Die Stiftung Warentest hat ein vernichtendes Urteil über Omega-3-Kapseln gefällt

Omega-3-Fettsäuren gelten als Wunderwaffen gegen Herz-Kreislauferkrankungen oder Demenz. Wer nicht genug davon isst, solle mit Kapseln nachhelfen, heißt es immer wieder. Doch die Stiftung Warentest hält sie für völlig wirkungslos.

Fischölkapseln liegen verstreut herum
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Vernichtender hätte das Urteil kaum ausfallen können: Die Stiftung Warentest hat Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Zwar sind Inhalt und Verpackung in allen Fällen okay, die Kapseln sind aber schlicht und ergreifend wirkungslos.

Der Hype kam aus Dänemark

Dass Omega-3-Fettsäuren gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen helfen sollen ist eine Idee, die seit über 40 Jahren kursiert. In den 1970ern entdeckten dänische Forscher, dass Inuit auf Grönland wesentlich seltener an Herzinfarkten und Schlaganfällen sterben. Ihre Schlussfolgerung: Die fischreiche Ernährung mit viel Omega-3-Fettsäuren müsse dahinter stecken. In der Folge entstand die Idee, Fischöl in Kapseln zu füllen und so auch Leute damit zu versorgen, die nicht so viel Fisch essen.

Die Stiftung Warentest hat Studien zur Wirksamkeit der Nahrungsergänzungsmittel ausgewertet. Dabei konnten nicht nur keine Beweise für die Wirksamkeit der Mittel gefunden werden, selbst die Studie der dänischen Wissenschaftler konnte mittlerweile widerlegt werden. Offenbar hatten sie eine fehlerhafte Sterbestatistik als Basis genommen.

Gute Nachrichten

Aber der Test steckt auch voller guter Nachrichten: Dass die Nahrungsergänzungsmittel wirkungslos sind heißt auch, dass sie nicht gesundheitsschädlich sind. Und: Wer darauf achten will, dass er genug Omega-3-Fettsäuren zu sich nimmt, kann das ganz einfach tun. Eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung mit Fisch und Pflanzenöl ein- bis zweimal in der Woche sei ausreichend, sagen die Tester.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 27. Mai 2020 | 12:15 Uhr

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