Löscharbeiten auf der Autobahn
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Paket-Lkw ausgebrannt - wer zahlt?

20.08.2019 | 14:00 Uhr

Wahrscheinlich hat Sekundenschlaf in der Nacht zu einem Lkw-Unfall auf der Autobahn 9 geführt. Der Laster brannte aus, dabei sind offenbar auch viele Pakete zerstört worden. Wir klären, wer den Schaden bezahlen muss und wie viel Geld Betroffene erwarten können.

Löscharbeiten auf der Autobahn
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Ein 47-jährige Lkw-Fahrer war gestern Abend gegen 23:30 Uhr Eingangs einer Baustelle auf der Autobahn 9, zwischen Rippachthal und Bad Dürrenberg, gegen die Leitplanke gefahren. Dabei ist auch der Tank aufgerissen worden - Diesel ist ausgetreten, der sofort in Brand geriet. Die Flammen sind in kurzer Zeit auf die komplette Zugmaschine übergegriffen. Der Anhänger blieb dank der Feuerwehr unbeschädigt.


Löscharbeiten auf der Autobahn
Der Fahrer eines DHL-Lasters war auf die Abgrenzung einer Baustelle aufgefahren. Bildrechte: MDR/TNN
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Der Fahrer eines DHL-Lasters war auf die Abgrenzung einer Baustelle aufgefahren. Bildrechte: MDR/TNN
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Der Laster fing nach Angaben der Polizei sofort Feuer. Bildrechte: MDR/TNN
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Offenbar war der Dieseltank durch den Aufprall aufgerissen. Bildrechte: MDR/TNN
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Der Fahrer hatte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Er blieb unverletzt. Bildrechte: MDR/TNN
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Die Lösch- und Bergungsarbeiten dauerten an. Bildrechte: MDR/TNN
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Die Autobahn war Richtung Berlin zwischen Kreuz Rippachtal und Bad Dürrenberg etwa 16 Stunden lang gesperrt.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – das Radio wie wir | 20. August 2019 | 07:00 Uhr

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Laut Polizei entstand ein Sachschaden von 90.000 Euro. Der LKW war offenbar im Auftrag von DHL unterwegs. Ein Teil der Pakete soll im Feuer verbrannt sein. Grundsätzlich haftet DHL bei Verlust oder Beschädigung von Paketen standardisiert bis zu 500 Euro. Simone Meisel von der Verbraucherzentrale Sachsen Anhalt:

Hier ist ein Frachtvertrag zwischen dem Versender und dem Paketdienstleister zustande gekommen. Jetzt müssen also Empfänger und Versender klären, wer soll mögliche Ansprüche geltend machen. Die Ansprüche macht man mit dem entsprechenden Einlieferungsbeleg geltend. Wenn das geklärt ist, gehe ich zur Post und mache meine Schadensersatzansprüche geltend. Und das durchaus berechtigt.

Auch der Lkw-Fahrer müsse damit rechnen, für Schadensersatzzahlungen herangezogen werden, meint Meisel.

In der Regel ist es so, dass der Schädiger bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit haften muss. Allerdings kann man sich bei 'leichter Fahrlässigkeit' davon befreien - also man muss dann keinen Schadensersatz leisten. Ein Sekundenschlaf spricht aber dafür, das hier eine Haftung von Seiten der Post eintreten wird.

Bedeutet: Ein Vertrag ist zwischen dem Versender und dem Paketdienstleister geschlossen worden. Damit ist er - bei verlorenen oder beschädigten Paketen - erster Ansprechpartner für Kunden. Allerdings kann das Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für Schadensersatz vom Fahrer verlangen, weil der möglicherweise grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat.

Wichtig: Bei DHL sind standardmäßig nur Pakete versichert. Für Päckchen muss jeder Kunde selber eine Versicherung abschließen. In den "Allgemeinen Geschäftsbedingungen" der Deutschen Post heißt es dazu:

Dem Absender obliegt es, ein Produkt der Deutschen Post AG oder ihrer verbundenen Unternehmen mit der Haftung oder Versicherung zu wählen, die seinen Schaden bei Verlust, Beschädigung oder einer sonst nicht ordnungsgemäßen Leistung am ehesten deckt.

Außerdem sollten man nicht zu lange mit einer möglichen Reklamation warten. "Beschädigungen bzw. Verluste des Inhalts müssen innerhalb von 7 Tagen nach Zustellung schriftlich in einer Filiale angezeigt werden", heißt es auf der Seite von DHL.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 20. August 2019 | 17:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. August 2019, 13:27 Uhr

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