Warum Pflanzen gesund sind

Zimmerpflanzen? Gut! Eigener Garten? Noch besser! Gerade in der Pandemie tun uns Pflanzen besonders gut. Die Wissenschaft hat ein paar Erklärungen, warum das so ist.

Blick auf verschieden, grüne Zimmerpflanzen in Töpfen
Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Egal ob Ficus, Einblatt oder Orchideen – viele von uns lieben Zimmerpflanzen. Aktuell, so hört man von Blumenhändlern, sind besonders Sorten mit großen Blättern gefragt, wie das Fensterblatt, die Geigenfeige oder auch Strelitzien. Forscherinnen und Forscher wissen, dass die grüne Pracht nicht nur einfach so ein Hingucker ist, sondern uns durchaus auch seelisch guttut – gerade in Pandemiezeiten.

Darauf deutet zum Beispiel eine Studie eines Teams um Katia Perini von der Universität Genua in Italien hin. Die Gruppe hatte mehr als 4000 Menschen aus 46 Ländern befragt, wie es ihnen im ersten Corona-Lockdown so ging. Und die Ergebnisse ihrer Umfrage legen nahe, dass Besitzer von vielen Pflanzen sich zu Beginn der Pandemie tatsächlich weniger belastet gefühlt haben. Außerdem hätten viele Befragte angegeben, sich während der Zeit der strengen Ausgangs- und Kontaktregeln mehr Grün in Haus oder Wohnung gewünscht zu haben.

Manche Pflanzen filtern sogar Schadstoffe aus der Luft

Man kann sich das im Prinzip gut vorstellen: Wer wegen der Corona-Auflagen mehr Zeit zu Hause bleiben muss, wer daher weniger Zeit in der Natur verbringen kann, der freut sich über jedes bisschen Grünzeug, das er trotzdem noch zu Gesicht bekommt. „Wer auf grün schaut, lebt länger. Auf Pflanzen schauen ist immer besser, als auf eine triste Betonwand“, sagt der Gärtnermeister und Autor René Wadas.

Zimmerpflanzen sorgen für ein besseres Raumklima, produzieren Sauerstoff und befeuchten die Luft. Unter Umständen können sie sogar bestimmte Schadstoffe wie Formaldehyd oder Benzol herausfiltern.

In Büros machen Pflanzen die dort Arbeitenden um bis zu 15 Prozent produktiver, haben Wissenschaftler um Marlon Nieuwenhuis von der Universität im walisischen Cardiff herausgefunden. Und ein Team von österreichischen Forschenden um Gabriele Berg von der TU Graz konnte zeigen, dass Zimmerpflanzen die Gesundheit dadurch fördern, dass sie die mikrobielle Diversität in Innenräumen erhöhen. Und das wiederum sorgt dafür, dass weniger Antibiotikaresistenzen gefunden werden.

Und wenn man doch krank wird? Dann können Patienten nach einer Operation schneller wieder aus dem Krankenhaus nach Hause und brauchen weniger Schmerzmittel, wenn sie in einem Zimmer mit vielen Pflanzen untergebracht sind.

Wer sich im Garten austobt, hat das Gefühl von mehr Kontrolle

Manche von uns haben’s ja richtig gut: Sie haben nicht nur ein paar Zimmerpflanzen rumstehen, sondern gleich einen eigenen Garten. Und auch wenn der viel Arbeit macht und Geld kostet – wer dieser Tage mal im Gartencenter war, weiß, wovon wir reden – ist das natürlich noch besser! Wer seinen Garten gestaltet, ist aktiv – und fühlt sich in diesen komischen Zeiten dem Lauf der Dinge vielleicht etwas weniger ausgeliefert.

Auch die Bewegung bei der Gartenarbeit gilt als förderlich für Körper und Psyche. So konnte Masashi Soga von der Universität Tokio in einer Übersichtsstudie unter anderem die positiven Effekte für die Stimmung, verminderten Stress und das Abnehmen von Symptomen von Depressionen und Angststörungen belegen.

Das besonders Interessante dabei: Für den Effekt war es nicht wichtig, ob die Person ein Gartenfan oder ein Gartenmuffel war. Das nur so als Hinweis für alle, die gerade sagen wollten, dass sie aber wirklich keinen Grünen Daumen haben, wie man so sagt. Also: Allein der Versuch tut schon gut. Wobei es da wohl eine Einschränkung gibt: Niemand sollte sich zu starkem sozialem Druck ausgesetzt sehen, Zeit im Grünen verbringen zu müssen. Denn dann kann offenbar Stress statt Entspannung die Folge sein. Und das will ja auch keiner.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 04. April 2021 | 12:10 Uhr

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