Astrid S: Norwegische Aschenbrödel-Verfilmung ist Hommage an Original

Seit Weihnachten läuft bei Amazon Prime das Remake von "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Hauptdarstellerin Astrid S erzählt im MDR JUMP-Interview, was sie am Original so liebt und von den Reaktionen auf die Neuverfilmung.

Szene aus einem Film
Bildrechte: Bontonfilm CZ

Seit Weihnachten 2021 hat der Kultfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" Konkurrenz aus Norwegen. Beim Streamingdienst Amazon Prime läuft die Neuverfilmung "Tre Nøtter Til Askepott". Seitdem gibt es viel Diskussion über den Sinn eines Remakes, vor allem, da das Original seit fast 50 Jahren so unglaublich beliebt ist. Im MDR JUMP-Interview verrät Hauptdarstellerin Astrid S (25), dass auch sie den Originalfilm seit ihrer Kindheit liebt:

In Norwegen ist 'Aschenbrödel' auch ein nationales Kulturgut. Ich sehe den Film jedes Jahr, seit ich drei bin. Aschenbrödel war mein erstes, starkes weibliches Idol. Sie hat sich gegen alle Widerstände durchgesetzt und für ihr eigenes Glück und ihre Freiheit gekämpft. Und ich weiß, dass viele Norweger, wie die Deutschen auch, eine sehr starke Bindung zu dem Film haben. Das hat mir ziemlich Angst gemacht, als wir versucht haben, das Remake zu machen.

Die Macher des neuen Aschenbrödel haben den Originalfilm nicht einfach nur kopiert, sagt Astrid S. So wurden Elemente eingefügt, die 1973, als das Original gedreht wurde, noch kein Thema waren: Einem Jungen fehlt der halbe Arm und ein Diener des Königs ist ein schwarzer Mann. Zudem küssen sich am Ende zwei Männer.

In vielen Interviews werde ich darauf angesprochen, dass der neue Film multikulturell ist und es auch gleichgeschlechtliche Liebe gibt ... Das ist eben die Welt, in der wir jetzt leben und wir wollten einen Film machen, in dem sich auch die jungen Menschen von heute wiederfinden, auch wenn er im Mittelalter spielt.

Neben Lob hat die Neuverfilmung auch recht viel Kritik einstecken müssen und Astrid S hat sogar böse Briefe bekommen:

Ja, tatsächlich habe ich viele wütende Kommentare bekommen. Ich denke, dass diese Leute nur das Original beschützen wollen, das ihnen so am Herzen liegt. Das verstehe ich. Aber ich hoffe auch, dass sie dem Remake eine Chance geben und verstehen, dass wir das Original nicht ersetzen wollen. Es ist eher eine Hommage. Und wir zwingen ja niemanden, unsere Version zu sehen. Also warum die Energie mit so viel Hass verschwenden. Schaut die neue norwegische Version einfach nicht, wenn ihr nicht wollt.

Aschenbrödel Superfan Kathrin Miebach aus Meschede in Nordrhein-Westfalen hat sich die Neuverfilmung angeschaut. Seit mehr als 20 Jahren betreibt sie eine Aschenbrödel-Fanseite im Internet, hat auch ein Buch zum Film herausgebracht und feiert zu Hause sogar Prinzessinnenbälle. Sie erklärt im MDR JUMP-Interview, warum die Neuverfilmung nicht mithalten kann:

Prinz (Pavel Travnicek) und Aschenbrödel (Libuse Safrankova)
Bildrechte: dpa

Das Original ist einfach viel sympathischer. Im neuen Film ist vieles düster und traurig und man hat richtig Angst vor der Stiefmutter und dem König. Aber die Landschaft ist toll, die Kostüme auch ... und Astrid ist ein schönes und nettes Aschenbrödel.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 12. Januar 2022 | 14:40 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP