Vorsicht vor Paket-Betrügern

Man erwartet ein Paket, kann aber gerade nicht zu Hause sein. Da freut man sich, wenn der Nachbar die Sendung annimmt. Und genau deswegen hilft man natürlich auch gern, wenn der Bote bei einem selbst Pakete für andere Leute abgeben will. Doch da kann ein Problem lauern.

Paket-Annahme an der Tür
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Klick, klick, gekauft – in Zeiten der Pandemie boomt das Online-Shopping. Die meisten von uns werden das bestätigen können. Die heldenhaften Paketbotinnen und -boten haben deswegen alle Hände voll zu tun. Beispiel DHL: Die Post-Tochter hatte bereits zwischen Januar und November mehr Pakete ausgeliefert als im ganzen Jahr 2019. Insgesamt dürften es bis Silvester sagenhafte 1,8 Milliarden Sendungen werden.

Und in den allermeisten Fällen geht ja auch alles gut. Aber immer wieder berichtet die Polizei von Betrügereien im Zusammenhang mit Paketsendungen. Zum Beispiel zuletzt in Chemnitz: Da hatten Unbekannte offenbar Benachrichtigungskarten über nicht zugestellte Pakete aus Briefkästen geklaut – und die Sendungen dann unter falschem Namen bei Nachbarn oder in Paketshops abgeholt.

Nun warnt die Polizei vor einer neuen Betrugsmasche im Zusammenhang mit Paketen. Und zwar geht es um Sendungen, die ihr für Leute annehmt, die bei euch im selben Haus wohnen. Das macht man ja immer mal wieder, wenn man in einem Mehrfamilienhaus wohnt. Dann antwortet man auf die Frage des Zustellers, ob man ein Paket für einen Nachbarn annehmen könnte ja eigentlich oft mit einem: „Ja, klar“. Schließlich wird man ja auch selbst irgendwann darauf angewiesen sein, dass irgendjemand anders das für einen macht.

Auf einmal steht jemand vor der Tür

Wenn man sich unter den Nachbarn kennt, dann freut man sich über die Hilfsbereitschaft. Das Problem ist jetzt aber: Betrüger könnten diese Nettigkeit ausnutzen. Konkret im Fall von Empfängern, die man eben nicht persönlich kennt. Wenn man da ein Paket trotzdem annimmt, steht dann vielleicht irgendwann mal jemand vor der Tür, wedelt mit einer Benachrichtigungskarte und möchte die Sendung haben. Manchmal auch noch mit einer wortreichen Erklärung, wonach man gerade erst eingezogen sei oder so. Damit man ja nicht dazu kommt, irgendwelche Fragen zu stellen.

Was man nicht weiß: Betrüger haben einen Briefkasten aus dem Haus mit einem neuen Namen beschriftet. Dann haben sie – oft teure – Ware auf diesen Namen bestellt und liefern lassen, Luxus-Schuhe zum Beispiel. Die Benachrichtigungskarte für das Paket haben sie dann aus dem Briefkasten gefischt – und holen sich jetzt von euch ihre Beute ab.

Und wenn man jetzt zu leichtgläubig ist, gibt man das Paket raus. Der Betrüger hat, was er wollte – und macht sich aus dem Staub. Und jetzt wird’s doof: Denn zu der Betrugsmasche gehört es, dass die Waren nie bezahlt werden. Und wenn der Versender jetzt beim Paketdienst nachfragt, wer die Sendung angenommen hat, dann wird euer Name fallen. Und das könnte zu zivilrechtlichen Ansprüchen führen, warnt die Polizei. Das heißt: Der Online-Händler könnte zumindest versuchen, den Schaden bei euch geltend machen.

Polizei hat ein paar Tipps

Besser also, man lässt es dazu nicht kommen. Dazu haben die Beamten ein paar Tipps: Zunächst mal sollte man nur Pakete für Leute annehmen, die man kennt. Und man sollte sie auch nur an diese Leute herausgeben. Damit ist schon mal viel gewonnen. Und wenn nicht: Lasst euch den Ausweis zeigen und notiert die Daten. Dann könnt ihr zumindest belegen, an wen ihr das Paket rausgegeben habt.

Ein wachsames Auge schadet auch nicht: Also schaut immer mal, ob euch an den Briefkästen in eurem Haus etwas auffällt, etwa dass Namen häufig wechseln. In diesem Fall kann man ja mal mit der Hausverwaltung oder dem Hausmeister ins Gespräch kommen, was da los ist. Zusammengefasst der Rat der Polizei: „Bleiben Sie bei aller Nachbarschaftshilfe und Freundlichkeit misstrauisch."

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