Neue Regeln und Gesetze: Das ändert sich im September

Flexiblere Elternzeit, ein erweiterter Dax und mehr Digitalisierung - im September gibt es in Deutschland einige Neuerungen.

Eltern lesen Kindern vor
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Für alle Kinder, die ab dem 1. September 2021 geboren werden, und ihre Eltern gilt ein reformiertes Elterngeld. Junge Eltern dürfen dann 32 Wochenstunden arbeiten, während sie das Elterngeld beziehen. Bisher war die Arbeitszeit auf 30 Stunden begrenzt. Auch der Partnerschaftsbonus, der bisher nur mit 25 bis 30 Wochenstunden bezogen werden konnte, wird mit einer Arbeitszeit von 24 bis 32 Stunden künftig flexibler. Andere Leistungen wie Kurzarbeitergeld oder Krankengeld werden künftig nicht mehr auf das Elterngeld angerechnet.

Mehr Geld für Frühchen-Eltern

Auch die Eltern von Frühgeborenen erhalten ab September mehr Unterstützung: Abhängig davon, wie früh das Kind auf die Welt kommt, bekommen die Eltern bis zu vier Elterngeldmonate mehr. Ab einer um sechs Wochen verfrühten Geburt erhalten die Eltern einen Monat Basiselterngeld zusätzlich, ab acht Wochen sind es zwei Monate. Kommt das Kind zwölf oder 16 Wochen früher als geplant, erhalten die Eltern entsprechend drei oder vier Monate zusätzliches Elterngeld.

Elektronischer Identitätsnachweis

Eine Frau hält 2015 den E-Personalausweis vor die DE-Mail Login-Seite.
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Ab September kannst du dir deinen digitalen Personalausweis auf dem Smartphone abspeichern und dich damit gegenüber dem Staat und privaten Partnern digital ausweisen - Smart-eID heißt das Verfahren. Ist der elektronische Personalausweis also einmal mit einem Smartphone verbunden, reicht künftig das Gerät und die persönliche PIN, um beispielsweise polizeiliche Führungszeugnisse oder Bafög zu beantragen. Auch der Punktestand in Flensburg oder das eigene Konto bei der Rentenversicherung können eingesehen werden. Wichtig ist: Die Smart-eID ersetzt den klassischen Personalausweis nicht bei einer Personenkontrolle der Polizei - hier wird weiterhin das klassische Plastikkärtchen benötigt.

Digitale Arbeitslosmeldung entfällt

Ein Mann geht an dem Logo der Agentur für Arbeit vorbei.
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Wegen der Corona-Pandemie durften man sich zuletzt auch telefonisch oder online arbeitslos melden. Ab September entfällt diese Möglichkeit bundesweit. Eine Arbeitslosmeldung muss dann wieder persönlich in der Agentur für Arbeit erfolgen. Wer sich arbeitssuchend melden möchte, kann das auch nach dem 1. September online, schriftlich, persönlich oder telefonisch tun.

Corona-Arbeitsschutzverordnung läuft aus

Die aktuelle Fassung der Corona-Arbeitsschutzverordnung gilt noch bis einschließlich 10. September. Die Verordnung schreibt insbesondere Maßnahmen zur Kontaktreduzierung am Arbeitsplatz sowie die Bereitstellung von Masken und Corona-Tests durch die Arbeitgeber vor. Unklar ist noch, in welcher Form die Maßnahmen über den 10. September hinaus fortgesetzt werden.

Deutscher Aktienleitindex Dax wird erweitert

Nach oben zeigt die Kurve des DAX an der Börse am letzten Handelstag des Jahres 2020.
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Der wichtigste deutsche Aktienindex Dax bekommt zehn neue Mitglieder. Ab dem 20. September werden in dem Index 40 Unternehmen gelistet. Als mögliche Kandidaten werden zum Beispiel der Flugzeugbauer Airbus und der Online-Versandhändler Zalando gehandelt. Außerdem gelten künftig strengere Qualitätsrichtlinien für die Aufnahme und eine vierteljährliche Berichtspflicht für die Dax-Unternehmen. Die Zusammensetzung des Index wird künftig außerdem zweimal jährlich überprüft, bisher fand nur eine Überprüfung pro Jahr statt. Die Deutsche Börse zieht mit den Neuerungen auch Lehren aus dem Wirecard-Skandal.

Energielabel für Lampen wird neu berechnet

LED-Strahler für Halogen- Spot
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Das Energielabel soll Verbrauchern einen schnellen Überblick über die Effizienz von Elektronikprodukten geben. Für Leuchtmittel gilt ab September das neue EU-Energielabel, das auf einer Neuberechnung der Klasseneinteilungen von A bis G beruht. Fortschritte bei der Energieeffizienz hatten dazu geführt, dass ein Großteil der Geräte in die Klasse A fiel und ein Vergleich so unmöglich wurde. Für andere Geräte wie Kühlschränke, Waschmaschinen oder Bildschirme gilt das neue Label bereits seit März. Bis 2030 sollen alle Produktgruppen mit dem neuen Label gekennzeichnet werden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Nachrichten | 01. September 2021 | 06:00 Uhr

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