Neue Regeln bei der Paketzustellung

Es soll schneller gehen, vor allem, und hat auch ein bisschen mit Corona zu tun – der Paketzusteller DHL will für einen Teil seiner Kunden neue Regeln einführen. Betroffen davon ist rund jeder Zehnte.

DHL Paketbote
Bildrechte: imago images/Winfried Rothermel

Der Online-Handel hat von der Pandemie profitiert. Versandriesen wie Amazon oder Zalando, aber auch Lebensmittelhändler haben gute Geschäfte gemacht. Nun ist es allerdings so, dass die ganzen im Netz bestellten Sachen auch irgendwie zu uns nach Hause kommen müssen. Und da kommen die Paketdienste ins Spiel.

Wenn die Post nicht mehr klingelt

Auch bei denen sind die Geschäfte durch Corona durch die Decke gegangen, auch wenn das zum Beispiel die Mitarbeiter nicht immer in ihrem Geldbeutel merken. Allein DHL hat im vergangenen Jahr rund 1,8 Milliarden Pakete in Deutschland ausgeliefert. Das war ein absoluter Rekord. Damit die Zusteller das überhaupt stemmen können, passt die Firma immer wieder ihre Regeln an. So wurde die Lagerfrist für manche Pakete in den Packstationen im vergangenen Jahr verkürzt. Und Sendungen per Nachnahme müssen aktuell auf jeden Fall aus einer Filiale abgeholt werden. Die werden gar nicht zugestellt.

Nun steht wieder eine Neuregelung, die viele von uns betreffen könnte: Betroffen sind all die Leute, die für die Paketzustellung einen Ablageort bestimmt haben, für den Fall, dass sie nicht zu Hause anzutreffen sind. Das bietet sich am ehesten für Leute an, die im eigenen Haus wohnen, für Mehrfamilienhäuser ist das eher nichts.

Ablageort wählen, die einfachste Paketzustellung

Ein solcher Ablageort kann eine Gartenlaube auf dem Grundstück sein, ein Windfang am Haus oder eine nicht einsehbare Stelle hinter einem Blumenkübel. Bisher war es so, dass die Paketbotinnen und Paketboten trotzdem auf jeden Fall klingeln mussten, um die Sendung zuzustellen – auch wenn ein Ablageort vereinbart war. So sahen es die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Firma vor.

Doch das ändert sich nun im Juli oder August. Dann können die DHL-Mitarbeiter die Sendungen einfach am vereinbarten Ort ablegen. Kleinere Sendungen werden in den Hausbriefkasten eingeworfen, wenn sie dort hineinpassen. Das spart Zeit und – Corona ist ja noch nicht ganz durch – auch potenziell gefährliche persönliche Kontakte. Kunden sollen wie bisher mit einer Karte im Briefkasten informiert werden oder aber mit einer E-Mail.  Dass mancher Zusteller aber schon in den vergangenen Wochen nicht geklingelt hat, gehört zur Wahrheit aber auch dazu.

Nach Angaben von DHL gibt es mit etwa jedem zehnten Empfänger in Deutschland eine Vereinbarung zur Ablage von Paketen an einem Wunschort. Und nur diese Leute sind von der Neuregelung betroffen. Und auch sie haben jederzeit eine Chance, sich wieder umzuentscheiden. Im Kundenkonto der App muss dazu die Einstellung „Der Zusteller soll vor der Zustellung klingeln“ entsprechend mit einem Haken versehen werden – dann melden sich Zustellerin oder Zusteller auch weiterhin persönlich bei euch, bevor sie Sendungen ablegen.

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