Was du wissen musst im Überblick Neue Datenschutzregeln: Das ist wichtig für dich

23.05.2018 | 09:00 Uhr

Was dich die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung angeht, die ab dem 25. Mai in Kraft tritt? Ganz viel! Höchstens du lebst an einem Ort ohne Smartphone, Internet und Co! Wenn das nicht so ist und du WhatsApp nutzt, online shoppst, Bilder bei Instagram hochlädst oder verschiedene Newsletter abonniert hast, kommst du um die Datenschutzverordnung nicht rum.

Zwei Frauen mit Tablet und Laptop
Bildrechte: IMAGO

Die Datenschutz-Grundverordnung (kurz DSGVO) regelt ab dem 25. Mai 2018 den Datenschutz in der EU.

Die Datenschutz-Grundverordnung in deinem Alltag

Auch als Privatperson kommst du mit der Datenschutz-Grundverordnung in Kontakt, im Grunde immer dann, sobald du online gehst. Bei folgenden Punkten könnte sie deinen Alltag berühren:

1. Newsletter, Newsletter, Newsletter

Ob von deinem Sportverein, deiner Lieblings-Pizzeria, der Schule deiner Kinder oder deinem Schuhgeschäft: Du bekommst ständig Newsletter, die dich über Neuigkeiten und Sonderangebote informieren? Mit der neuen Datenschutzverordnung muss in Zukunft der Absender belegen, dass du zwei Mal zugestimmt hast, dass du den Newsletter auch erhalten willst. Deswegen schreiben gerade viele Betreiber ihre Kunden an mit der Bitte noch mal zu bestätigen, dass du auch weiterhin den Newsletter bekommen möchtest. Wenn du das willst: Mach es, denn sonst bekommst du bald keinen Newsletter mehr. Wenn du eh von den vielen Newslettern genervt warst, dann ist es jetzt die gute Gelegenheit sich endlich mal einiger zu entledigen.

2. WhatsApp und andere Sozialen Netzwerke

Wenn du bei Facebook, Instagram und anderen sozialen Netzwerken angemeldet bist, ändert sich für dich erstmal nichts. Allerdings müssen die Social Media-Plattformen ihre Nutzungsbedingungen anpassen und aktiv dein Einverständnis einholen. Das hat Facebook und Co. in letzter Zeit oft schon getan. WhatsApp soll künftig erst ab 16 Jahren genutzt werden dürfen, auch das ist auf die DSGVO zurückzuführen.

Neu ist des Weiteren, dass die Anbieter dich informieren müssen und dein Einverständnis brauchen, wenn sie deine Daten an andere Netzwerke, Apps oder Anbieter weitergeben wollen.

3. Fotos posten

Wenn du gerne und viel fotografierst, wirst du in Zukunft jeden, der auf deinen Bildern zu sehen ist, um Erlaubnis fragen müssen - und zwar vorab. Schon das Aufnehmen eines Bildes, nicht nur das Veröffentlichen wie bisher, muss dir also erlaubt werden. Das gilt allerdings nicht, wenn du die Bilder nur aus persönlichen Zwecken von Freunden und Familie machst. Professionelle Fotografen sind dagegen von der neuen Reglung betroffen.

4. Mitglied im Verein

Auch Vereine sind von der DSGVO betroffen. Egal, ob der Verein einen Newsletter verschickt oder die Daten seiner Mitglieder verwaltet: viele Neureglungen, die für große Unternehmen gedacht waren, treffen auch kleine Vereine. Vereine sollten sich deswegen erkundigen und beraten lassen, inwiefern sie betroffen sind und was sie eventuell ändern müssen.

Bei Verstößen drohen Geldstrafen, die sich an der Größe des Unternehmens orientieren soll. Ein Konzern wird also deutlich mehr zur Kasse gebeten werden, als ein kleiner Betreiber einer Website.

Das ist die EU-Datenschutzgrundversorgung

Die Idee hinter der Verordnung ist eine europaweite Vereinheitlichung und zugleich ein strikterer Datenschutz als bisher. Sie ersetzt die nationalen Datenschutzgesetze, zum Beispiel in Deutschland das bis heute gültige Gesetz aus dem Jahr 1995, das veraltet war, da 1995 das Internet im alltäglichen Leben noch nicht so eine große Rolle spielte wie heutzutage.

Besserer Schutz für deine Daten

Im besten Fall soll die neue Datenschutz-Grundverordnung kein Gesetz gegen dich als Privatperson sein, sondern für dich. Sie soll die persönlichen Daten jedes Einzelnen besser schützen und eine rechtliche Grundlage bilden. Zum Beispiel soll es ein "Recht auf Vergessenwerden" geben, das bedeutet: Daten von dir, die mal irgendwo gespeichert, jedoch nicht mehr genutzt werden, müssen gelöscht werden. Zudem soll der Verbraucher Recht auf Auskunft bekommen, welche Daten ein Unternehmen noch von einem gespeichert hat.

Inwiefern die DSGVO deine Daten tatsächlich besser schützen wird, kann man jetzt noch nicht sagen. Kritiker bemängeln zum Beispiel, dass Verbraucher nach wie vor keine Chance haben, weil sie zum Beispiel AGBs einfach zustimmen müssen, auch wenn sie mit ihnen nicht einverstanden sind.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend | 23. Mai 2018 | 19:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2018, 09:00 Uhr

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