Eine Wasserwaage und ein Kugelschreiber liegen auf einem befristeten Arbeitsvertrag
Wer Helftertätigkeiten ausübt, bekommt bei Neueinstellungen oft nur einen befristeten Vertrag. Bildrechte: IMAGO

Studie Vier von zehn Neueinstellungen sind befristet

Aus einer Studie geht hervor: Wer neu eingestellt wird, erhält in vier von zehn Fällen nur einen befristeten Vertrag. Und: Größere Betriebe befristen eher als kleinere. Für die Forscher keine Überraschung.

Eine Wasserwaage und ein Kugelschreiber liegen auf einem befristeten Arbeitsvertrag
Wer Helftertätigkeiten ausübt, bekommt bei Neueinstellungen oft nur einen befristeten Vertrag. Bildrechte: IMAGO

Neueinstellungen sind in Deutschland zu einem erheblichen Teil befristet. 2018 traf das auf 38 Prozent der Neueinstellungen zu, wie aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Für die Studie wurden mehr als 10.000 Betriebe befragt, Auszubildende für das Ergebnis nicht berücksichtigt. Die Studie zeigt aber auch: Seit 2010 sank der Anteil leicht, damals lag er bei 46 Prozent.

Befristete Verträge bekommen Arbeitnehmer vor allem bei größeren Betrieben mit mehr als 75 Mitarbeitern. Dort wird bei Neueinstellungen mit einer neun Prozentpunkten höheren Wahrscheinlichkeit befristet als bei kleineren Betriebe. Dies ist nach Angaben der Arbeitsmarktforscher "wenig überraschend", da bei Kleinstbetrieben mit weniger als zehn Beschäftigten nicht die Regelungen des Kündigungsschutzgesetzes gelten.

Befristete Neueinstellungen werden laut den Forschern nicht nur zur Deckung eines vorübergehenden Arbeitskräftebedarfs genutzt, sondern auch als "verlängerte Probezeit". Insgesamt lag der Anteil befristeter Anstellungen im Jahr 2018 bei 8,3 Prozent (3,21 Millionen Beschäftigte). "Die Diskrepanz zwischen dem Anteil befristeter Neueinstellungen und dem Anteil befristet Beschäftigter insgesamt spiegelt unter anderem wider, dass befristete Beschäftigungsverhältnisse entweder in unbefristete Arbeitsverträge umgewandelt werden oder nach Auslaufen der Befristung nicht verlängert werden", heißt es in der Studie.

Am stärksten betroffen von Befristungen bei Neueinstellungen sind Menschen, die sogenannte Helfertätigkeiten ausüben. In solchen Fällen wird auch häufiger auf Berufserfahrung als Einstellungsvoraussetzung verzichtet.

Dieses Thema im Programm MDR AKTUELL RADIO | 26. Januar 2019 | 10:26 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. September 2019, 17:42 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP