst du es auch ideal beobachten. Wurzeln, Steine und Pflanzen bekommst du im Fachgeschäft, kannst sie zum Teil aber auch von Draußen holen. Wichtig: Bevor du Dekoration aus der Natur ins Becken setzt spül sie sauber ab, Steine gerne mit kochendem Wasser, so entfernst du schädliche Bakterien. 

Süßwasser vs. Meerwasser

Nach Filmen wie „Findet Nemo“ oder „Findet Dorie“ gab es einen regelrechten Boom an Salzwasseraquarien. Ein Problem dabei: "Sie müssen sich klar machen, dass gut 98 Prozent aller Fische für Meerwasseraquarien in der Wildnis gefangen werden. Die lassen sich nämlich auch von Profis nicht ohne weiteres züchten", sagt Patrick Boncourt, Fachreferent für Exotische Tierarten beim Deutschen Tierschutzbund. Als Anfänger kannst du auch in einem Süßwasseraquarium tolle bunte Fische halten und züchten, wie etwa Buntbarsche aus dem Malawisee in Afrika. "Die allermeisten Fische für Süßwasseraquarien werden hierzulande gezüchtet, können also unbedenklich gekauft werden", rät Andreas Müller.

Die richtigen Fische für Anfänger

Ganz einfach machen es dir Guppy, Platy und Schwertfisch. Die sind untereinander freundlich, pflegeleicht und sie vermehren sich schnell. Vorsicht: Die meisten Fische sind Kannibalen. Selbst der eigene Nachwuchs muss sehr oft dran glauben. "Auch die sogenannten Panzerwelse können in Gruppen leicht gehalten werden, sie säubern den Bodengrund und sind spannend zu beobachten", rät unser Experte. Ebenfalls spannend: die oben erwähnten Buntbarsche. Die bauen eine Art Brutsenke in den Boden und nehmen als sogenannte Maulbrüter bei Gefahr ihre Jungen ins Maul. Schwarmfische solltest du nur im Schwarm ab mindestens fünf Tieren halten. Alle Bedürfnisse und Eigenschaften deiner Fische musst du dir unbedingt in Ruhe anlesen.

Und jetzt nimm dir Zeit

Bodengrund rein, Wasser, rein, Fische rein, das funktioniert nicht. Erst müssen Boden, Dekopflanzen und Wasser einige Tage ohne Fische sein. Es vermehren sich vor allem im Filter Bakterien, die für ein gesundes Mikroklima sorgen. Erst nach und nach solltest du dann nach Arten getrennt die Fische einsetzen.

Wichtig auch: Überprüfe mit entsprechenden Teststreifen, ob das Wasser überhaupt die richtige Qualität für deine Fische hat.

Das richtige Futter

Ist abhängig von Art, Anzahl und Größe deiner Fische. Grundsätzlich gibt es Trocken-, Frost- und Lebendfutter. Lass dich dazu im Fachgeschäft beraten.

Soviel Pflege muss sein

Dein Filter und zum Teil auch die Pflanzen sorgen für eine Reinigung des Wassers. Aquarianer Andreas Müller rät: "Trotzdem musst man in der Regel jede, spätestens aber aller zwei Wochen einen Teil des Wassers wechseln. Ein Drittel sollte erneuert und der Filter ausgewaschen werden." Wichtig verwende zur Reinigung nie chemische Mittel, sie könnten den empfindlichen Fischen schaden. Gut für den Urlaub: Alle Komponenten lassen sich mit Zeitschaltuhren steuern, Futterautomaten können für Wochen im Voraus bestückt werden. "Sie dürfen beim Aquarium nicht nur von Arbeitszeit reden. Sie sollten sich vor allem die Zeit nehmen, ihre Fische und das Leben im Aquarium zu beobachten", so der Experte.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 16. Dezember 2020 | 10:45 Uhr

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