Aphthen im Mund – Ursachen und Behandlung

Kleine Entzündungen im Mund, die ganz schön schmerzhaft sein können: Aphthen kennt wohl fast jeder. Zum Glück sind die fiesen Mini-Geschwüre meist harmlos.

Aphten im Mund 1 min
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Aphthen sind kleine entzündete Stellen an der Mundschleimhaut mit einem weiß-gelblichen Belag. Manchmal hat man sie auch auf der Zunge, an den Mandeln, den Lippen oder im Mundwinkel. Aphthen sind recht schmerzhaft und brauchen bis zu zwei Wochen, bis sie ausgeheilt sind. Sie gehören zu den häufigsten Entzündungen im Mund. Schätzungen zufolge sind zwei bis zehn Prozent der Bevölkerung betroffen, Frauen leiden häufiger unter Aphthen als Männer. Die Entzündungen sind meist harmlos und nicht ansteckend.

Diese Formen gibt es

  • Minor-Aphthen: Diese Form tritt am häufigsten auf. Minor-Aphthen sind etwa linsengroß und schädigen die Mundschleimhaut nur oberflächlich. Sie heilen relativ schnell und folgenlos ab. Wer sie einmal hatte, wird sie vermutlich immer wieder mal bekommen.
  • Major-Aphthen: Sie können bis zu drei Zentimeter groß werden und dringen tiefer in die Schleimhaut ein. Die Heilung kann Wochen dauern und meist bleibt auch eine kleine Narbe im Mund zurück. Diese Form macht etwa 10 Prozent der Fälle aus. Auch die großen Aphthen können wiederkehren.
  • Herpetitforme Aphthen: Wie der Name vermuten lässt, haben die was mit Herpes zu tun. Sie sehen nämlich aus wie kleine Herpes-Bläschen, werden aber nicht durch das Herpes-Virus verursacht. Diese Form tritt oft am Zungenrand oder an der Innenseite der Lippen auf. Herpetitforme Aphthen sind sehr selten und treten meist nur einmal im Leben auf.

Wodurch entstehen Aphthen?

Die Ursachen für Aphthen sind noch nicht geklärt. Da Aphthen oft innerhalb einer Familie gehäuft auftreten, könnte es sein, dass die genetische Veranlagung eine Rolle spielt.

Weitere mögliche Auslöser:

  • Mechanische Reize: auf die Wangeninnenseite oder die Zunge gebissen, harte Zahnbürste, Zahnspange drückt
  • Ernährung: histaminhaltige Nahrungsmittel wie Nüsse, Schokolade oder Tomaten, scharf gewürzte Speisen, Zitrusfrüchte, Alkohol
  • Hormonschwankungen: da Frauen häufiger betroffen sind, kommen auch hormonelle Auslöser in Betracht
  • Nährstoffmangel: Blutarmut, Folsäure-, Eisen-, Vitamin B3 und B12-Mangel
  • Schwaches Immunsystem
  • Schlafmangel

Wenn Aphthen sehr häufig auftreten, kann das ein Hinweis auf eine andere Krankheit sein. Das solltest du vom Arzt abklären lassen.

Zum Arzt oder nicht?

Wenn du zum ersten Mal eine Aphthe hast und unsicher bist, kannst du zum Haus- oder Zahnarzt gehen. In den meisten Fällen lassen sich Aphthen leicht als solche erkennen, um aber eine Verwechslung mit Herpes ausschließen zu können, empfiehlt es sich, den Experten zu Rate zu ziehen. Auch wenn die Aphthe nicht von selbst abheilt und wenn weitere Symptome wie Fieber dazukommen, solltest du dich in medizinische Behandlung begeben. Der Arzt stellt die Diagnose anhand der Anamnese (Krankengeschichte), der Symptome und der Mundinspektion.

Behandlung von Aphthen

Die gute Nachricht: Die meisten Aphthen verschwinden nach einigen Tagen ganz ohne Behandlung. Wichtig ist, während der Entzündungszeit keine scharfen oder säurehaltigen Nahrungsmittel zu essen. Auch knuspriges Brot, sowie kohlensäurehaltige Getränke können die Stelle im Mund reizen. Darüber hinaus kann es hilfreich sein, keine Zahnpasta zu verwenden, die Natriumlaurylsulfat (SLS) enthält.

Ist die Aphthe sehr schmerzhaft, gibt es lindernde Gele, Lutschtabletten oder Sprays mit lokal betäubenden Wirkstoffen. Zusätzlich wird zu keimtötenden Mundspülungen geraten, die zwar die Heilung nicht beschleunigen können, aber immerhin dafür sorgen, dass sich die Entzündung nicht weiter ausbreitet. Medikamente zum Einnehmen sind nur in schweren Fällen nötig.

Es gibt auch einige Hausmittel, die du probieren kannst:

  • Teebaumöl zum Auftupfen oder Spülen
  • Nelkenöl zum Auftupfen
  • Ölziehen mit Kokosöl
  • Mundspülungen mit Kamillen- oder Salbeitee
  • Zinktabletten
  • Aloe Vera als Gel zum Auftragen oder Saft zum Trinken
  • Propolis

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 27. September 2021 | 11:45 Uhr

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